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Standard für programmierbare eSIM im März?

Die programmiere eSIM ist für viele Verbraucher und Hersteller noch ein Traum, doch die Standardisierung könnte bald abgeschlossen sein. Auf dem MWC wird die GSMA unterdessen konkrete Anwendungsbeispiele zeigen.
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GSMA Innovation City auf dem MWC
GSMA Innovation City auf dem MWC
Die programmierbare SIM-Karte, auch eSIM genannt, könnte nicht nur vielen mobilen Anwendungen den Durchbruch bringen, sondern Mobilfunkkunden mehr tarifliche Flexibilität bescheren. Über erste technische Ansätze, wie beispielsweise aufklebbare Roaming-SIMs, hat teltarif.de regelmäßig berichtet. Per App könnten Nutzer im Ausland auf die eSIM den Prepaid-Tarif eines örtlichen Netzbetreibers herunterladen, statt mühsam eine SIM-Karte des Providers im Reiseland zu erwerben.

Was allerdings immer noch fehlt, ist ein branchenübergreifender Standard für die eSIM, der von Herstellern und Netzbetreibern flächendeckend unterstützt wird. Die GSMA hatte Anfang März 2015 eine Initiative gestartet, um einen industrieweiten Standard für eine eSIM in Consumer-Geräten zu entwickeln. Laut einem Bericht von heise soll die Standardisierung im kommenden März abgeschlossen sein.

Vorteile für den Kunden und die Industrie

Bis der Standard dann allerdings in Smartphones und Tablets von Verbrauchern ankommt, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Viele Mobilfunk-Nutzer werden ihre bisherigen SIM-Karten wohl auch erst dann aus der Hand geben, wenn sie von der Funktionsfähigkeit des eSIM-Systems überzeugt sind.

Ein großer Vorteil der eSIM wird der schnelle Vertragswechsel sein. Wer mit seinem Tarif unzufrieden ist, könnte entweder schnell einen neuen Tarif des bisherige Providers auf die eSIM laden oder den Tarif eines konkurrierenden Providers. Das System könnte gegebenenfalls dazu führen, dass Netzbetreiber und Provider flexiblere Vertragslaufzeiten anbieten, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Einer der ersten und wichtigsten Anwendungsgebiete der eSIM ist und bleibt aber M2M - die Kommunikation zwischen Maschinen. Was hierbei möglich ist, haben wir in unserem Test auf dem MWC 2015 gezeigt. Wie die technische Infrastruktur hinter der eSIM funktioniert, hat die Telekom Mitte November in einem Hintergrundgespräch erläutert.

Doch auch Gerätehersteller freuen sich auf die eSIM: Dadurch, dass das Modul fest ins Smartphone eingebaut ist, entfällt der Platz für den bisherige SIM-Karten-Slot und die Metallkontakte. Das ist insbesondere bei kleinen Geräten wie Smartwatches sinnvoll. Auch outdoor-geeignete Geräte wie wasserdichte Smartphones hätten dann eine potenziell undichte Öffnung weniger.

Neue Anwendungsfälle auf dem MWC zu sehen

Unterdessen bemüht sich die GSMA, die Vorteile fest verbauter und programmierbarer eSIMs weiterhin der Industrie und den Kunden schmackhaft zu machen. Dazu wird auch die GSMA Innovation City vom 22. bis 25. Februar während des Mobile World Congress in Barcelona dienen.

Auf 2000 Quadratmeter Fläche wird die Ausstellung neue Anwendungsbeispiele für die eSIM zeigen. Außer dem vernetzten Auto werden dort Beispiele für vernetzte Fahrräder gezeigt. Eine landwirtschaftliche Themenausstellung wird zeigen, wie Landwirte die Bewegung ihrer Viehherden nachverfolgen oder das Getreidewachstum überwachen können. Ein bereits bekannter Anwendungsfall ist die weltweite Nachverfolgung von Waren und Gütern - zusätzlich könnte dies auch bei Reisegepäck angewandt werden.

Die GSMA Innovation City wird sich auf dem MWC in Halle 3, Stand 3A11 und 3A31 befinden.

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