Engpass

E-Plus/o2: National Roaming sorgt für langsames Internet in der Berliner U-Bahn

National Roaming sorgt im UMTS-Netz von E-Plus in der Berliner U-Bahn für massive Performance-Probleme bei der Internet-Nutzung. Wir sagen Ihnen, wie Sie als E-Plus-Kunde dennoch schnell mit Ihrem Smartphone im Untergrund surfen können.
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Seit dem Frühjahr bietet Telefónica den Kunden seiner beiden Mobilfunknetze E-Plus und o2 National Roaming an. Derzeit besteht aber nur die Möglichkeit, das UMTS-Netz der jeweils anderen Telefónica-Marke mitzunutzen. GSM- und LTE-Roaming ist nicht vorgesehen. Interessant ist das National Roaming für o2-Kunden, da E-Plus sein 3G-Netz deutlich weiter in die Fläche ausgebaut hat als die Münchner Telefónica-Marke. E-Plus-Nutzer profitieren von einer dichteren Netzabdeckung und besseren Versorgung innerhalb von Gebäuden in Ballungszentren.

In der Berliner U-Bahn bietet E-Plus seit einiger Zeit als einziges Netz auch UMTS und LTE an. Kunden der Deutschen Telekom und von Vodafone müssen hier mit EDGE im GSM-Netz vorlieb nehmen, während o2-Nutzer die Möglichkeit haben, das UMTS-Netz von E-Plus mitzunutzen. Genau hier sorgt das National Roaming aber für massive Probleme: Offenbar ist das 3G-Netz von E-Plus je nach Anzahl der Fahrgäste in der U-Bahn, die den Online-Zugang gerade nutzen, völlig überlastet.

Unterschiedliche Ergebnisse bereits im Sommer

Netzprobleme in der Berliner U-BahnNetzprobleme in der Berliner U-Bahn Im Juni hatten wir National Roaming mit einer SIM-Karte von o2 im Berliner Untergrund getestet. Am frühen Abend, als viele Pendler auf dem Weg von der Arbeit nach Hause waren, hatten wir praktisch keinen Datendurchsatz. Einige Stunden später, als die U-Bahn deutlich weniger frequentiert war, hatten wir stattdessen mehr als 20 MBit/s im Downstream zur Verfügung. Das sind Werte, die wir vor Freischaltung des National Roamings auch mit einer E-Plus-SIM erreicht haben.

Einen Monat später haben wir erneut Tests durchgeführt, bei denen die Ergebnisse auch tagsüber deutlich besser waren, auch wenn die Performance stark schwankte. Mittlerweile hat sich die Situation wieder verschlechtert, wie ein Anfang dieser Woche durchgeführter Test in den U-Bahn-Linien U7 und U9 gezeigt hat. Im morgendlichen Berufsverkehr war selbst das Aufrufen einer für Smartphone-Displays optimierten Webseite wie mobil.teltarif.de ein Geduldsspiel. Auf der U7-Strecke zwischen den Bahnhöfen Neukölln und Berliner Straße reichte die Performance maximal für den E-Mail-Pushdienst aus. Bei der Weiterfahrt in der U9 zwischen Berliner Straße und Turmstraße - vorbei unter anderem am traditionellen Bahnhof Zoologischer Garten - war der Datendurchsatz etwas besser.

UMTS-Signal teilweise überraschend schwach

Auffällig war in der U7, dass das als Testgerät genutzte Blackberry Passport fast nie UMTS-Vollausschlag auf dem S-Meter signalisierte. Schwaches 3G-Signal bedeutet aber oft auch Performance-Einbußen. Ebenfalls ist im Test aufgefallen, dass offenbar bestimmte Zellen besonders stark ausgelastet sind, während der Internet-Zugang im Versorgungsbereich einer anderen Basisstation besser funktioniert. So treten größere Performance-Unterschiede oft sehr plötzlich auf.

Während o2-Kunden also im Berliner Untergrund kaum schneller surfen können als Fahrgäste, die in ihrem Smartphone SIM-Karten aus den Netzen von Telekom und Vodafone verwenden, läuft der Internet-Zugang für Besitzer von SIM-Karten aus dem E-Plus-Netz besser. Diese haben auch Zugriff auf das LTE-Netz ihres Betreibers. Hier haben wir mit einem Nokia Lumia 1020 zum Teil mehr als 30 MBit/s im Downstream gemessen. Flüssiges Surfen war im Test fast durchgehend möglich.

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