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Facebook stemmt größten Internet-Börsengang aller Zeiten (2. Update)

Facebook startet mit Bewertung von 104 Milliarden Dollar
Von / mit Material von dpa
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Facebook stemmt größten Internet-Börsengang aller ZeitenFacebook stemmt größten Internet-Börsengang aller Zeiten Aus dem fernen Silicon Valley hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Eröffnungsglocke der New Yorker Technologiebörse Nasdaq per Fern-Schaltung geläutet. Zum ersten Handelstag der Aktie des sozialen Netzwerks hatten sich hunderte Facebook-Mitarbeiter unter freiem Himmel um den Firmengründer geschart.

Acht Jahre nach der Gründung in einer Studentenbude ist Facebook damit endgültig ein Weltkonzern: Das soziale Netzwerk hat den größten Internet-Börsengang der Geschichte hingelegt. Mit einer Wahnsinnsbewertung von 104 Milliarden Dollar oder umgerechnet 80 Milliarden Euro ist Facebook an der Börse aus dem Stand teurer als die drei alteingesessenen deutschen Vorzeigekonzerne BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen.

Zuckerberg stand im bekannten dunklen Kapuzenpulli vor seinen jubelnden Beschäftigten, neben ihm die fürs Tagesgeschäft zuständige Sheryl Sandberg. Die beiden umarmten sich, als die Glocke um Punkt 6.30 Uhr Westküsten-Zeit erklang. In New York war es da 9.30 Uhr und in Deutschland 15.30 Uhr. Die große Videoleinwand der Nasdaq am Times Square im Herzen Manhattans erstrahlte in Facebook-Blau.

Nasdaq-Chef Robert Greifeld hatte sich extra aus New York auf den Weg nach Menlo Park in die Firmenzentrale von Facebook gemacht, um das Ereignis mitzufeiern. Der Börsenchef, der sonst im dunklen Anzug auftritt, hatte sich passend zum Anlass einen grauen Pullover übergeworfen. Der eigentliche Handel der Aktien soll voraussichtlich gegen 17 Uhr deutscher Zeit beginnen.

Dann wird sich endgültig zeigen, ob der Facebook-Börsengang ein Erfolg wird. Beobachter rechnen damit, dass die Aktie am ersten Tag kräftig steigen wird. Denn die Nachfrage der Investoren war in den vergangenen Wochen derart stark, dass Facebook seinen Börsengang mehrfach ausweitete.

Facebook konnte Aktien zum Höchstpreis von 38 Dollar losschlagen

Facebook konnte seine Aktien am späten Donnerstag zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar losschlagen. Insgesamt nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer damit 16 Milliarden Dollar ein. Auch Mark Zuckerberg hat einen Teil seiner Aktien verkauft, um fällige Steuern zu begleichen. Der 28-Jährige behält mit seinen verbleibenden Anteilsscheinen aber weiterhin die Kontrolle über das 900 Millionen Mitglieder starke Netzwerk.

Facebook soll dieses Jahr Milliarden-Mitglieder-Grenze knacken

Es ist ungewöhnlich, dass der Firmenchef das eigene Börsendebüt schwänzt. Allerdings ist Facebook auch ein ungewöhnliches Unternehmen. Das macht ein Vergleich mit dem Suchmaschinenprimus Google deutlich, der bei seinem Börsengang 2004 einen neuen Rekord aufstellte. Damals wechselten Aktien für 1,7 Milliarden Dollar den Besitzer und Google kam auf eine Gesamtbewertung von 23 Milliarden Dollar. Heute sind es gut 200 Milliarden Dollar.

Der Börsengang des sozialen Netzwerks ist der Höhepunkt einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Mark Zuckerberg hatte Facebook zusammen mit Kommilitonen 2004 als digitales Jahrgangsbuch für Studenten auf die Beine gestellt. Schon im ersten Jahr zog das Netzwerk rund eine Million Nutzer an, noch in diesem Jahr soll die Milliardenmarke geknackt werden.

Die hohe Nutzerzahl macht Facebook für die Werbeindustrie interessant und erklärt die hohe Nachfrage der Investoren. Facebook ist allerdings eine Wette auf die Zukunft, denn noch sehen die Geschäftszahlen im Vergleich zu anderen Konzernen mau aus: Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei vergleichsweise schmalen 3,7 Milliarden Dollar und der Gewinn bei ein Milliarde Dollar.

Facebook könnte 18,4 Milliarden Dollar einsammeln

Zuletzt waren Zweifel aufgekommen, ob die Megamilliarden-Wette aufgeht. So will General Motors als einer der weltgrößten Werbetreibenden vorerst keine Anzeigen mehr auf Facebook schalten, weil die Nutzer dadurch kaum erreicht würden. Überdies nutzen immer mehr Menschen Facebook auf ihren Smartphones, wo kaum Werbung zu sehen ist und entsprechend die Einnahmen ausbleiben.

Diese Zweifel hielten die Investoren letztlich aber nicht davon ab, zuzugreifen. Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der Banken - könnte Facebook bei seinem Börsengang bis zu 18,4 Milliarden Dollar einsammeln.

Damit würde das Zuckerberg-Unternehmen an die beiden größten Börsengänge der US-Geschichte anschließen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 18,1 Milliarden Dollar. Weltweit waren lediglich die Börsengänge dreier chinesischer Finanzkonzerne noch größer.

Zuckerberg selbst hat 30 Millionen seiner Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Er besitzt aber noch einen Anteil im Gegenwert von gut 19,1 Milliarden Dollar. Auf der Liste der reichsten Menschen der Welt des Finanzdienstes Bloomberg taucht der 28-Jährige auf Platz 30 auf - damit liegt er auf Augenhöhe mit den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin und noch vor dem Stahlmagnaten Lakshmi Mittal.

Update 18.05.2012, 18:30 Uhr: Sauberer Börsenstart, aber kein Kursfeuerwerk

Facebook ist mit einem Kurssprung an der Börse gestartet. In New York kostete das Papier zum Handelsstart 42 Dollar. Die Aktie sprang damit zum Handelsstart um über zehn Prozent hoch. Die Aktie rutschte im weiteren Verlauf aber zeitweise wieder auf den Ausgabepreis von 38  ollar ab. Momentan pendelt der Börsenkurs genau zwischen diesen beiden Marken. Der Börsenwert des Unternehmens mit seinen 900 Millionen Mitgliedern erreicht damit sagenhafte rund 115 Milliarden Dollar. Das Internetunternehmen hatte die Aktien zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar pro Stück an Investoren verkauft.

Das Vermögen von Gründer Zuckerberg schwankt mit jeder Dollar-Marke beim Aktienkurs gleich um 500 Millionen Dollar. Zum ersten Kurs von 42 Dollar war der 28-Jährige am Freitag bereits 21,1 Milliarden Dollar schwer. Insgesamt nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer 16 Milliarden Dollar ein. Zuckerberg hat einen Teil seiner Aktien verkauft, aber nur, um fällige Steuern zu begleichen. Zuckerberg behält mit seinem verbleibenden Anteil die Kontrolle fest in der Hand.

Der Facebook-Börsengang überforderte übrigens die US-Technologiebörse Nasdaq. Der Handel mit Facebook-Aktien hätte eigentlich am Freitag um Punkt 11:00 Uhr New Yorker Zeit (17:00 Uhr deutscher Zeit) beginnen sollen, verzögerte sich aber immer weiter um zuletzt 20 Minuten. Erst mit einer halben Stunde Verzug gab es den ersten Kurs. In der schnelllebigen Börsenwelt ist eine halbe Stunde eine Ewigkeit. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hatten mehrere Händler Probleme, ihre Kauf- und Verkaufaufträge in letzter Minute zu ändern. Die Aktie der selbst börsengelisteten Nasdaq-Börse fiel angesichts der Panne, erholte sich später aber wieder.

"Der Facebook-Börsengang hat das Potenzial, entweder der gesamten Branche Auftrieb zu geben oder sie zu lähmen", sagt Christian Leybold, ein Partner beim Investor eVenture Capital Partners. Sein Geschäft ist es, in junge Internet-Firmen zu investieren - mit der Hoffnung auf einen späteren großen Gewinn bei Börsengang oder Verkauf. Eine Blase wie damals in den 90er Jahren sieht er nicht. "Man muss die Unternehmen eher als Einzelfälle betrachten."

"Mark Zuckerberg hat ein Unternehmen an die Nasdaq gebracht" besagte ein Status-Update des Facebook-Gründesr in seinem Online-Netzwerk, nachdem sein Unternehmen den bisher größten Internet-Börsengang gestemmt hatte. 258 Personen gefiel das binnen einer Stunde.

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