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G&D: eSIM 1. Generation sorgt für dauerhaften SIM-Lock

Giesecke & Devrient erläutert, wie Kunden ihre Verträge künftig mit der eSIM auf beliebige Geräte aufschalten können. Der Hersteller berichtet aber auch von einem Nachteil der eSIM der ersten Generation.
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Vodafone startet im März als erster deutscher Anbieter mit der eSIMVodafone startet im März als erster deutscher Anbieter mit der eSIM Wie berichtet gehen Vodafone und o2 in wenigen Wochen mit dem ersten eSIM-Produkt in Deutschland an den Start. Beide Mobilfunk-Netzbetreiber verkaufen ihren Kunden die Samsung Gear S2 classic 3G, eine Smartwatch, die auch unabhängig von einem Smartphone mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, so dass die Nutzer mit der Handy-Uhr telefonieren und Datendienste nutzen können.

Samsung Gear S2 3G

Das Gadget ist so klein, dass der Hersteller anstelle der Möglichkeit, beispielsweise eine Nano-SIM einzusetzen, auf die eSIM gesetzt hat. Die Chips werden dabei von Giesecke & Devrient geliefert. Dabei führt der eSIM-Produzent das Produkt auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona in Kooperation mit Telefónica vor. Dabei zeigt G&D auch, wie das Prinzip der eSIM funktioniert.

Der Käufer verbindet die Smartwatch über die Bluetooth-Schnittstelle mit seinem Handy und scannt anschließend einen QR-Code. Das Endgerät wird dann dem hierfür abgeschlossenen Mobilfunkvertrag hinzugefügt und die Verbindung mit dem Handynetz wird hergestellt. Basis dafür ist AirOn von G&D: Diese eSIM-Management-Lösung ermöglicht es, die in der Smartwatch integrierte eSIM Over the Air zu konfigurieren.

AirOn: Geräte beliebig Verträgen und Tarifen zuweisen

Kunden sollen mir AirOn die Möglichkeit haben, vom Smartphone aus Geräte zu ihren Verträgen hinzuzufügen oder wieder zu entfernen. Dabei ist offenbar auch eine Art MultiSIM-Nutzung vorgesehen. Abzuwarten bleibt jedoch, inwieweit die Netzbetreiber und Provider dieses Feature unterstützen. Zumindest zum Verkaufsstart der Samsung Gear S2 classic 3G wollen Vodafone und o2 den Kunden nämlich neue Verträge verkaufen anstatt es den Nutzern zu gestatten, die Datendienste des bestehenden Tarifs mitzunutzen.

Im Rahmen einer Vorführung auf dem MWC räumte G&D ein, dass es bei den allerersten eSIM-Modulen noch zu dem Problem kommt, dass die fest in der Smartwatch verbaute SIM-Karte dauerhaft an den Netzbetreiber gekoppelt ist, mit dem sie zuerst verknüpft wurde. Dieses Problem soll in Zukunft nicht mehr auftreten. Die eSIM lässt sich den Angaben zufolge dann beliebig oft auf unterschiedliche Netzbetreiber, Provider oder Discounter umprogrammieren. Auch das Abspeichern verschiedener Profile sei möglich. Dabei sei aber immer nur einer der gespeicherten Verträge aktiv.

G&D: Die herkömmliche SIM stirbt vorerst nicht aus

G&D rechnet damit, dass es trotz der nun bevorstehenden Einführung der eSIM noch für viele Jahre auch herkömmliche Betreiberkarten geben wird. Deren Zahl werde eher sogar noch zunehmen als zurückgehen. Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit beispielsweise Smartphone- und Tablet-Hersteller ihre Produkte in Zukunft noch mit herkömmlichen SIM-Karten-Slots ausstatten. Würde Apple das iPhone 8 oder Samsung das Galaxy S9 nur noch mit fest verbauter Betreiberkarte ausliefern, so wäre das gleichbedeutend damit, dass potenzielle Käufer auf die neue Technik umsteigen müssen. In einer weiteren Meldung sind wie bereits darauf eingegangen, welche Nachteile dies für den Kunden mit sich bringen kann.

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