Neue Strategie

BASE X: E-Plus startet am Freitag mit neuem Produktkonzept

Künftig flexible Preise und Rabatte für verschiedene Mobilfunk-Pakete
AAA

Thorsten DirksE-Plus-Chef Thorsten Dirks
bei der Präsentation von BASE X
Der Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus führt mit "BASE X" ab morgen ein neues Produktkonzept ein. E-Plus legt dabei Wert auf die Feststellung, dass der Fokus weniger auf den Tarifen an sich liegt, sondern mehr auf dem neuen Konzept, das dahinter steht. "BASE X ist die Plattform für künftige Innovationen", idealerweise sogar "eine Plattform für den gesamten Mobilfunkmarkt", sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks heute auf einer Presse­veranstaltung in Berlin.

BASE X soll Postpaid- und Prepaid-Vorteile in einem Produkt bündeln

Mit BASE X - ein vorläufiger Name; die endgültige Bezeichnung soll zusammen mit den Kunden gefunden werden - will E-Plus weiterhin den Massenmarkt adressieren und sieht potentiell eine Kundengruppe von 6 bis 8 Millionen Deutschen für das "hoch flexible Produkt". Diese Kunden schätzten "die Vorteile von Vertrags­kundentarifen" ebenso wie "die Freiheit von Prepaid-Tarifen mit voller Kostenkontrolle". Beides vereine BASE X in sich. Als beispielhafte Anwendungs­zwecke nannte E-Plus heute die Szenarien "als Geschenk, Einstiegspaket für Kinder oder als Kommunikations­paket bei einem zeitlich befristeten Deutschland­aufenthalt".

Doch was ist BASE X nun? Die Erklärung des Konzepts ist nicht ganz einfach: Kunden können vorerst zwischen drei Tarifpaketen wählen, die in den rund 360 E-Plus-/BASE-Shops in einem Pappschuber gekauft werden können. Das Prinzip: Der Kunde zahlt im Voraus für einen bestimmten Zeitraum, zunächst werden die Pakete mit einer Laufzeit von sechs Monaten angeboten. Für die Nutzung von Diensten, die in den Paketen nicht mit eingeschlossen sind, kann er Guthaben aufladen. Die Verwaltung ist über die BASE-Website sowie eine spezielle App (für iOS und Android erhältlich) möglich, hier können auch weitere Tarif-Optionen hinzugebucht werden.

Zunächst "Pre-Launch-Phase" zum Erkenntnisgewinn

In der ab morgen beginnenden "Pre-Launch-Phase" sollen die Pakete zunächst getestet werden - beispielsweise in punkto Preis oder Laufzeit. Nach drei bis vier Monaten Anlaufphase soll der endgültige Launch - dann voraussichtlich auch unter dem endgültigen Namen - erfolgen. Mittlerweile wird BASE X auch auf der BASE-Website geführt.

Die Tarifpakete von BASE X sollen kontinuierlich weiterentwickelt und je nach Bedarf verändert werden. Thorsten Dirks will hier weg von starren Tarifpaketen und dem ständigen Start komplett neuer Tarifmodelle. "Neue Tarife werden oft nur zum Selbstzweck erfunden", sagt der E-Plus-CEO und räumt gleichzeitig ein: "Auch wir sind nicht perfekt und haben in der Vergangenheit auch Fehler gemacht."

Zunächst Test mit drei verschiedenen Sechs-Monats-Paketen

BASE-X-PaketDas "mittlere" der Sechs-Monats-Pakete von BASE X Zunächst werden drei Sechs-Monats-Pakete angeboten: Das Paket "6 Monate Internet" bietet sechs Monate lang eine Daten-Flatrate mit 500 MB High-Speed-Volumen. Der Preis: 60 Euro (ergo: 6 mal 10 Euro). Das Paket "6 Monate Telefonieren + SMS" inkludiert eine netzinterne Sprach-Flatrate, 100 Gesprächsminuten in alle Netze und eine SMS-Allnet-Flatrate. Der Paketpreis liegt bei 90 Euro. Das größte Paket namens "6 Monate Telefonieren + SMS + Internet" erweitert das mittlere Paket noch um eine Daten-Flatrate mit 200 MB ungedrosseltem Volumen. Der Preis für sechs Monate liegt hier bei 120 Euro.

Die Preise für nicht vom Grundpaket abgedeckte oder darüber hinausgehende Leistungen: Gesprächsminuten und SMS in alle Netze kosten 15 Cent, mobiles Surfen wird mit 49 Cent pro MB (10-kB-Takt) berechnet. Die Abfrage der Mailbox ist kostenfrei, Anrufe zur Kunden-Hotline schlagen mit 49 Cent pro Anruf zu Buche. Die Aufladung des Prepaid-Kontos ist mit Cash-Karten, per Lastschrift oder Kreditkarte möglich. Nach Ablauf der sechs Monate verlängern sich die Pakete bei ausreichendem Guthaben automatisch um je weitere 30 Tage.

Es gibt keine festen Preise mehr

Marcus Epple und Jürgen RösgerE-Plus-Shop-Geschäftsführer Marcus Epple (vorne) und Marketing-Chef Jürgen Rösger bei der Vorstellung von BASE X Besonderheit bei BASE X: Der Mobilfunker verkauft die Produkte standardmäßig mit einer "UVP" (unverbindliche Preisempfehlung), die Preise in den einzelnen E-Plus-/BASE-Shops und später auch bei lokalen Mobilfunk-Händlern oder im Online-Vertrieb können mehr oder minder stark abweichen. Die Händler beziehungsweise Shops können den Kunden also unterschiedlich hohe Rabatte gegenüber der UVP einräumen. Marketing-Chef Jürgen Rösger sprach hier von "10 bis über 30 Prozent".

Zudem wird es auch regional unterschiedliche Preisniveaus geben, so dass ein Tarifpaket in Berlin weniger kosten kann als in Stuttgart oder München. Ebenso will man auch Pakete mit Laufzeiten von drei Monaten oder einem Monat testen.

Dirks: "Mobilfunk wird zum Handelsprodukt"

Mit dem Start von BASE X vollzieht E-Plus einen kompletten Bruch der bisherigen Angebotsstruktur von Mobilfunktarifen. Statt eines festen (Monats-) Preises, der überall gleichermaßen gilt, werden die Preise nun ziemlich intransparent. Denn jeder Händler kann die Verkaufspreise selbst kalkulieren, zudem sind auch Bundles im Verkauf mit anderen Produkten (Kauf einer Stereo-Anlage, im Gegenzug ein halbes Jahr Internet kostenlos dazu) denkbar. E-Plus-Chef Dirks dazu: "Mobilfunk wird zum Handelsprodukt wie jedes andere Produkt auch."

Der Kommentar von teltarif-Redakteur Marc Kessler
teltarif-Redakteur Marc Kessler BASE X - ein Satz mit X? Eine wirkliche Beurteilung des neuen Produktkonzepts fällt schwer, im Grunde handelt es sich vor allem um eine Umstellung des Vertriebsmodells. Immerhin: Die Laufzeit der Tarifpakete beträgt lediglich sechs Monate. Für den Kunden heißt das künftig jedoch möglicherweise: Feilschen um den Preis. Ob sich der Deutsche daran gewöhnen kann und will, Mobilfunk als Produkt mit flexiblem Preis einzukaufen, bleibt fraglich.

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