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Ausgepackt: Mit dem UMTS Mini LG X120-G in die Sonne

Von
AAA

Wer auf dicke Hose machen will, der setzt auf fette Marken wie Samsung, Sony oder eben LG. In der Sphäre der Mini-Notebooks will Hersteller LG mit seinem X120 Netbook ein stylisches Highlight in 10,1-Zoll auflegen. Dies hat der Hersteller auch bitter nötig. LGs erstes Netbook und Vorgänger des X120, das X110, enttäuschte die Redaktionen sowie die Käufer durch eine laut klackernde und nachgebende Tastatur. Auch die geringe Akkulaufzeit von rund 100 Minuten riss keine potentiellen Käufer vom Hocker. Die helle und kontraststarke Anzeige des Vorgängers konnte jedoch überzeugen. Jetzt will LG die guten Traditionen fortsetzen und die Mankos beseitigen. Also nichts wie ran dachten wir uns und schnapptens uns eines der ersten in Deutschland verfügbaren X120 Minis mit 3G-Modul. Bei strahlendem Sonnenschein öffnen wir die jungfräuliche Verpackung. Werden Design-Puristen Spaß an der Optik haben? Bietet die Anzeige eine ebenso gute Helligkeit wie der Vorgänger X110? Sitzen die Eingaben fest? Wir werden diese Fragen in einem ersten Eindruck in Wort und Bild schildern.

Datenblätter

LG X120-G in Verpackung Für 50 Euro finden Online-Junkies derzeit den LG 10-Zoller X120 in den Base oder E-Plus Shops. Wer auf einen Internet-Knebelvertrag verzichten will oder schon einen besitzt, der muss stolze 470 Euro für das weiße Schmuckkästchen auf den Tisch legen. Allerdings finden wir das X120-G derzeit nur bei einem einzigen Handy-Shop. Damit ihr bei der in Kürze zu erwartenden massenhaften Verfügbarkeit bereit seid, werfen wir von Netbux.de einen ersten Blick auf das X120-G.

Datenblatt LG X120 G.C7VPG

  • Prozessor: Intel Atom N270 1,6 GHz
  • Display: 10,1-Zoll WSVGA Glare LED TFT
  • Auflösung: 1.024 x 600 Pixel
  • RAM: 1.024 MB
  • Festplatte: 160 GB Western Digital, kein optisches Laufwerk
  • Grafik: Intel GMA950 (IGP) Shared Memory
  • Schnittstellen: 3x USB, Fast Ethernet, WLAN 802.11 b/g, Bluetooth, SD-Card-/MMC-Slot
  • Mobiles Internet: UMTS / HSDPA / HSUPA Modul von Ericsson
  • Webcam: 1,3 Megapixel
  • Betriebssystem: Windows XP Home
  • Akku: Li-Ionen, 4300 mAh
  • Preis: kaum in Shops gelistet, zirka 470 Euro ohne UMTS-Vertrag
LG X120-G aus dem Karton

In einer grauen Hülle aus Stoff empfangen wir das X120. Den Akku hat LG für den Transport separat verpackt. Neben dem Akku enthält der Karton die XP-Treiber, ein Handbuch und das Netzteil. Schade, eine Tasche ist nicht an Bord. Im Karton findet sich jedoch ein Platzhalter dafür. Ein Putztuch, wie es zum Beispiel Asus seinen Eee PCs beilegt, können wir nicht entdecken. Beim Netzteil hatte LG keinen Sinn fürs Detail: Es ist zwar schön klein, doch leider unpassend zum weißen Mini in Schwarz.

Zubehör LG X120-G

Die Optik gefällt der Redaktion - trotz der fettigen Schmierereien auf der Handballenauflage. Ein Schmierfilm entsteht nämlich schnell, wenn unsere Hände die glänzende Fläche rund um die Tasten berühren. Zum Glück zieht sich der Hochglanz-Look nicht über das komplette Gerät. Den Deckeln hat LG sanft gummiert. Fingerabdrücke haben auf dieser Fläche keine Chance. Kleine Nettigkeit: Das LG-Logo befindet sich unter der Gummierung und scheint durch selbige hindurch. Der schwarze, leicht glänzende Streifen rund um das TFT-Panel vergrößert die 10,1-Zoll Anzeige optisch.

Details des LG X120-G
Ansicht von Oben
Power Button am LG X120-G
Rückseite des LG X120-G

Der Akku besitzt eine Kapazität von 4.300 mAh. Wir können diesen mit beiden Händen leicht entnehmen. Der Akku hebt das LG X120 um einen knappen halben Zentimeter an. Wenn wir selbigen entnehmen steht das X120 nur noch auf zwei winzigen Plastik-Füßchen.

Akku des LG X120-G
LG X120-G Akku entnommen

Die Unterseite des X120 zeigt uns eine Klappe, hinter der sich ein RAM-Schacht verbirgt. Weitere Komponenten können Besitzer des Minis also nur mit größeren Umständen austauschen. Hier wären Bastler gefragt, die den Mini komplett auseinanderschrauben.

Unterseite des LG X120-G

Unter dem Akku finden wir den Schacht für die Sim-Card. Dieser Schacht ist nicht nur bloße Attrappe. Nein, das LG X120 in der Version G.C7VPG besitzt tatsächlich ein HSDPA-Modul für den Web-Zugang per Mobilfunk-Netz. Die Vodafone "Mobile Connect"-Software ist für diesen Zweck vorinstalliert.

UMTS-Modul im LG X120-G

Die Schnittstellen des 10,1-Zollers sind Netbook typisch sehr knapp bemessen. Fast schon ein Highlight ist deshalb der USB-Smart-Link auf der rechten Seite. Mit dem mitgelieferten Mini-USB zu Normal-USB Kabel können wir das Netbook mit unserem Desktop-PC verbinden. Jetzt wird der Mini als externe Festplatte erkannt. Nutzer können sich also den Transfer-Schritt auf den USB-Stick sparen und direkt auf die Festplatte im Mini kopieren.

LG X120-G Anschlüsse

Die Tastatur hat nichts zu verschenken. Erst recht keinen Platz rechts und links von ihr. Die einzelnen Tasten haben deshalb keine besonders große Fläche, sie leisten sich aber zwei Millimeter Abstand. Beim Schreiben erleben wir eine sichere Fingerführung. Der Abstand sorgt dafür, dass falsche Tasten nur selten getroffen werden. Das Tastenfeld selbst gibt an keiner Stelle nach. Die Redaktion erlebt eine robuste Eingabe, die zudem sehr leise ist. Der Anschlag ist nach unserem Geschmack eine ideale Mischung zwischen Weich und Hart. Der Druckpunkt bei ausreichendem Abwärtshub ist deutlich und angenehm. Kurz: LG hat seinen Hausaufgaben gemacht und die mangelhafte Tastatur des Vorgängers X110 gehört somit der Geschichte an. Wer einen Mini zum Mitschreiben in der Vorlesung sucht, der sollte das X120 in die engere Wahl ziehen.

Tastatur des LG X120-G

Das Touchpad und die dazugehörigen Tasten bieten uns eine matte Plastik-Oberfläche an. Auf dieser reiben unsere Finger zwar etwas stark, jedoch führen wir den Cursor genau über den Desktop. Leider enttäuschen uns die Tasten des Pads und die Redaktion kann nicht den Award für die beste Mini-Eingabe vergeben. Die Touchpad-Tasten haben einen äußerst geringen Hub, was wir bei dauerhafter Nutzung unangenehm empfinden.

Touchpad des LG X120-G

Wie viele andere Hersteller von Netbooks kauft auch LG nicht entspiegelte TFT-Panels. Diese sind der Produktion günstiger, weil ein Arbeitsschritt ausgelassen werden kann. Trotz der Reflektionen kann sich die Redaktion nicht beschweren. Bei voller Helligkeit können wir die Anzeige ganz gut ablesen. Den störenden Spiegelungen können wir entgehen, wenn wir uns mit dem X120 in den Schatten begeben.

Panel des LG X120-G unter Sonnenlicht

Eine Neuerung wollen wir noch erwähnen. Die Smart-On-Taste öffnet das Mini-Betriebssystem Splashtop. Dieses liegt separat auf dem Mainboard. Windows muss nicht geladen werden. Der Splashtop wird bereits bei Mainboards oder auch Mini-PCs mitgeliefert. Wir können dort eine WLAN- oder sogar 3G-Verbindung einrichten, Musik hören, Spielen (Online-Games) oder Bilder ansehen. Als Datenträger arbeitet die normale 160 GB Festplatte oder auch der USB-Stick des Nutzers. Aus Splashtop heraus können wir jederzeit Windows XP booten.

Splashtop Button des LG X120-G

Fazit: Design-Surfer fürs Café

Hersteller LG bringt mit dem X120-G ein auf den ersten Blick teures Netbook auf den deutschen Markt. Für 470 bekommen Interessenten jedoch ein integriertes UMTS-Modul. Das ist für den mobilen Internet-Zugang per Mobilfunk-Netz notwendig. Hässliche, an der Seite herausragende USB-Dongles, gehören damit der Vergangenheit an. Unsere Meinung: Nicht nur Damen werden sich an der gelungenen Optik und den angenehmen Oberflächen erfreuen. Auch die Männer unter uns erleben ein robust gebautes und Outdoor-Taugliches Netbook von LG. Unser Feldversuch zeigte: Dank hoher Helligkeit ist die Anzeige auch unter Sonnenlicht akzeptabel ablesbar. Ob die Laufzeit unseren Erwartungen einen Strich durch die Rechnung macht werden die ersten ausführlichen Tests bald zeigen.

Flaches Ansicht des LG X120-G