Facebook will Abstimmungen über Regel-Änderungen absetzen
22.11.2012 09:22
Beteiligung von 30 Prozent aller Mitglieder zur Verhinderung nötig
Von dpa /
 Facebook will Mitglieder-Abstimmungen abschaffen
Facebook will nach geringer Beteiligung die
Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen.
Stattdessen solle es unter anderem mehr Gelegenheiten geben, direkt
Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte
das weltgrößte Online-Netzwerk an.
Die vergangene Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung
und Datenschutz war in diesem Jahr zur Farce geraten. Die Beteiligung
lag mit 35 0000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent statt der erforderlichen
30 Prozent aller Mitglieder. Mit inzwischen mehr als einer Milliarde
aktiver Nutzer ist es
praktisch unmöglich geworden, die Marke von 30 Prozent zu erreichen.
Künftig soll es statt einer Abstimmung weitere Möglichkeiten für
Kommentare geben.
Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung
Die Facebook-Nutzer bekommen jetzt Zeit bis zum 28. November, die
Vorschläge zu kommentieren. Bisher lösen 7 000 Kommentare zu
Änderungsvorschlägen automatisch eine Abstimmung aus. Damit könnte es
diesmal eine Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung geben.
Allerdings dürfte es an ihrem Ausgang angesichts der hohen
Beteiligungs-Hürde kaum Zweifel geben. Nehmen an einer Abstimmung
weniger als 30 Prozent der Mitglieder teil, setzt Facebook nach der
bisherigen Regelung die Änderungen einfach in Kraft.
Das System wurde
2009 eingeführt, als Facebook
rund 200 Millionen Nutzer hatte.
Unter anderem deutsche Datenschützer hatten das Verfahren
angesichts der hohen Beteiligungshürde scharf kritisiert. Zudem
warfen sie Facebook vor, die Mitglieder nicht ausreichend über die
Abstimmung informiert zu haben. Diesmal bekommen alle Facebook-Nutzer
E-Mails, die über die geplanten Änderungen informieren. Das Online-Netzwerk Facebook, das
immer wieder von Datenschützern kritisiert wird, nannte die
Abstimmungen oft als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzer, die
Regeln mitzugestalten. Jetzt soll es unter anderem regelmäßige
Live-Schaltungen mit der für Datenschutz zuständigen Managerin Erin
Egan geben.
Zudem Erneuerung der Datenschutz-Einstellungen im eigenen Profil
Außerdem kündigte Facebook eine Erneuerung der
Datenschutz-Einstellungen an. So behält sich das Online-Netzwerk das
Recht vor, Daten mit Konzerntöchtern zu teilen - was angesichts von
Übernahmen wie etwa dem Kauf des Fotodienstes Instagram notwendig
wurde. Zudem streicht Facebook die Möglichkeit, den Kreis der
Nutzer einzuschränken, die einem E-Mail-Nachrichten schicken können.
Stattdessen soll es neue Filter geben. Auch wird jetzt klarer darauf
hingewiesen, dass andere unter Umständen weiterhin Informationen
sehen können, die man aus dem eigenen Profil entfernt hat.
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