Netzausbau

Geldquelle gesucht: E-Plus will seine Mobilfunk-Masten verkaufen

Mobilfunker braucht Geld für den Netzausbau
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Der drittgrößte deutsche Mobilfunk-Anbieter E-Plus will laut dem Magazin Der Spiegel Tausende Mobilfunkmasten und Sendestationen an einen Finanzinvestor verkaufen. Erste Gespräche mit möglichen Interessenten soll E-Plus-Chef Thorsten Dirks in den vergangenen Wochen bereits aufgenommen haben. Der Grund für den geplanten Millionendeal sei der permanent hohe Finanzbedarf des Düsseldorfer Handy-Konzerns.

Zu verkaufen: Sendemast von E-Plus.Zu verkaufen: Sendemast von E-Plus. Seit Monaten versucht das Unternehmen mit seinen Marken E-Plus, Base und simyo sowie seiner neuesten Kreation Yourfone den Mobilfunkmarkt mit aggressiven Flatrate-Angeboten aufzumischen und Konkurrenten wie der Telekom oder Vodafone Marktanteile abzujagen. Erst vor drei Wochen schockierte der Düsseldorfer Mobilfunker die Konkurrenz mit dem neuen Angebot Yourfone, mit dem mobiles Internet und sämtliche Gespräche vom Handy innerhalb Deutschlands für eine monatliche Pauschale von 20 Euro angeboten werden. Eine SMS-Flat in alle deutschen Netze kann für 5 Euro pro Monat dazu gebucht werden. Weitere Marken des Konzerns haben diesen günstigen Allnet-Flat-Tarif ebenfalls in ihr Angebot aufgenommen. Laut E-Plus-Vorstand Ulrich Coenen sei die monatliche Pauschale von 20 Euro ein idealer Preispunkt für das Gesamtpaket mobiler Kommunikation. Bei der Telekom beispielsweise kostet das Allnet-Flat-Paket Complete Mobil XL knapp 90 Euro. Dafür ist allerdings ein Datenvolumen von 1 GB enthalten, sowie die kostenlose Nutzung von WLAN-Hotspots der Telekom und 120 Gesprächsminuten für Auslandsgespräche innerhalb der EU.

Teure Demokratisierung

Nachteil des aggressiven Kurses, den E-Plus als "Demokratisierung des Mobilfunks" ansieht: Es fehlt Geld für den dringend notwendigen Netzausbau. Immer wieder beklagen sich Kunden über unzureichende Geschwindigkeiten bei der Nutzung von mobilen Datendiensten. Vor knapp zwei Wochen erst kam es zu einem großflächigen Netzausfall, der vor allem E-Plus-Kunden in Norddeutschland lahm gelegt hat. E-Plus-Chef Dirks hofft nun über den Verkauf der Sendemasten an die nötigen Mittel zu kommen. Nach einem erfolgreichen Deal sollen die Stationen dann mit langfristigen Verträgen wieder angemietet werden. Offiziell will sich E-Plus nicht zu dem geplanten Verkauf äußern, verweist aber auf die niederländische Mutter KPN. Die hatte bereits Ende vergangenen Jahres in den Niederlanden damit begonnen, Sendemasten zu verkaufen, und in einer ersten Tranche 78 Millionen Euro eingenommen.

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