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E-Lead Noahpad UMPC - der Rivale?

11.01.2008
00:00

 


Schon am vergangenen Sonntag stellten wir an dieser Stelle kurz den (potenziellen) Eee PC Konkurrenten Noahpad UMPC vor. Nachdem Hersteller E-Lead auf der heute zuende gegangenen CES in Las Vegas Details zu seinem ungewöhnlichen Subnotebook preis gab sowie Testgeräte am Messestand bereit hielt, wollen wir das Noahpad nun ausführlicher behandeln.

Das nur 780g leichte Noahpad (der Eee PC bringt 920g auf die Waage) lässt sich schwerlich in Schubladen stecken. Optisch wirkt es zunächst - abgesehen von der zweigeteilten Folientastatur - wie ein ganz normales Laptop. Aber schon die Bedienung im "Grundzustand" gestaltet sich ungewöhnlich. Auf ein Touchpad wurde zugunsten der kompakten Bauweise verzichtet, statt dessen fungiert die rechte Hälfte des berühungsempfindlichen Keyboards optional als Maus. Mit der linken Tastaturhälfte lässt sich dann eine Funktion namens "Virtual Screen" nutzen. Das 7" Display mit einer Auflösung von 800x480px (identisch mit dem Eee PC) emuliert dann 10" Bildschirmdiagonale bei einer Auflösung von 1024x768px.

Für Begeisterung sorgte bei der CES aber insbesondere das um fast 360° klappbare Display des Noahpad UMPC (Ultra Mobile PC). Der kleine Asiate ähnelt dann eher einem Tablet PC - mit dem wichtigen Unterschied, dass der Bildschirm anders als bei Vertretern dieser Geräteklasse nicht berührungsempfindlich ist. Statt dessen erfolgt die Bedienung über die sich nun auf der Rückseite befindliche Tastatur, welche optional virtuell auf dem Display dargestellt wird.

Das klingt zunächst einmal recht kompliziert und nicht gerade praktisch, in den letzten Tagen publizierte Videos sprechen aber eine andere Sprache. Ein (Werbe-)Clip von VIA Technologies - fertigt neben dem 1 Ghz C7 Prozessor auch das Mainboard des Noahpads - veranschaulicht die Bedienung des Winzlings.

Während das Noahpad mit 512 Mbyte Arbeitsspeicher hier auf einer Höhe mit dem zunächst in Deutschland erhältlichen Eee PC Modell 4G 701 liegt, wird bei der Festplatte geklotzt. Eine (konventionelle) 30 Gbyte HDD gönnt E-Lead dem Noahpad, während sich Eee PC Besitzer mit 4 Gbyte Flash-Speicher zufrieden geben müssen. Das bedeutet fast 8x mehr Platz für Daten, Unterhaltungsinhalte oder auch für ein anderes Betriebssystem: Ab Werk wird das Noahpad wie der Eee PC mit Linux ausgeliefert. Vorinstalliert ist die gerade bei Windows-Umsteigern beliebte Distribution Ubuntu, laut offizieller Produktseite wird das Noahpad aber auch WinXP-kompatibel sein.

Der Akku soll bei 3.000mAh knapp drei Stunden durchhalten, mit einem nicht näher spezifizierten externen Akku (10.000mAh) sind E-Lead zufolge sogar über 10 Stunden Akkulaufzeit möglich. Ob man mit einer solchen Batterie auch noch mobil ist, bleibt abzuwarten.

Was kann man mit dem Noahpad anfangen? E-Lead - wie Asus in Taiwan ansässig und bislang für Autotechnik bekannt - sieht sein Produkt in konkreter Abgrenzung zum Eee PC ("einfach bedienbarer Einsteiger-Computer") als Zweit-PC für unterwegs. In einer Pressemitteilung hebt der Hersteller darum noch einmal hervor, dass sein Produkt nur 2/3 so groß wie der Eee PC ist. Ein Noahpad ist kleiner als eine DinA5-Seite, sprich eine halbe Zeitschriftenseite.

Kompakte Maße & Masse prädestinieren das Noahpad als ÜberallPC, und genau so hat sich E-Lead das wohl auch vorgestellt. Die bislang veröffentlichten PR-Fotos verraten, was für Anwendungsmöglichkeiten man sich vorgestellt hat.

Darüber hinaus kann man sich die Drehbarkeit des Displays zunutze machen und das Noahpad etwa als digitalen Bilderrahmen oder mobiles Fernsehen gebrauchen.

In wieweit die Folientastatur nach einer Eingewöhnungsphase akzeptabel schnelles Tippen ermöglicht - und damit, ob sich das Noahpad auch für Geschäftliches eignet -, muss sich erst noch heraus stellen. In der Hand gehalten, kann nur mit den beiden Daumen und entsprechend langsam getippt werden, auf dem Tisch sollte eine höhere Frequenz möglich sein.

Zur Bepreisung hat sich E-Lead bislang nur dahin gehend geäußert, dass das Noahpad etwa auf einem Level mit dem Eee PC liegen wird. Wo und ab wann der Winzling verkauft wird, ließen die Taiwanesen auf der CES dem IT-Magazin Golem nach noch nicht durchblicken.

Die ersten Previews und Kritiken von Messebesuchern, die das Noahpad in der Hand hatten, fallen positiv aus.

  • Nick Haywood von hexus.net kam nach kurzer Eingewöhnung prima mit der Tastatur klar und bezeichnet das Noahpad-Konzept als "clever".
  • Matt Faulkner (GottaBeMobile.com) präsentiert seinen Lesern in einem Video das Noahpad - "very cool!".
  • auch Kollege Sascha (eeepcnews.de) hat einen sehenswerten Clip gedreht. Laut ihm gibt's das Noahpad ab März für $500.
  • engadget.com urteilt: "Einer der vielfältigsten UMPCs". Mit vielen Fotos eines knallroten Noahpads.
Fazit

Das Noahpad ist ein interessantes und vielversprechendes Produkt, keine Frage. Aber E-Lead hat recht: Die Zielgruppe des Mischlings - Laptop, Tablet PC & digitaler Bilderrahmen in einem - ist eine Andere als die des Eee PC. Wer sich ein intuitiv bedienbares, robustes (Flash-Speicher!) und grundsolides Subnotebook für kleines Geld wünscht, wird eher mit dem Eee PC glücklich. Hinzu kommt: Ob es das Noahpad jemals in Deutschland zu einem angemessenen Preis geben wird, ist völlig unklar.

Sollte sich E-Lead aber zu einem Release auch hierzulande entscheiden, ist das Noahpad zumindest für erfahrene Anwender mit Lust an Neuem mindestens einen Blick wert. Wir werden selbstverständlich weiterhin an dieser Stelle über das Noahpad berichten, sobald neue Informationen vorliegen.

 
Johannes Haupt
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre