Anpassung

Facebook-Werbung: Nutzung von Bild & anderen Informationen

Anzeigen sollen nicht unbedingt mehr als solche erkennbar sein
Von Kaj-Sören Mossdorf mit Material von dpa
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Facebook will künfig zusätzliche Profildaten für Werbung nutzenFacebook will künfig zusätzliche Profildaten für Werbung nutzen Mehrere ameri­kanische Daten­schutz­gruppen haben die geplante Regel­änderung von Facebook kritisiert. Sie schrieben einen Brief an die US-Aufsichts­behörde FTC, berich­tete die Finanz­nachrich­tenagen­tur Bloomberg. Darin kritisierten sie, dass Facebook sich künftig die auto­matische Erlaubnis zu­sichern will, Profil­bilder der Nutzer in Werbe-Einträgen zu verwenden. Facebook dagegen verweist darauf, dass die Änderung nur die bestehende Werbe­praxis für die Nutzer verständ­licher machen soll.

Wie die Stiftung Warentest dagegen heute berichtet, hat sich das soziale Netzwerk in den USA gerade mit verschiedenen Daten­schutz­organisa­tionen auf einen 20 Millionen Euro teuren Vergleich geeinigt. Grund dafür war, dass Facebook die "Gefällt mir"-Angaben von Nutzern in Werbe­anzeigen verwendet hatte, ohne die Nutzer vorher um Erlaubnis zu bitten.

Facebook darf nun Profilinformationen für Werbezwecke nutzen

Bei den Änderungen geht es nun um die sogenannten "sponsored posts". Bei diesen Werbe-Einträgen auf Facebook könnte zum Beispiel ein Produkt mit dem Bild und Namen eines Facebook-Nutzers angepriesen werden. Ein anderer Nutzer sieht dann das Profilbild eines seiner Facebook-Kontakte gemeinsam mit der Botschaft eines Unternehmens, bei dessen Facebook-Auftritt der Freund auf "Gefällt mir" geklickt hat. Die Firmen bezahlen Facebook dafür, solche Updates in den Nachrichtenstrom der Nutzer zu platzieren.

In den neuen Nutzungsbedingungen heißt es nun: "Du erteilst uns deine Erlaubnis zur Nutzung deines Namens, Profilbilds, deiner Inhalte und Informationen im Zusammenhang mit kommerziellen, gesponserten oder verwandten Inhalten (z. B. eine Marke, die dir gefällt)". Das gelte auch für minderjährige Nutzer. Sie versichern der Richtlinie zufolge, dass ein Elternteil den Facebook-Regeln zugestimmt habe. Bei Facebook dürfen sich offiziell erst Jugendliche ab 13 anmelden. Außerdem schreibt Facebook, dass Werbung nicht immer als solche gekennzeichnet werden solle.

Laut Facebook ist die neue Regelung nur eine Klarstellung

Facebook zufolge dient die Änderung dazu, die bisherigen Regeln klarzustellen. "Wir haben unsere Werbepraktiken oder -politik nicht geändert - wir machen die Dinge nur deutlicher für die Menschen, die unseren Dienst nutzen", erklärte das Netzwerk. Die neue Erklärung solle deutlicher machen, welche Befugnisse Nutzer dem Netzwerk einräumen.

Allerdings gibt es für Facebook-Mitglieder in Deutschland eine Sonderregelung: In den deutschen Regeln wird ausdrücklich erwähnt, dass Mitglieder diese Funktion ausschalten können. Das geht in den Einstellungen zur Privatsphäre unter dem Bereich "Werbung".

Die Stiftung Warentest erhielt auf die Nachfrage, ob es diese Möglichkeit auch noch in Zukunft gäbe, nur eine verworrene Antwort: "Die Verdeutlichungen im Text ändern nicht die Art, wie wir Werbung für Nutzer zeigen. Die Menschen haben weiterhin die Einstellungs-Möglichkeiten festzulegen, mit wem sie Inhalte oder Informationen teilen wollen. Und an diese Einstellungen halten wir uns."

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