Gegen Internet-Kriminalität

Gegen Internet-Kriminalität: Europäischer Polizeikongress gestartet

In Berlin treffen sich Polizei- und Sicherheitsexperten aus 60 Nationen
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Gegen Internet-Kriminalität: Europäischer Polizeikongress gestartetEuropäischer Polizeikongress startet in Berlin Polizei- und Sicherheits­experten aus 60 Nationen beraten heute in Berlin über den Kampf gegen Kriminelle im Internet. Mehr als 1 000 Vertreter von Sicherheits­behörden, Polizei und Politik kommen zum zweitägigen Europäischen Polizei­kongress am Alexanderplatz zusammen. Als Redner werden unter anderem Experten der internationalen Polizei­organisa­tionen Interpol und Europol erwartet, außerdem Verfassungs­schutz­präsident Hans-Georg Maaßen.

Ein linkes Bündnis kündigte Proteste am Rande der Tagung an. Zwei kleinere Demon­strationen am Alexander­platz sind angemeldet. Die Berliner Polizei rechnet aber nicht mit Gewalt­tätig­keiten.

Am Samstag­abend war es bei einer Demonstration von etwa 650 Menschen aus linken und links­extremen Gruppen gegen den Kongress zu Ausschrei­tungen gekommen. Demonstranten warfen Flaschen und Steine auf Polizisten und zerstörten Fenster­scheiben und Bushalte­stellen. Mindestens ein Auto wurde angezündet. Knapp 1 200 Polizisten waren im Einsatz.

Internet-Kriminalität: Jeden Tag eine Million Opfer weltweit

Fachleute beklagen eine wachsende Gefahr durch Krimi­nalität im Internet. Nach Angaben der EU werden weltweit jeden Tag eine Million Menschen Opfer von Internet-Kriminalität. Der Schaden beläuft sich demnach pro Jahr auf rund 290 Milliarden Euro. Die Delikte reichen von gehackten Banküber­weisungen über Datenklau und digitale Erpressung bis zur bandenmäßigen Verbreitung von Kinder­pornos.

In Deutschland stagnierten die Fall­zahlen zuletzt. 2011 gab es rund 60 000 Fälle von Cyberkriminalität, wie aus dem jüngsten Lagebild des Bundes­kriminal­amts (BKA) hervorgeht. Der verursachte Schaden sei allerdings gewachsen, die Dunkel­ziffer sei sehr hoch und die Täter agierten immer professio­neller. Einen Grund zur Entwarnung gebe es deshalb nicht, warnen BKA-Experten.

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