Streithähne

Deutsche Post: "Der E-PostBrief ist besser als die De-Mail!"

E-Briefmarkt schon vor dem Start hart umkämpft
Aus Hannover berichtet
AAA

Der Messestand der Deutschen PostDer Messestand der Deutschen Post Die Sticheleien, zuweilen auch der offene Kampf, zwischen E-Postbrief und De-Mail werden schärfer. Zur CeBIT gab einerseits René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, den Preis pro versendeter De-Mail bekannt und der klingt happig: 39 Cent soll ein sicherer elektronischer Brief für Privatkunden kosten, pro Monat gibt es zudem drei kostenfreie Nachrichten. Andererseits trommel die Deutsche Post auf dem Messegelände weit sichtbar für ihr Konkurrenzprodukt, den E-Postbrief. Ebenso gab sich Ralph Wiegand, Vorstand E-Postbrief bei der Deutschen Post, siegessicher: "Der E-Postbrief ist besser als die De-Mail." Weiterhin nutzt das gelbe Bonner Unternehmen die Messe für eine Reihe von Produktankündigungen, ohne sich allerdings schon konkret zu Details zu äußern.

"Gelb ist besser als Magenta"

Die Deutsche Post stellte vor allem immer wieder die Vorzüge des E-Postbriefes gegenüber der De-Mail dar: Diese liegen für die Post in den eindeutigen Identitäten. Der E-Postbrief fordert die Angabe des kompletten Vor- und Nachnamen und - falls nötig - eine laufende Nummer zur Diversifikation, De-Mail erlaubt hingegen Pseudonyme. Der E-Postbrief sei darüberhinaus nicht auf das Internet beschränkt, international und durch die Logistikkompetenz der Post voll massenfähig, alles Attribute, die der Logistiker aus Bonn der De-Mail abspricht.

Wiegand nutzte den Messeauftritt aber nicht nur für Muskelspielchen mit der Konkurrenz, auch die Konkurrenz keilte zurück, so titelte die FTD von heute: "Post knickt beim E-Brief ein" und zitierte einen 1&1-Vorstand mit den Worten: "Der Gang nach Canossa war für die Post nur eine Frage der Zeit."

Wiegand kündigte vielmehr an, bis zum Jahresende auch ein nach dem De-Mail-Gesetz zertifiziertes Angebot für den gesicherten Versand von E-Mails anzubieten. Er sieht dies aber ausdrücklich nicht als Ersatz des E-Postbriefes, sondern als Teilprodukt innerhalb der Welt des E-Postbriefes. Die Post habe sich ausdrücklich entschieden, hier ein weiteres Produkt einzuführen und nicht die Funktionen des bereits heute erfolgreich gestarteten E-Postbriefes zu beschränken. Wiegand wollte allerdings weder auf Nutzer- noch Nutzungszahlen des eigenen E-Briefes eingehen. Schon heute sei der E-Postbrief "weit mehr als ein verschlüsselter, elektronischer Brief von A nach B", daher müsse man auch nicht preislich reagieren auf die Ankündigung der Deutschen Telekom vom Montag.

Zukunft: E-Post-Ident, E-Post-Pay und E-Post-Connect

Ab April soll über den E-Postbrief die einfache und sichere Identifizierung von Internet-Nutzer, beispielsweise für den Kauf von elektronischen Büchern, Videos und Spielen mit FSK-Altersschutz, möglich werden. Auch soll das System vom Online-Handel zur Reduzierung von "Fake-Orders" eingesetzt werden. Pikant daran: Gerade anderen Anbietern von elektronischen Postprodukten verwehrt die Deutsche Post den Zugang zum klassischen Post-Ident-Verfahren und erschwert hier den Marktzugang bzw. die Prüfung der Identitäten.

Zum Herbst soll mit E-Post-Pay dann ein komplettes Paymentsystem hinzukommen, per E-Post-Connect wiederum erhalten Geschäftskunden und Softwaredienstleister Zugang zum System E-Postbrief und können eigene Lösungen direkt an die Plattform anbinden. Die Deutsche Post zeigte hierzu in Hannover eine erste Kooperation mit der Datev, bei der angeschlossene Kunden, ihre per E-Postbrief erhaltenen elektronischen Rechnungen direkt in ein sicheres Dokumentenarchiv zur weiteren Verbuchung und Archivierung verschieben können.

Weitere Meldungen von der CeBIT