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E-Plus plant offenbar zwei verschiedene Homezone-Produkte

Beschluss der Bundesnetzagentur liegt teltarif.de vor
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Wir hatten es am Montag exklusiv gemeldet: E-Plus plant offenbar ein eigenes Homezone-Angebot und hat den dafür notwendigen Antrag durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) genehmigt bekommen. Unklar blieb bislang jedoch, welche Lösung E-Plus konkret in der Pipeline hat, welchen Inhalts die gegenüber der BNetzA angegebenen, "geänderten Geschäftspläne" tatsächlich sind.

teltarif.de liegt nun der Original-Beschluss (BK 3a-09/036) der Bundesnetzagentur vor. Dieser liefert - trotz diverser um "Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse" geschwärzter Passagen - interessante Details zu den Plänen des grünen Mobilfunkers. Demnach plant E-Plus offenbar nicht nur ein eigenes Homezone-Produkt, sondern zusätzlich eine weitere Homezone-Lösung bei einem "verbundenem Unternehmen".

Geplant sind offensichtlich zwei verschiedene Homezone-Lösungen

Daher genehmigte die BNetzA nicht nur E-Plus selbst, geringere Terminierungsgebühren für die Zustellung von Anrufen auf eine (geografische) Rufnummer (= Homezone-Festnetz-Nummer) zu verlangen, sondern auch dem "verbundenen Unternehmen". Wörtlich heißt es: E-Plus-Homezone?Bild: guukaa - fotolia.com

"Die Antragstellerin ist befugt, den vorliegenden Antrag nicht nur mit Blick auf die Terminierungsentgelte zu stellen, die sie im Zusammenhang mit dem von ihr selbst geplanten Produkt (...geschwärzt...) erheben will, sondern auch diejenigen Entgelte, welche die (...geschwärzt...) für Terminierungen im Rahmen ihres Homezone-Produkts verlangen wird."

Wie berichtet, können Mobilfunkbetreiber, die die Genehmigung der BNetzA zum Unterschreiten der Terminierungs-Entgelte für die Zustellung an eine geografische Rufnummer besitzen, ihrem Festnetzpartner für diese Leistung niedrigere oder keine Entgelte in Rechnung stellen. Normalerweise würden hier die regulären Terminierungsentgelte (D-Netze: 6,59 Cent pro Minute netto, E-Netze: 7,14 Cent netto) anfallen, so dass Homezone-Lösungen quasi ausgeschlossen wären.

Spekulationen um "verbundenes Unternehmen"

Um welches (Tochter-?) Unternehmen es sich bei dem mit E-Plus verbundenen Unternehmen handelt, bleibt derzeit Gegenstand von Spekulationen. Zumindest handelt es sich, so der BNetzA-Entscheid, sowohl um eine "gesellschaftsrechtliche Verbundenheit der Unternehmen" sowie die Tatsache, "dass die Geschäftsfelder von Antragstellerin [E-Plus] und verbundenem Unternehmen miteinander verflochten sind."

E-Plus selbst gab uns gegenüber nach wie vor keine Stellungnahme zu dem Thema ab. Man teile nichts zu Dingen mit, die noch nicht spruchreif seien, so das Düsseldorfer Unternehmen.

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