Strategie

teltarif-Interview mit Ericsson-CEO: "Verbunden zu sein ist alles!"

Hans Vestberg spricht auf der CES über künftige Strategien
Aus Las Vegas berichtet
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Auf der CES in Las Vegas geht es nicht nur um neue Endgeräte für die verschiedensten Bedürfnisse, sondern auch um die wichtige Technik, die die schöne neue und vernetzte Welt erst ermöglicht. Ericsson, einer der größten Netzwerk-Unternehmen der Welt, zeigt dabei in den Messehallen ebenfalls einige seiner Entwicklungen. teltarif.de hatte in Las Vegas die Möglichkeit, mit Hans Vestberg zu sprechen, dem Präsident und CEO von Ericsson.

Dabei steht für Vestberg die Vernetzung absolut im Vordergrund: "Vernetzt zu sein ist alles!" Es gebe so viele neue Gerätekategorien, die nun mit dem Internet verbunden werden müssten - man denke nur an Autos, Diagnosegeräte, Technologie aus dem Gesundheitswesen und zahlreiche andere Dinge - dass hier für Ericsson mehr als genug zu tun sei. Auch die Entwicklungs- und Schwellenländer sind ein Ziel der Bemühungen, etwa um über Mobilfunk-Verbindungen und Handys Banking-Systeme und elektronischen Zahlungs­verkehr auch in entlegene Gebiete zu bringen. Damit verfügen die Menschen dort über größere Chancen, aus der Armut zu entkommen und näher am Geschehen in der Welt zu sein, so Vestberg.

"Voice is noise"

Ericsson-CEO Hans Vestberg im GesprächEricsson-CEO Hans Vestberg im Gespräch Kaum noch interessant ist dabei die Übertragung von Sprachsignalen, die noch vor wenigen Jahren im Zentrum der Entwicklung bei Ericsson und den anderen Mobilfunk-Unternehmen stand. "Voice is noise", wie Vestberg es ausdrückt - also vergleichsweise unwichtig. Bei der Sprachübertragung sowie SMS gebe es kaum Potenzial zur Verbesserung, die Datenverbindungen stellen für den CEO die deutlich größere Herausforderung dar. Ericsson rechnet damit, das in den kommenden fünf Jahren das Fünfzehnfache an Datentraffic über die Mobilfunk-Netze geht - eine enorme Steigerung. Dafür verantwortlich ist neben den zahlreichen neuen vernetzten Geräte der immer weiter voranschreitende Smartphone-Boom. Bis 2018 sollen laut Vestberg 3,3 Milliarden Smartphones in der Welt aktiv genutzt werden.

Ein konkreter Nachfolger von LTE ist dabei noch nicht in Sicht, auch wenn die Forschung natürlich läuft. Ericsson selbst investiert dabei jährlich knapp 4 Milliarden Euro in die Forschung. Mittelfristig wird es laut Vestberg hauptsächlich darum gehen, die vorhandenen Frequenzen optimal zu nutzen und mit sogenannten "Small Cells" zu arbeiten. Dabei handelt es sich um kleine Mobilfunk-Zellen, die innerhalb einer großen Zelle operieren und die Nutzer optimal mit einem passenden Signal versorgen sollen. Dabei kommt nicht nur klassischer Mobilfunk zum Einsatz, sondern auch WLAN, wenn sich der Nutzer in Reichweite befindet. Das System ermittelt für jeden Teilnehmer die individuell beste Verbindung und schaltet automatisch um, ohne dass der Anwender eingreifen muss.

Insgesamt liegt der Fokus bei Ericsson momentan darauf, die vorhandenen Netzwerk-Kapazitäten optimal ausnutzen zu können und jeden Nutzer individuell passend mit einem guten Signal zu versorgen. In Zukunft müssen jedoch laut Vestberg neue Frequenzen genutzt werden und die Forschung vorangetrieben werden. "Wenn wir jetzt aufhören zu forschen, haben wir in einigen Jahren ein riesiges Problem", so der CEO.

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