E-Commerce

Facebook startet neuen Dienst für Geschenke-Versand

Soziales Netzwerk bekommt jetzt auch Postadressen seiner Mitglieder
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Facebook startet neuen Dienst für Geschenke-VersandFacebook startet neuen Dienst für Geschenke-Versand Mit "Facebook Gifts" startet das weltgrößte soziale Netzwerk einen Service für den Versand echter Geschenke an Freunde und Verwandte. Vom Einstieg in den E-Commerce-Bereich erhofft sich nicht nur das Unternehmen selbst neue Einnahmen - auch die nach dem Börsengang unzufriedenen Anleger wollen bessere Ergebnisse sehen. Der Dienst beruht auf dem Geschäftsmodell des kleinen Start-ups "Karma", das Facebook im Mai übernommen hatte.

Das Handelsblatt berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass der nach dem Börsengang stark gefallene Aktienkurs nach der Ankündigung von "Facebook Gifts" am Freitag sofort um sechs Prozent gestiegen sei. Denn momentan ist es ein großes Problem für Facebook, dass immer mehr Menschen das soziale Netzwerk nicht mehr über den Desktop-Browser nutzen, sondern über mobile Geräte, auf denen nicht so viel Werbung eingeblendet wird, was für Facebook einen Umsatzverlust bedeutet.

Geschenke-Button und Geburtstags-Erinnerungen

Über "Facebook Gifts" soll es möglich sein, an seine Freunde Geschenkgutscheine, Blumen oder andere Waren zu versenden. Dazu soll auf allen Profilen ein "Geschenke-Button" implementiert werden. Mit Klick auf diesen Button kann man für den betreffenden Nutzer ein Geschenk auswählen. Vor dem Versand soll der Beschenkte informiert werden und sich das Geschenk ansehen können. Akzeptiert er das Präsent, startet der Versandprozess und die Kreditkarte des Auftraggebers wird belastet. Ist das Geschenk unerwünscht, kann der Beschenkte die Gabe ablehnen.

Der Dienst soll zuerst für das Weihnachtsgeschäft in den USA eingeführt werden, die restlichen Länder sollen später folgen. Laut Facebook sollen bereits jetzt rund 100 Geschenke-Anbieter mit dem sozialen Netzwerk zusammenarbeiten. Geplant sind darüber hinaus beispielsweise Geburtstags-Apps, die einige Tage vor dem Geburtstag eines Freundes nachfragen, ob man etwas schenken möchte, damit das Präsent rechtzeitig ankommt.

Datensammelei geht mit Kreditkartendaten und Postadressen weiter

Der - für Facebook - positive Nebeneffekt der Geschichte ist, dass das Netzwerk weitere Daten von seinen Nutzern einsammeln kann. Denn für den Geschenkedienst sind immerhin die Kreditkartendaten des Absenders und die Postadresse des Empfängers notwendig. Kritiker vermuten, dass genau aus diesem Grund viele Facebook-Nutzer den Dienst boykottieren könnten. Außerdem wird Facebook einen gewissen Anteil des Umsatzes als Provision einbehalten.

Mit dem neuen Service könnte Facebook nicht nur seine Abhängigkeit vom Werbegeschäft reduzieren. Der Dienst wird auch als Angriff auf Online-Größen wie Amazon verstanden.

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