maßvoll?

Internetwirtschaft hält Jugendschutz in Deutschland für zu streng

"Unternehmen werden verjagt" - Ihre Meinung ist gefragt
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Die deutsche Internetwirtschaft hat den Jugendschutz in Deutschland kritisiert. Große Internetkonzerne wie Google, Ebay, Amazon und Apple würden dadurch mit ihren Europazentralen regelrecht aus Deutschland fern gehalten, sagte Ivo Ivanov, Chefjurist des Verbands der deutschen Internetwirtschaft (Eco), gegenüber der Wirtschaftswoche. Ivanov weiter: "Steuern, Datenschutz, Jugendschutz - die deutsche Politik berücksichtigt nicht, dass das Internet keine Staatsgrenzen hat." Unternehmen wie Ebay oder der virtuelle Apple-Musikladen iTunes würden deutsche Kunden schon jetzt von Luxemburg aus bedienen, schreibt die Zeitschrift in einer Vorabmeldung.

Besonders kritisch sieht die Internetwirtschaft die auch für das Netz geltenden strengen Jugendschutzregeln in Deutschland. "Der Jugendschutz ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Unternehmen verjagt", sagte Ivanov. So dürfen etwa hierzulande ansässige Videoportale, Inhalte, die erst ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen sind, nur zwischen 22 und 6 Uhr im Web zeigen. Anbieter wie YouTube und iTunes, die ihre Dienste für Deutschland vom Ausland aus anbieten, unterliegen hingegen keiner solchen Auflage.

Unterstützung bekommt die Internetwirtschaft aus der CDU: "Wir wollen ein realistisches Schutzniveau", forderte der Internet-Experte der CDU-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek, von den für Jugendschutz zuständigen Bundesländern. Jugendschutz müsse Eltern und Großeltern helfen, geeignete von ungeeigneten Inhalten zu unterscheiden. Die Politik könne Kinder nicht daran hindern, von daheim aus bestimmte Web-Angebote zu nutzen, sagte der CDU-Politiker der Wirtschaftswoche.

Umfrage zum Jugendschutz im Internet

Der (Interessen-)Verband der deutschen Internetwirtschaft beleuchtet den vielschichtigen Themenkomplex aus ökonomischer Sicht, Politiker und Vereine und Verbände zum Schutz der Kinder und Jugendliche naturgemäß häufig genau konträr. Was denken Sie?

Wie ist es in Deutschland um den Jugendschutz im Internet wirklich bestellt? Sind die Regelungen zu locker, zu streng oder genau richtig?





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