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EU-Minister segnen neue Preisgrenzen für Handy-Roaming ab (Update)

Weitere Preissenkungen für Verbraucher werden ab 2014 folgen
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EU-Minister segnen neue Preisgrenzen für Handy-Roaming abEU-Minister segnen neue Preisgrenzen für Handy-Roaming ab Nach dem Europaparlament haben auch die EU-Minister neue Gebührensätze für das Telefonieren im Ausland gebilligt. Vom 1. Juli an werden Handygespräche im EU-Ausland erneut günstiger. Der EU-Ministerrat beschloss in Brüssel die Verordnung, die Preisgrenzen für Telefonate, SMS und das Internet-Surfen von unterwegs im EU-Ausland vorschreibt. Erstmals können sich Verbraucher auch über eine Kostenbremse für das mobile Surfen im Internet freuen. Da es sich um eine europäische Verordnung handelt, ist sie direkt in allen Mitgliedsstaaten gültig.

Wer ab Juli im Ausland ist und mit seinem Handy telefoniert, muss höchstens 29 statt bisher 35 Cent je Minute dafür zahlen. Für einen angenommenen Anruf darf der Telefonanbieter maximal acht statt elf Cent berechnen. Eine SMS darf höchstens neun statt elf Cent kosten, die Obergrenze für Datenverbindungen soll 70 Cent pro MB betragen. Hinzu kommt jeweils die Mehrwertsteuer: Für deutsche Kunden würde das Telefonieren dann 35 Cent pro Minute inklusive Steuer kosten und eine SMS maximal elf Cent. Bis 2014 werden die grenzüberschreitenden Mobilfunkgebühren weiter sinken, und zwar auf 19 Cent pro Minute für Anrufe, 6 Cent pro SMS und 20 Cent pro MB. Zudem werden Kunden in Zukunft auch die Möglichkeit haben, günstige Anbieter speziell für Roaming zu nutzen. Außerhalb der EU werden Nutzer in Zukunft gewarnt, wenn sie mehr als 50 Euro für die Internetnutzung bezahlen.

Erste Stellungnahme: Bürgerinitiative für Faires Roaming begrüßt Entscheidung

Die Bürgerinitiative gegen unfaire Roaming-Gebühren in Europa, Europeans for Fair Roaming, begrüßte diese Entscheidung. Die neue Verordnung sei ein großer Erfolg für die eigene Arbeit. Seit zwei Jahren habe man eine weitere Senkung der Roaming-Gebühren gefordert. Die Kampagne soll inzwischen die Unterstützung von 20 Verbänden, 14 Europaabgeordneten und insgesamt 150 000 Personen, die alle eine Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa fordern, bekommen haben.

Nach der Abstimmung sagte Bengt Beier, Koordinator der Kampagne: "Das bedeutet, dass die neue EU-Regelung für Roaming jetzt am 1. Juli in Kraft treten wird, gerade rechtzeitig zum Sommerurlaub. Wir freuen uns, dass die Regierungen die neue Verordnung angenommen haben, so wie schon das Parlament am 10. Mai. Die neuen Regeln sind ein Schritt vorwärts für den Verbraucherschutz. Aber es wird noch weitere zwei Jahre dauern, bis wir wissen werden, ob die Preise wirklich stärker fallen. Die EU sollte sich nun den anderen Problemen der mobilen Nutzer annehmen: die hohen Kosten für weltweites Roaming und für Anrufe aus dem Heimatland in andere Länder. Diese zwei Dinge sind nämlich nicht Bestandteil der Roaming-Verordnung."

Update 30. Mai, 15:25 Uhr: Deutsche Verbraucherzentralen sind nicht zufrieden

Die Handynutzung in anderen EU-Ländern ist nach Ansicht der Verbraucherzentralen noch immer zu teuer. "Das ist das Profit-Center der Anbieter, den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. "Ich glaube, die Telekommunikationsbranche muss lernen, dass wir in einem Binnenmarkt leben." Dem obersten Verbraucherschützer in Deutschland reichen die jetzigen Preisobergrenzen nicht. Er forderte die Kommission in Brüssel dazu auf, an den Kosten weiter zu drehen - vor allem für das Surfen im Internet. "Was reinhaut, sind die Datentransporte", sagte Billen. "Insofern muss die EU-Kommission nachlegen." Der aktuelle Preis ist aus seiner Sicht nicht gerechtfertigt: "Es gibt jedenfalls keine technischen Begründungen."

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