Frequenzverkauf

Großbritannien: Frequenzstreitigkeiten verzögern LTE

Immer noch kein LTE-Mobilfunknetz in Großbritannien
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Everything Everywhere verkauft einen Teil seiner Frequenzen und hofft, bald ein 4G-Mobilfunknetz in Betrieb nehmen zu können.Everything Everywhere verkauft einen Teil seiner Frequenzen und hofft, bald ein 4G-Mobilfunknetz in Betrieb nehmen zu können. Wie die Financial Times Deutschland unter Berufung auf die Financial Times berichtet, bereitet der britische Mobilfunkbetreiber Everything Everywhere den Verkauf eines Teils seiner Funkfrequenzen vor. Nach diesen Informationen handelt es sich um etwa ein Viertel seiner Frequenzblöcke im 1 800-MHz-Bereich. Der Wert der Frequenzen wird den Zeitungsinformationen zufolge auf etwa 400 Millionen Pfund (etwa 485 Millionen Euro) geschätzt.

Der Netzbetreiber Everything Everywhere ist durch die Fusion von Orange und T-Mobile UK im Jahr 2010 entstanden. Der Verkauf eines Teils seiner Frequenzen war Bestandteil der kartellrechtlichen Genehmigung der Fusion, da beide Netzbetreiber zusammen zum Marktführer mit damals 28,4 Millionen Kunden und 37 Prozent Marktanteil (Stand Ende 2008) in Großbritannien wurden. Mittlerweile hat Everything Everywhere einen Marktanteil von rund 40 Prozent.

Gegenüber der Financial Times sagte Everything-Everywhere-Chef Olaf Swantee, dass der Käufer jedoch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörde benötige und daher deutlich machen müsse, für Konkurrenz sorgen zu können.

Großbritannien hinkt in Sachen LTE hinterher

Die Markteinführung der LTE-Technik in Großbritannien steht zur Zeit noch aus. Bislang wurden erst in Cornwall Versuche im 800-MHz-Frequenzband unternommen. Noch im April will Everything Everywhere in Bristol den Testbetrieb eines LTE-Mobilfunknetzes im Frequenzband von 1 800 MHz starten.

Everything Everywhere hatte vorläufig die Genehmigung der britischen Regulierungsbehörde Ofcom erhalten, im 1800-MHz-Frequenzspektrum ein LTE-Netz zu betreiben, obwohl dieser Frequenzbereich normalerweise für GSM-Mobilfunknetze genutzt wird. Die Konkurrenz-Anbieter, namentlich Vodafone, o2 und Three, haben mittlerweile jedoch erreicht, dass die Genehmigung zurückgezogen wurde. Wie das Online-Magazin The Verge berichtet, will die Ofcom nun den Konkurrenten bis zum 8. Mai Zeit geben, Stellungnahmen einzureichen. Die Netzbetreiber befürchten, dass Everything Everywhere durch die Genehmigung einen deutlichen Vorteil erhalte.

Damit ist nicht zu erwarten, dass britische Betreiber den Kundenbetrieb mit LTE schnell aufnehmen können, da die Vergabe der LTE-Frequenzen frühestens Ende 2012 stattfinden können. Möglicherweise verzögert sich jedoch auch dieser Termin, da nicht abzusehen ist, ob das Vergabeverfahren von einem der Netzbetreiber juristisch angefochten wird.

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