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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 19.05.2013 |
EWE Tel im Interview: Wettbewerb bei VDSL Vectoring gefordert15.11.2012
12:43 Regionalanbieter kommentiert VDSL-Ausbaupläne der TelekomInhaltsverzeichnis:1. "Umsetzung von Telekom-Plänen wäre Schritt zur Remonopolisierung"2. EWE Tel fordert Wettbewerb beim Kvz-Ausbau ![]() Norbert Westfal, kaufmännischer Geschäftsführer der EWE Tel GmbH Die Ankündigung der Telekom, VDSL Vectoring in Deutschland einführen zu wollen, hat in den vergangenen Monaten für Wirbel gesorgt. Für die Kunden klingt die Ankündigung zunächst einmal positiv: Die Telekom will ihr VDSL-Netz ausbauen und gleichzeitig auf 100 MBit/s im Downstream beschleunigen. Doch wie so oft gibt es eine Kehrseite und prompt haben sich auch zahlreiche Mitbewerber der Telekom zu Wort gemeldet. Sie befürchten eine Remonopolisierung. teltarif.de hat stellvertretend mit einem der betroffenen Carrier gesprochen. EWE Tel betreibt ein großflächiges eigenes Netz im Nordwesten Deutschlands. Im Großraum Niedersachsen hat das Unternehmen zahlreiche Kabelverzweiger (Kvz) erschlossen. Das heißt, es wurde ein Glasfaser zu den Kabelverzweigern - den grauen Kästen am Straßenrand - gelegt um von dort aus VDSL anbieten zu können. Technisch sind die VDSL-Anschlüsse also in den Kästen geschaltet. Wenn nun die Telekom an genau diesen Kästen ebenfalls VDSL anbieten will, müsste sie den gleichen Aufwand betreiben. Technisch ist das heute kein Problem, wirtschaftlich sinnvoll ist es jedoch nicht, dass zwei Wettbewerber diesen Ausbau vornehmen. Bei Vectoring verhält sich das anders: Hier kann nur ein Netzbetreiber die letzte Meile VDSL Vectoring beschalten. Das hat mit der technischen Realisierung zu tun. Vectoring rechnet "Störgeräusche" aus der Leitung heraus, daher muss der Anbieter, der Vectoring betreibt, die Hoheit über diese Leitungen und den VDSL-Frequenzbereich behalten. Die Telekom hat daher angekündigt, die Kvz-TAL für die Nutzung von VDSL nutzen zu wollen - auch in Regionen, in denen kein VDSL angeboten werden soll. Für Anbieter wie EWE Tel wäre das ein herber Einschnitt. Verbot eines eigenen Ausbaus käme einer Remonopolisierung gleichDie Netzbetreiber stellen sich nicht generell gegen Vectoring. "Das Gute an Vectoring ist, dass man die Leistungsfähigkeit der letzten Meile noch mal erhöhen kann. Wir begrüßen Innovationen.", sagt Norbert Westfal, kaufmännischer Geschäftsführer bei EWE Tel, im Gespräch mit teltarif.de. "Wir können den Kunden mehr Leistung zur Verfügung stellen, Vectoring ist ein Vorteil für Kunden und Anbieter." Doch die Ankündigung der Telekom kritisiert er scharf. "Hier wird ein Ausbauversprechen der Telekom verknüpft mit dem Ausschalten des Wettbewerbs am Kvz." Man sei überrascht gewesen, dass die Telekom für 60 Prozent der Haushalte Vectoring ausbauen, aber den Wettbewerb zu 100 Prozent auf der Kvz-TAL ausschließen will - zumindest wenn es um VDSL geht. "Wir dürften hier technisch nicht mehr selbst aktiv sein, sondern nur noch Dienste der Telekom nutzen." EWE Tel habe den Internetausbau im ländlichen Bereich vorangetrieben und auch in nicht so attraktiven Gebieten jenseits der Städte investiert. Würde die Telekom ihre Pläne umsetzen, so würden die Kunden im Nordwesten Deutschlands sich abgehängt fühlen. Im ländlichen Bereich befürchtet man, dass die Telekom den Fokus auf die (Groß-)städte und den Kampf gegen das Kabelnetz legt und dabei schnelle DSL-Anschlüsse von Mitbewerbern in ländlichen Regionen blockiert. Bestehende Leitungen könnten bei geändertem Regulierungsrahmen gekündigt werdenEine einfache Abschaltung von Mitbewerbern wie EWE Tel sei ohne Rechtsgrundlage nicht möglich. EWE Tel verweist hier auf über 2 000 eigene Gehäuse mit Technik, die aufgebaut wurden. Allerdings sei theoretisch möglich, dass die Kvz-TAL gekündigt wird, wenn sich der regulatorische Rahmen ändert. Aktuell gibt es jedoch einen regulatorischen Schutz vor der Kündigung. Kunden und Anbieter müssten darauf dringen, dass es hier keine Änderung diesbezüglich gebe, so EWE Tel. Die BNetzA habe Anspruch auf Zugang in der Regulierungsverfügung festgelegt, das müsste zunächst einmal zurückgenommen werden. "Im bestehenden Regulierungsregime wäre eine Kündigung oder ein Nicht-Anbieten der Kvz-TAL der Telekom gar nicht möglich. Wir haben einen stabilen Regulierungsrahmen und gehen davon aus, dass das auch so bleibt", hofft Andrea Weißenfels, zuständig für Regulierungsfragen bei EWE Tel. Welche Lösungsansätze der Alternativanbieter für das Vectoring-Problem sieht und warum er vor den Versprechen der Telekom warnt, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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