Integriert

Ericsson: 5G überschreitet 25 GBit/s

Ericsson will zudem vom Mobilfunk-Ausrüster zum universellen IT-Anbieter werden: Gelingt auf diesem Weg das weitere Wachstum?
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
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Ericsson-Chef Hans VestbergEricsson-Chef Hans Vestberg Der globale Telekommunikations-Ausrüster Ericsson gab auf dem Mobile World Congress bekannt, mit der Entwicklung der nächsten Mobilfunk-Technologie 5G im Plan zu liegen. Bei Tests werden bereits Datenraten von 25 GBit/s erreicht, jüngst sogar 26 GBit/s. Erste Vorserien­muster des künftigen Basisstations-Chipsatzes mit nicht weniger als 64 integrierten Verarbeitungsketten (für je einen Funkkanal) liegen bereits vor. Das ist einer der Schritte auf dem Weg zu "Massive MIMO", bei dem eine Basisstation das Signal nicht nur mit einigen, sondern mit (derzeit in den Feldtests) 128 Antennen­elementen gleichzeitig ausstrahlt, um die Gesamt-Kapazität einer Zelle zu erhöhen.

Ziel der 5G-Dienste, deren Standardisierung derzeit vorbereitet wird, ist es, nicht nur die Smartphones der Nutzer mit hochbitratigen Diensten zu versorgen, sondern immer mehr im "Internet der Dinge" (kurz IoT, "Internet of Things") miteinander verbundene Geräte. Die Zahl der vernetzbaren Geräte und die Gesamt-Bitrate einer Zelle steigen daher bei 5G noch schneller als die Peak-Bitraten, die von einem einzelnen Gerät abgerufen werden können.

Besonders wichtig ist es für Ericsson-Chef Hans Vestberg, Ericssons Geschäfts­felder zu diversifizieren, vom reinen Mobilfunk-Ausrüster hin zu einem all­ge­mei­nen IT-Anbieter, der alle Geschäfts­felder im Umfeld eines TK-Ausrüsters mit abdeckt. So will Ericsson künftig beispielsweise auch Cloud-Anbieter oder Medien­unternehmen mit Hardware, aber vor allem mit Diensten beliefern. Stolz gab Ericsson bekannt, den Cloud-Betreiber Amazon Web Services als Partner gewonnen zu haben. Gemeinsam kann man Kunden wie Telstra oder Netflix bei der Transformation ihrer Systeme in die Cloud helfen. Amazon kann so ihre Cloud-Dienste auch Kunden aus der Telekommunikations­welt anbieten, die für sie bisher unerreichbar waren. Terry Wise, Vize­präsi­dent bei Amazon Web Services für globale Allianzen, erläuterte gegenüber teltarif.de: Mit der Partnerschaft kann Amazon auf Ericssons Erfahrung in den Bereichen Signalisierung und zeitkritische Dienste genauso zurückgreifen wie auf die Unterstützung für große Datenbanken. Und Ericsson ermöglicht ihren Kunden, die Ericsson-Plattform zu nutzen, ohne erstmal umfangreich Hardware aufbauen zu müssen.

Terry Wise - Vizepräsident bei Amazon Web ServicesTerry Wise - Vizepräsident bei Amazon Web Services Andere Ericsson-Kunden können andere Wege gehen. So liefert Ericsson unter dem Markennamen "Hyperscale" auch Rechenzentrums-Ausrüstung, mit der Netzbetreiber und andere Anbieter ihre eigenen Rechenzentren samt eigener Cloud aufbauen können. Ziel von Ericsson ist es, bis 2020 ein Viertel der Umsätze mit Kunden außerhalb der klassischen Telekommunikationswelt zu erzielen. Dadurch will das Unternehmen weniger abhängig vom insgesamt begrenzten und zyklischen Geschäft der Tk-Ausrüster werden. Jedoch gibt es im IT-Service-Markt schon viele große, etablierte Namen. Kann Ericsson diesen Marktanteile abnehmen? Oder besteht nicht doch die Gefahr, dass man beim Kampf um eine neue, starke Position im IT-Umfeld die eigene Führerschaft in der Tk-Welt aus den Augen verliert?

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