Breitband-Ausbau

EU-Kommission will bei schnellen Internetleitungen Geld sparen

Neelie Kroes will kein Geld für etwas ausgeben, was schon da ist
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EU-Kommission will sparenEU-Kommission will sparen Die EU-Kommission will den Ausbau von schnellen Internet­leitungen vereinfachen. Um Europas Haushalte günstiger und unbüro­kratischer an sogenannte Breitband­netze anzu­schließen, könnten zum Beispiel bestehende Rohre für Energiekabel genutzt werden, schlug die Brüsseler Behörde vor. Die Eigentümer von leeren Leitungs­rohren, Schächten und Masten sollen verpflichtet werden, ihre Infrastruktur an Breitband­anbieter zu vermieten.

"Wir verlieren derzeit Milliarden Euro bei der Planung von Breitband­netzen", kritisierte EU-Digital­kommissarin Neelie Kroes. "Warum sollen wir Geld für etwas ausgeben, was schon da ist?" Teure und lästige Baustellen könnten vermieden werden. Nach Berechnungen der EU-Kommission entstehen 80 Prozent der Kosten beim Breitband-Ausbau durch Bauarbeiten, etwa aufgerissene Straßen.

Europaparlament und die EU-Länder müssen den Vorschlägen zustimmen

Kroes will die Staaten verpflichten, Pläne der bereits bestehenden Infrastruktur etwa für Strom anzulegen. Wenn die Telekommunikations-Unternehmen wüssten, wo es schon Rohre gibt, müssten keine unnötigen Leitungen verlegt werden. Zudem sollen sich die beteiligten Firmen künftig besser untereinander absprechen. Um unnötige Bürokratie und lange Wartezeiten zu vermeiden, könnte bald eine zentrale Behörde entscheiden, ob bestimmte Masten oder Antennen für den Netzausbau genutzt werden dürfen.

Durch die Vorschriften könnten nach Berechnungen der EU-Kommission bis zu 60 Milliarden Euro Ausbau-Kosten bis zum Jahr 2020 wegfallen. Die Brüsseler Behörde orientiert sich bei ihren Plänen an Verfahren, die in vielen europäischen Ländern - darunter auch Deutschland - bereits angewandt werden. Das Europaparlament und die EU-Länder müssen den Vorschlägen zustimmen.

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