Lese-Frust

Oyo II von Thalia: E-Book-Reader mit WLAN enttäuscht im Test

Langsame Reaktionszeiten und Ghosting-Effekte führen zu Lese-Frust
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Im August hat die Buchhandelskette Thalia gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern buch.de und bol.de den Nachfolger ihres bereits seit einem Jahr erhältlichen E-Book-Readers Oyo angekündigt. Seit dem 29. November kann die zweite Oyo-Generation nun für 119 Euro in allen Thalia-Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie online bei den drei Buchhändlern erworben werden. Im gleichen Zuge ist die erste Generation der Reader im Preis gefallen: Die WLAN-Variante gibt es nun für 99 Euro, das UMTS-Modell für 149 Euro.

Oyo II von Thalia: E-Book-Reader mit WLAN enttäuscht im TestKindle 3 und Oyo II im Größenvergleich
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Der Oyo II bietet mit Deutsch und Englisch zwei verschiedene Menüsprachen und soll im Vergleich zu seinem Vorgänger mit einigen Verbesserungen in Sachen Akkulaufzeit, Schriftanpassung und Speicherplatz punkten. Wir haben uns den neuen Oyo einmal genauer angeschaut und verraten, wie sich der E-Book-Reader von Thalia im Vergleich zu anderen Lesegeräten schlägt.

Unterschiede zwischen Oyo I und II im Inneren

Oyo II von Thalia: E-Book-Reader mit WLAN enttäuscht im TestAnschlüsse an der Unterseite Bereits auf den ersten Blick zeigt sich, dass Thalia auch bei dem neuen Lesegerät auf das gleiche Design setzt. Das kompakte Format von 154 mal 124 mal 11 Millimeter, das bereits beim Oyo I gefiel, wurde beibehalten. Allerdings scheint der Reader gefühlt etwas dicker, was zum einen an dem vermehrten Aufkommen extrem dünner Lesegeräte in den vergangenen Monaten liegen könnte und zum anderen daran, das der Oyo II mit seinen 260 Gramm (Oyo I 240 Gramm) vergleichsweise schwer ist.

Der Oyo II wurde mit einem 6 Zoll großen SiPix-Display ausgestattet, das eine Auflösung von 800 mal 600 Pixel und 16 Graustufen wiedergibt. Neben dem Touchscreen verfügt das Lesegerät auch über vier haptische Tasten, mit denen der Leser in den Büchern vor- und zurückblättern sowie das Gerät ein- und ausschalten kann. Eine weitere Taste führt zum Menü, über das verschiedene Funktionen aufgerufen werden können.

Wie die Vorgängerversion punktet auch der Oyo II durch einen microSD-Speicherkartenslot, mithilfe dessen sich der 4 GB große Speicher des Gerätes um weitere 32 GB erweitern lässt. Ebenfalls an Bord ist ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für den integrierten MP3-Player sowie ein microUSB-Anschluss für die Verbindung mit dem Computer oder Netzstecker. Zum Lieferumfang des Oyo II gehört ein Ladegerät, ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung inklusive Garantiekarte.

Die Kapazität des Akkus wurde - wie auch der interne Speicher – ordentlich erhöht: Statt 1 200 mAh bringt der Oyo II nun eine Batterie mit 2 200 mAh mit.

Enttäuschendes SiPix-Display

Oyo II von Thalia: E-Book-Reader mit WLAN enttäuscht im TestGhosting-Effekte im Thalia-Shop Die Oyos von Thalia stammen aus der Schmiede des Herstellers Medion, der bei seinen E-Book-Readern bislang durchweg auf das sogenannte SiPix-Display setzt. Im Gegensatz zu den Displays von eInk stellen diese graue Schrift auf grauem Hintergrund dar, liefern keinen so klaren Kontrast und können daher nicht mit der neuesten eInk-Pearl-Technologie mithalten. Bereits während des Tests des Oyo I fiel uns der deutliche Qualitäts-Unterschied zu den Displays der Lesegeräte von Amazon und Sony auf. Beim Oyo II scheint die Darstellung sogar noch etwas schlechter geworden zu sein.

Bereits die erste Aktivierung des E-Book-Readers machte zudem die sehr langsame Reaktionszeit des Bildschirms deutlich. Die Eingabe der WLAN-Daten für die Verbindung zum Internet gestaltete sich durch die virtuelle Tastatur und die lange Wartezeit zwischen den Eingaben sehr mühsam. Nach der Registrierung des Oyos mit den Login-Daten von Thalia eröffnet sich dem Nutzer der Startbildschirm, der durch seine übersichtliche Anordnung erfreut. Allerdings sind bereits hier die sogenannten Ghosting-Effekte, die durch das Durchdrücken vorheriger Seiten entsteht, sehr deutlich. Ein Blick in die Einstellungen zeigt, dass die Bildschirmaktualisierung bereits auf "Häufig" eingestellt und somit keine Optimierung der Darstellung möglich ist.

Auf der zweiten Seite erfahren Sie, wie sich der Oyo II während des Lesens schlägt und wie unser Fazit des Tests ausfällt.

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