Netzausbau

E-Plus: Kein "Wettlauf um Spitzendatenraten" beim Netzausbau

Unternehmen will dennoch "von der Schnellstraße zur Datenautobahn"
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E-Plus-NetzausbauE-Plus will sein Datennetz
mit leistungsfähigen Richtfunkstrecken
"von der Schnellstraße zur Datenautobahn" ausbauen
Der Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus hat eine Zwischen­bilanz des Ausbaus seines Datennetzes gezogen. Inzwischen könne man knapp 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS versorgen, vermeldet das Düsseldorfer Unternehmen. "Schon mehr als 85 Prozent" der UMTS-Basisstationen seien dabei HSPA-plus-fähig "und für hohe Datenraten bis 21,6 MBit/s ausgelegt".

E-Plus räumt indes ein: "Allerdings können aktuell nicht alle Stationen das Potenzial von HSPA vollständig ausschöpfen und den Nutzern die Datenraten und Kapazitäten für ein optimales Nutzererlebnis bieten." Ziel bleibe es jedoch, dass man den Kunden der eigenen Marken und denen von Partnerunternehmen "die von ihnen erwartete Leistung und Qualität" dort liefern wolle, "wo sie sie tatsächlich erwarten".

Das "optimale Nutzererlebnis" zählt

Stichwort "optimales Nutzererlebnis": Für E-Plus definiert sich dieses nach wie vor dadurch, dass dem Kunden eine konstante Mindest­bandbreite - jedoch keine extrem hohe Bandbreite - zur Verfügung steht. E-Plus-Chef Thorsten Dirks hatte im vergangenen Jahr betont, die plakativ beworbenen "bis-zu"-Bandbreiten würden in der Praxis meist sowieso nicht erreicht. Daher setze man auf konstante Bandbreiten für alle: "1 bis 2 MBit/s reichen in der Regel völlig aus. Die will ich dann aber überall haben - zu jeder Uhrzeit und auch an jedem Ort!"

Die Herausforderung für die Zukunft, so Dirks schon im Mai vergangenen Jahres, sei vor allem die Bewältigung der Kapazitätsfrage: "In der Zukunft wird das mobile Internet ein Riesen-Kapazitäts-Thema werden."

E-Plus: Machen "Wettlauf um Spitzendatenraten" nicht mit

Und so bekräftigt auch E-Plus-Pressesprecher Klaus Schulze-Löwenberg heute: "Aber es ist auch nicht das Ziel der E-Plus Gruppe, den Wettlauf um Spitzendatenraten mitzumachen, die nur einer kleinen Gruppe von Nutzern wirkliche Vorteile bringen. Die Bandbreiten werden dazu eingesetzt, möglichst vielen Kunden eine komfortable Performance zu bieten, wofür zum Beispiel aus unserer Sicht bei einem Smartphone aktuell bereits 1 bis 2 MBit/s ausreichen."

Richtfunk soll Kapazitäten "bis in den Gigabit-Bereich" erweitern

Um diese Mindest­bandbreiten auch gewährleisten zu können, will E-Plus - wie berichtet - seine Basisstationen über mehrere tausend Richtfunk­strecken leistungsfähiger an das Kernnetz ("Mobile Backhaul") anbinden. Durch die neuen Richtfunkverbindungen, deren Aufbau übrigens der Netzwerkausrüster Ericsson übernehmen wird, sollen die Übertragungs­kapazitäten schrittweise bis in den Gigabit-Bereich erhöht werden können.

Mit der Anbindung der Basisstationen durch performante Richtfunkstrecken baue E-Plus "also die Schnellstraße für Bits und Bytes zu einer Autobahn aus". Bis Ende des Jahres sollen "weitgehend alle HSPA-Stationen" an diese "Datenautobahn" angeschlossen werden.

"Sammler-Stationen" werden nach Möglichkeit per Glasfaser angebunden

Einige E-Plus-Basisstationen werden indes auch über das Glasfasernetz von Versatel angebunden (teltarif.de berichtete) - zumindest in denjenigen Gebieten, in denen Versatel ein eigenes Netz betreibt. Bei diesen ausgewählten Basisstationen handelt es sich in der Regel um sogenannte "Sammler-Stationen", die den Traffic mehrerer Basisstationen bündeln - und daher höhere Bandbreiten zum Abführen des Datenverkehrs benötigen. Versatel ist aus verschiedenen regionalen Telefongesellschaften wie der VEW Telnet, der Tropolys-Gruppe und Anbietern wie Komtel, tesion und Berlikomm hervorgegangen und betreibt eigenen Angaben zufolge ein "engmaschiges Glasfasernetz" mit mehr als 45 000 Kilometern Gesamtlänge.

LTE kommt erst dann, wenn der Bedarf da ist

LTE will E-Plus erst dann in seinem Netz ausrollen, "sobald der entsprechende Kundenbedarf da ist". Die bereits begonnen Feldtests in Düsseldorf, Wachtendonk und Cloppenburg setze man indes fort, auch das im Oktober vergangenen Jahres gestartete und auf vier Jahre angelegte LTE-Forschungsprojekt mit der Technischen Universität Chemnitz gehe weiter.

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