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Ericsson drängt Netzbetreiber zu Investitionen in Datennetze

HSPA per Kanalbündelung mit bis zu 168 MBit/s
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HTC will die Geschwindigkeit von HSDPA erhöhenHTC will die Geschwindigkeit von HSDPA erhöhen Netzwerkausrüster Ericsson hat den Mobile World Congress in Bercelona genutzt, um an die Netzbetreiber zu appellieren, in den Netzausbau zu investieren: Steigende mobile Datennutzung könnte andernfalls schon bald zur Überlastung der Netze führen. Schon dieses Jahr wird die Zahl der Nutzer mobiler Breitbanddienste die Milliardengrenze überschreiten, vor allem bedingt durch weiter steigende Smartphone-Verkaufszahlen. Zudem steigt auch die vom jeweiligen Durchschnittsnutzer downgeloadete Datenmenge mit schöner Regelmäßigkeit an: Smartphones werden immer schneller, mobile Videos immer beliebter, Applikationen immer mächtiger.

In Europa stehen den Angaben zufolgen zudem noch besonders viele Basisstationen der ersten Generationen, die nur eine vergleichsweise geringe Gesamtbitrate abwickeln können. Hier ist der Erneuerungsbedarf besonders hoch. Aber nicht nur dort hoffen Ericsson - und auch die anderen Ausrüster - auf lukrative Aufträge.

Die Netzbetreiber hingegen zögern: Datendienste haben der Branche zwar in den letzten Jahren den größten Umsatzzuwachs beschert. Er steht aber in sehr schlechter Relation zu den hohen Investitionen die dafür nötig waren. Und jetzt nochmals große Beträge hinterherschießen? Oder doch noch warten? Schließlich werden Basisstationen mit vorgegebener Leistungsfähigkeit mit der Zeit immer billiger bzw. bei gleichem Preis immer leistungsfähiger.

4G: Lösung oder Problemverschärfung?

Analoge Überlegungen gibt es auch bezüglich des Netzaufbaus mit dem Mobilfunknetz der vierten Generation LTE: Erste Netzbetreiber berichten, dass Nutzer nach dem Umstieg auf LTE ihre Datennutzung erhöhen. Das dürfte ein Hinweis darauf sein, dass Nutzer LTE-Datendienste attraktiver als UMTS-Datendienste finden - und somit möglicherweise auch bereit sind, mehr für LTE-Dienste (und zwar inklusive Telefonie!) zu bezahlen als für UMTS. Dann würden sich schnelle und hohe Investitionen der Netzbetreiber in LTE auszahlen. Wenn hingegen die Nutzer in LTE-Netzen einfach nur mehr saugen, aber nicht mehr zahlen, steigen nur die Kosten der Netzbetreiber. Dann rechnet sich der zusätzliche LTE-Netzaufbau nicht oder erst nach langer Zeit.

Dass der Vorgängerstandard 3.5G a la HSPA+ zudem noch lange nicht abgeschrieben ist, zeigte Ericsson jüngst in einer Demonstration für Singapore Telecommunications Limited: Durch die Bündelung von vier UMTS-Kanalpaaren gelang es, 168 MBit/s im Downstream und 24 MBit/s im Upstream zu erreichen. Hierzulande verfügt freilich nur E-Plus seit der letzten Frequenzauktion über ausreichend viele UMTS-Lizenzen, um diese Geschwindigkeiten anbieten zu können.

Bei Vodafone und o2 wäre mit derselben Technologie bei 126 MBit/s Schluss; bei der Deutschen Telekom gar bei 84 MBit/s. Diese Anbieter hatten sich bei der genannten Frequenzauktion stärker auf neue Frequenzbänder gestürzt, insbesondere die digitale Dividende, die voraussichtlich mit LTE bestückt werden wird.

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