LTE-Test

Ericsson und E-Plus testen LTE-Betrieb auf 1800 MHz

Huawei entwickelt gemeinsame Basisstation für Mobilfunk und WLAN
AAA

E-Plus gehört beim Thema LTE zu den Nachzüglern, doch nun testet der Netzbetreiber die Technik gemeinsam mit Ericsson in Bonn. Dabei soll das Zusammenspiel unterschiedlicher Netzkomponenten geprüft werden. Huawei testet derweil eine gemeinsame Basisstation für Mobilfunk und WLAN.

Während die Konkurrenten Telekom, Vodafone und o2 längst Dienste und Hardware für schnelles mobiles Internet anbieten, steckt E-Plus weiterhin in der Testphase. Vor kurzem wurde bereits bekannt, dass E-Plus bereits seit letztem Jahr alle neuen oder zu ersetzenden Basisstationen mit LTE ausstattet.

E-Plus rechtfertigt verspätete LTE-Markteinführung

Ericsson und E-Plus testen LTE-BetriebEricsson und E-Plus testen LTE-Betrieb Obwohl E-Plus den LTE-Test in Bonn gemeinsam mit Ericsson durchführt, geht es dem Netzbetreiber darum, das Zusammenspiel verschiedener Hardware-Komponenten mehrerer Hersteller zu testen. Von Ericsson kommt die RBS-6000-Multistandard-Basisstationen zum Einsatz. Doch Ericsson ist nicht der einzige Zulieferer für Basisstationen, auch der chinesische Hersteller ZTE hat bereits Kernnetz-Komponenten geliefert. E-Plus vermeldet, dass die Basisstationen beider Hersteller in der Bonner Testumgebung bislang reibungslos zusammenarbeiten.

Die Datenübertragung erfolgte auf dem LTE-1800-Standard, der beim Konkurrenten Telekom Mobilfunk überwiegend in Ballungsgebieten zum Einsatz kommt. E-Plus behauptet, in diesem Frequenzbereich nach der Frequenzauktion 2010 das größte verfügbare Spektrum aller deutschen Netzbetreiber erhalten zu haben. Doch auch an anderer Stelle testet die E-Plus Gruppe den neuen Mobilfunkstandard. Die Tests erfolgen zusätzlich in den Frequenzbereichen 2100 MHz und 2600 MHz an den Standorten Cloppenburg, Wachtendonk und Düsseldorf.

Ericsson RBS 6000 Multistandard-BasisstationenEricsson RBS 6000
Multistandard-Basisstationen
Rafal Markiewicz, Chief Technology Officer der E-Plus Gruppe, äußert sich folgendermaßen zum verspäteten LTE-Netzstart: "Wie bei neuen Technologien nicht unüblich, gilt es in der Anfangsphase noch technische Herausforderungen zu meistern - das sieht man auch an Medienberichterstattungen zu Störungen und Abbrüchen bei anderen Betreibern aus den vergangenen Monaten. Auch sind Endgerätepreise und -auswahl noch nicht für den Massenmarkt geeignet. Das bestärkt uns in der Entscheidung, erst dann mit LTE für unsere Kunden zu starten, wenn die Technologie massenmarktfähig ist und eine signifikante Verbrauchernachfrage absehbar ist."

Anderer Weg: Huawei kombiniert Mobilfunk mit WLAN

Einen technisch anderen Weg schlägt derweil Huawei ein und entwickelt eine gemeinsame Basisstation für Mobilfunk- und WLAN-Versorgung. Der Hersteller hat nach eigenen Angaben in seinem Mobile-Broadband-Forschungslabor mLAB erfolgreich den weltweit ersten Service-Test einer gemeinsamen GSM-, UMTS- und WLAN-Lösung durchgeführt.

Die bestehenden Mobilfunknetze kämen durch die wachsende Menge von mobilen Geräten an ihre Kapazitätsgrenzen und dies führe dazu, dass die Übertragungsgeschwindigkeit für die einzelnen Nutzer sinkt. Netzbetreiber reagieren im asiatischen Raum beispielsweise darauf, indem sie weitere Kleinfunkzellen und WLAN-Netze installieren. Der Übergang zwischen Mobilfunk- und WLAN-Netzen sei jedoch eine Herausforderung, denn bisher müssten Anwender das WLAN manuell auswählen und sich einloggen. Das sei nicht nutzerfreundlich und führe dazu, dass die Kapazität von WLAN-Netzen oftmals nicht genutzt werde.

Bei der konvergenten Lösung könnten die Kunden sich automatisch in das WLAN-Netz einloggen, ohne dass sie dafür Nutzernamen oder ein Passwort eingeben müssen. Kommerziell werde diese Technik bereits in China in der Metropole Chengdu eingesetzt. Über mögliche Einsatzszenarien in Europa wurde bislang nichts bekannt.

Mehr zum Thema Mobilfunknetz: Technik