Testversuch mit DVB-T2 in Niedersachsen offiziell gestartet
28.02.2010 14:44
Bestmögliche Parameter eines DVB-T-Nachfolgesystems sollen ermittelt werden
In Niedersachsen wird die
DVB-T-Nachfolgetechnologie DVB-T2 in einem groß
angelegten Test erprobt. Wie die Niedersächsische Landesmedienanstalt
(NLM)
mitteilt, wurde nach der Installation der Sender an den Standorten Lüneburg und Rosengarten
nach ersten Versuchsabstrahlungen in
diesen Tagen offiziell mit der Erprobung der unterschiedlichen Nutzungsvarianten von
der zweiten Generation des terrestrischen Digitalfernsehens
im nördlichen Niedersachsen begonnen.
In dem Versuch sollen durch Tests, Messungen sowie
Vergleiche zu DVB-T die für die deutschen Bedürfnisse
bestmöglichen Parameter eines Nachfolgesystems ermittelt werden.
An dem Projekt sind zahlreiche Partner beteiligt,
unter anderem der
NDR,
das ZDF,
die Mediengruppe RTL,
die ProSiebenSat1. Media AG, die
Technische Universität Braunschweig (TUBS) und der Netzbetreiber
Media Broadcast.
Durch DVB-T2 soll eine Verbesserung des Dienstangebotes
des zukünftigen digital-terrestrischen Fernsehens und damit
verbunden eine Vergrößerung der Marktchancen erreicht werden.
Aufgrund eines immer größer
werdenden Marktes der großformatigen Bildschirme soll die technische Qualität der Übertragung von
Videosignalen optimiert werden, ebenso soll eine Optimierung der portablen und mobilen
Empfangsmöglichkeiten erreicht werden. Wird der Kompressionsmodus MPEG-4 eingesetzt
können mehr Sender in einem Kanal ausgestrahlt werden. Damit verringern sich
die Übertragungskosten. Außerdem ist eine Verbreitung hochauflösender
HDTV-Signale über das digital-terrestrische Antennenfernsehen
möglich. Nachteil für Zuschauer ist jedoch, dass sie neue Empfangsgeräte bräuchten.
Die Projektpartner sind
sich daher einig, dass eine Einführung von DVB-T2 verbraucherfreundlich
erfolgen soll und hierfür ein entsprechendes Szenario zu entwickeln
ist. Mit einer Einführung des neuen Standards DVB-T2 sei
frühestens in einigen Jahren zu rechnen.
Der Modellversuch dauert bis zum 31. Juli 2012.
Inzwischen liebäugeln auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mittelfristig
mit einem Wechsel auf die DVB-T2-Technologie. Hier könnten sie das gesamte TV-Angebot sowie zusätzlich
HDTV-Kanäle über das digital-terrestrische Antennenfernsehen ausstrahlen.