Unter Dach und Fach

Offiziell: E-Plus verkauft Sendemasten an American Tower

Mobilfunk-Netzbetreiber sichert sich zudem 3,5-GHz-Frequenzen
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E-Plus hat einen Teil seiner Sendemasten an die American Tower Corporation verkauft. Damit bestätigen sich seit längerer Zeit bestehende Gerüchte. Der Verkaufspreis liege bei 393 Millionen Euro, teilt der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber mit. American Tower hat dabei nicht die auf den Masten montierten Basisstationen - diese gehören weiterhin E-Plus -, sondern nur die freistehenden Mobilfunk­masten aus Stahl oder Beton erworben.

Auf oder an Gebäuden montierte Masten sind damit nicht von der Vereinbarung betroffen. Insgesamt handele es sich um gut 2 000 Masten, so E-Plus auf Anfrage unserer Redaktion. Die Vereinbarung stehe noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundes­wirtschafts­ministerium.

E-Plus mietet die Masten künftig von American Tower

Sendemast-VerkaufE-Plus verkauft seine freistehenden Sendemasten an American Tower Zeitgleich mit dem Verkauf habe man einen langfristig angelegten Mietvertrag mit der American Tower Corporation abgeschlossen, "der der E-Plus-Gruppe die nötigen Flächen für ihr Netzequipment auf den Masten sichert". Schon heute miete E-Plus "derartige Flächen auf einer großen Anzahl von Mobilfunkmasten".

Als Grund für den Verkauf der Masten gibt der Mobilfunker an: "Für E-Plus zählt ebensowie wie KPN das Eigentum an diesen Masten nicht zum Kerngeschäft als Telekom­munikations­anbieter." Das Unternehmen beeilt sich zu betonen, für den Kunden ergäben sich durch den Verkauf der Masten "keinerlei Veränderungen bei Netzzugang und -qualität." Man werde "weiterhin jährlich mehrere hundert Millionen Euro" in den Netzausbau investieren.

E-Plus sichert sich Frequenzen bei 3,5 GHz

Unterdessen wurde bekannt, dass sich E-Plus durch den Kauf der Unternehmen Inquam Broadband GmbH und Clearwire Germany Frequenzen im 3,5-GHz-Bereich gesichert hat. Dabei handelt es sich nach Informationen von teltarif.de um ein Spektrum von 2 mal 42 MHz. Ursprünglich sollten die Frequenzen für WiMAX-Dienste eingesetzt werden; sie waren Ende 2006 von der Bundes­netzagentur versteigert worden.

"Mit dem Kauf hat sich E-Plus viel Bandbreite zu einem vernünftigen Preis gesichert", zitiert die FAZ den Leiter Technology & Strategy bei E-Plus, Dirk Poppen. Mit dem zusätzlichen Frequenz­spektrum will E-Plus den Netzausbau in Städten und Ballungsräumen weiter vorantreiben.

E-Plus will auf den 3,5-GHz-Frequenzen LTE einsetzen - allerdings frühestens im Jahr 2014. Nachteil der hohen Frequenzen ist ihre geringe Ausbreitung, so dass mit ihnen nur ein kleiner Radius pro Basisstation abgedeckt werden kann.

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