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Facebook darf nicht mehr mit Freundes-Empfehlungen werben

Werbeform "Ihrem Freund gefällt..." in der Kritik
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mit Freundes-Empfehlungen werben
Facebook darf vielleicht bald nicht mehr mit Empfehlungen von Freunden werben. Das entschied ein Gericht in San Francisco. Facebook wollte sich mit ein paar Klägern außergerichtlich auf einen Vergleich einigen - dies hat das Gericht untersagt.

Stein des Anstoßes sind die so genannten sponsored stories, wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet. Dabei handelt es sich um Facebook-Werbung, die auf dem eigenen Profil in Verbindung mit dem Namen eines Freundes erscheint. In den meisten Fällen hat der Freund bei Facebook bekannt gegeben, dass ihm ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung gefällt. Tritt die Marke zusätzlich als Werbekunde in Erscheinung, wird die Werbung in Verbindung mit dem Namen, zum Teil auch mit dem Foto des Freundes eingeblendet.

Kläger: "Wir bekommen kein Geld von Facebook"

Die Kläger hatten vor Gericht argumentiert, dass die Empfehlungswerbung gegen kalifornisches Recht verstoße, weil die Freunde nicht für die Werbung bezahlt würden. Außerdem gäbe es in Facebook keine Möglichkeit, dem sozialen Netzwerk diese Werbung mit dem eigenen Benutzernamen zu verbieten.

Facebook hatte sich daraufhin mit den Klägern zusammengesetzt, um einen Vergleich auszuhandeln. Geplant war, dass Facebook-Anwender kontrollieren können, welche Profilinhalte für gesponserte Werbung verwendet werden dürfen. Gleichzeitig wollte Facebook 10 Millionen Dollar an karitative Einrichtungen spenden.

Diesen Kompromiss lehnt das Gericht mit der Begründung ab, es sei nicht einzusehen, dass die Geschädigten gar nichts bekommen, deren Anwälte aber 10 Millionen Dollar Honorar einstreichen. Nun muss ein neuer Kompromiss gefunden werden, ansonsten wird das Gerichtsverfahren eröffnet.

Hoffnungen der Facebook-Investoren ruhen auf Empfehlungswerbung

Die "Empfehlungswerbung" gilt in Marketingkreisen als ganz besonders effektiv, weil sie wesentlich zielgerichteter funktioniert als beispielsweise allgemeine Bannerwerbung nach dem "Gießkannenprinzip". Darum ruhen gerade die Hoffnungen der Facebook-Investoren auf dieser Werbeform, weil sie Facebook ungeahnte Einnahmen bescheren kann.

Das grundsätzliche Problem bei der Facebook-Werbung ist, dass sie überwiegend bei der Nutzung im Desktop-Browser angezeigt wird, aber nur wenig auf mobilen Geräten. Gleichzeitig nutzen immer mehr Facebook-Anwender das soziale Netzwerk über mobile Geräte, dort werden "sponsored stories" inzwischen eingeblendet. Der Börsenkurs des Unternehmens ist in den vergangenen Wochen auch deswegen so stark gefallen, weil die Investoren von den prognostizierten Werbeerlösen nicht mehr so überzeugt sind wie noch vor einigen Monaten.

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