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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
Hintergrund: Euro-ISDN gestern und heute08.05.2011
11:38 ISDN ist die Grundlage aller digitalen Netze![]() Xircom Realport Im Mai 1994, genau vor 17 Jahren, bot die damalige Deutsche Bundespost als Vorgänger der Telekom, erstmals Euro-ISDN-Anschlüsse in Deutschland an. Dieser Geburtstag soll Anlass zu einem historischen Rückblick auf eine Technik sein, die damals das Telefonnetz revolutionierte und heute für viele private Telefonteilnehmer und Internet-Nutzer nicht mehr interessant zu sein scheint. ISDN-MerkmaleISDN steht für Integrated Services Digital Network. Hier hat man als Benutzer zwei sogenannte B-Kanäle zur Verfügung, über die unabhängig voneinander telefoniert oder Daten mit 64 kBit/s übertragen werden können. Ein dritter Kanal, der sogenannte D-Kanal, ist als Steuerkanal mit 16 kBit/s ausgelegt. Er dient zur Übertragung aller Steuerinformationen bei der Verbindung zweier ISDN-Geräte. Beispielsweise wird die Teilnehmernummer oder die Dienstekennung über den D-Kanal übermittelt. Über diese Dienstekennungen kann ein ISDN-Gerät wie etwa eine Telefonanlage erkennen, ob es sich bei einem eingehenden Anruf um einen Sprachanruf, ein Fax oder eine Datenübertragung handelt und dementsprechend darauf reagieren. Durch die Digitalisierung bringt ISDN nicht nur neue Dienstmerkmale und eine leicht höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit gegenüber analogen Modems mit, sondern auch eine merkliche Verbesserung der Sprachqualität beim Telefonieren. Euro-ISDN und nationales ISDNDie ISDN-Geschichte geht bis in das Jahr 1979 zurück, als die Deutsche Bundespost beschloss, ihr Telefonnetz zu digitalisieren - Datennetze standen damals in den ersten Anfängen, vom Internet sprach noch niemand. 1982 entschied man sich für die vom CCITT (die Vorgängerorganisation der internationalen Fernmeldeunion ITU) empfohlene ISDN-Technik. Da es noch kein einheitliches Übertragungsprotokoll gab, entwickelte die Deutsche Bundespost den Standard 1TR6. Dieser wurde ab 1989 für alle kommerziellen ISDN-Anschlüsse verwendet, nachdem im Jahr 1987 bereits zwei Pilotversuche in Mannheim und Stuttgart erfolgreich liefen. Andere Länder entwickelten ebenfalls ISDN, jedoch war mangels eines einheitlichen Standards keine internationale Datenübertragung möglich. Im Jahr 1989 sprachen sich 26 Netzbetreiber aus 20 europäischen Ländern für einen ISDN-Standard aus. Im Dezember 1993 wurde dann das DSS1-Protokoll, das auch als Euro-ISDN bekannt ist, offiziell eingeführt. Dies führte zu einer im Vergleich zur langwierigen Vorgeschichte rasanten Weiterentwicklung des ISDN-Netzes. Das nationale ISDN-Protokoll 1TR6 verschwand kurz danach weitgehend. Nur auf speziellen Wunsch stellte die Telekom noch bis Ende 2006 1TR6-Anschlüsse zur Verfügung. Die meisten ISDN-Endgeräte, Telefonanlagen und auch PC-Komponenten lassen sich noch heute zwischen beiden Protokollen umschalten. Telefonnummern bei ISDNDer einzige für den Anwender sichtbare Unterschied zwischen den ISDN-Standards ist die Verwendung der Rufnummern. Bei einem 1TR6-Anschluss bekam man einen neuen Rufnummernblock mit zehn aufeinanderfolgenden Nummern. Die letzte Ziffer, die sogenannte Endgeräteauswahlziffer (EAZ) konnte einzelnen Telefonen, Faxgeräten oder Computern zugewiesen werden. Ein weiterer Vorteil des nationalen ISDN war die sogenannte 'vorbestellte Dauerwählverbindung', eine Art Standleitung zu einem bestimmten Gesprächspartner, die pauschal abgerechnet wurde. Flatrate-Tarife zum Telefonieren wie man sie heute kennt, gab es in den Anfangszeiten von ISDN noch nicht.
ISDN anschließenISDN-Leitungen verliefen in der Anfangszeit bei der Telekom über eigene Vermittlungsstellen, benutzten aber schon immer zwischen Vermittlungsstelle und Hausanschluss die vorhandenen Leitungen, so dass beim Umstieg auf ISDN keine Bauarbeiten erforderlich sind. Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre arbeiten alle Telekom-Vermittlungsstellen voll digital und ISDN ist seitdem auch flächendeckend an jedem Festnetzanschluss verfügbar.
ISDN-AnschlussartenBei einem ISDN-Anschluss unterscheidet man zwischen einem Mehrgeräteanschluss, bei dem die Endgeräte direkt am S0-Bus angeschlossen werden, was die am meisten verbreitete Variante darstellt, und einem Anlagenanschluss, an dem eine Telefonanlage hängt, die die weitere Verteilung übernimmt. Am S0-Bus können nur digitale ISDN-Telefone angeschlossen werden, für analoge Geräte ist ein Analog/Digitalwandler erforderlich. Da damals für ISDN neue Telefone oder Zusatzhardware erforderlich waren, bekam man bis Mitte 1996 für die Umstellung eines analogen Telefonanschlusses auf ISDN einen Zuschuss von bis zu 300 DM für den Kauf neuer Endgeräte. Ein Anlagenanschluss wurde sogar mit 700 DM gefördert. Heute liefern einige Netzbetreiber wie beispielsweise Vodafone (Arcor) und Telefónica Germany bei den Alice-Produkten anstelle des NTBA Kombigeräte aus, die neben dem NTBA auch den Splitter für das DSL-Signal und einen DSL-Router in einer Box enthalten. Auf der zweiten Seite unseres Hintergrundartikels zu ISDN erfahren Sie, wie ISDN mit dem PC genutzt werden kann, welche Hardware und Software dazu erforderlich ist.
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