Interview

Telekom bereitet DSL mit maximaler Geschwindigkeit vor

Produkteinführung von Rate Adative Mode für Februar 2010 geplant
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DSL mit maximaler Geschwindigkeit? Davon träumen sicherlich nicht wenige Besitzer eines Breitband-Anschlusses. Doch vielerorts gibt es vor allem technische Hürden, die einen schnellen Ausflug ins weltweite Internet fast unmöglich machen. Während DSL-Anbieter wie NetCologne, HanseNet (Alice), Telefónica und Vodafone bereits seit längerer Zeit auf Breitband-Verbindungen mit einer variablen Übertragungsrate zurückgreifen, hält man sich bei der Deutschen Telekom bei diesem Thema noch ein wenig zurück. Technische Probleme seien die Ursache dafür, dass der Bonner Konzern bislang nur DSL-16000-Anschlüsse und T-Home Entertain mit dem Rate Adaptive Mode (RAM) geschaltet hat. Doch was steckt hinter der modernen Technik? Welche Vorteile haben Kunden durch den Umstieg von einer statischen Bandbreite zu einer DSL-Verbindung mit einer variablen Übertragungsrate? Wir haben deshalb beim T-Home-Sprecher Ralf Sauerzapf nachgefragt.

Herr Sauerzapf, was versteht man unter Rate Adaptive Mode und was ist der Unterschied zur Fixed Rate?

Im Rate Adaptive Mode wird dem Kunden an seinem DSL-Anschluss innerhalb von sogenannten Bandbreiten-Korridoren (RAM 2000: 384 - 2000 kBit/s; RAM 6000: 2000 - 6000 kBit/s) die entsprechend der Leitungslänge und -qualität (variable) maximal mögliche Bandbreite zur Verfügung gestellt. Ein DSL-Anschluss mit einer Fixed Rate synchronisiert sich dagegen auf einer vorgegebenen Bitrate. Diese errechnet sich anhand der Leitungslänge und -qualität zuzüglich einer Reserve für die Verkabelung im Haus des Kunden. Der errechnete Wert wird dann auf die bekannten Bandbreiten abgerundet. Im RAM werden im Gegensatz zur Fixed Rate weder Reserven kalkuliert noch wird abgerundet, so dass der Kunde in der Regel eine höhere Bitrate auf seinem Anschluss erhält. Hierdurch wird jedoch keine höhere DSL-Abdeckung erreicht.

Ihr Unternehmen hat vor kurzem ein Pilotprojekt beendet, bei dem rund 8 000 Kunden ihren bisherigen DSL-Anschluss kostenlos auf RAM-Technik umstellen lassen konnten – und diesen seit Beendigung der Pilotphase auch weiterhin nutzen. Wie sah die Resonanz bei den Teilnehmern aus?

Der überwiegende Teil der Pilotkunden war von der Steigerung ihrer Bitrate begeistert. Bei einigen Anschlüssen konnte die Bandbreite sogar mehr als verdoppelt werden. In einer weiteren Testphase werden derzeit Vertriebsprozesse und weitere technische Details überprüft.

Heißt das, dass T-Home-Kunden nun davon ausgehen können, dass die Telekom schon bald mit der Umstellung der restlichen DSL-Anschlüsse auf den Rate Adaptiv Mode beginnen wird?

In der Tat. Die Produkteinführung ist für Februar nächsten Jahres geplant und wird sich über das ganze Jahr erstrecken. Kunden können RAM ohne Mehrpreis durch die Buchung eines Call&Surf-Produktes erhalten. Aus technischen Gründen ist es aber leider nicht möglich, an allen DSL-Anschlüssen RAM anzubieten. Eine Aussage zur Verfügbarkeit wird erst bei der Buchung des Call&Surf-Produkts möglich sein.

Vielen Dank für das kurze Gespräch, Herr Sauerzapf.

Mehr Geschwindigkeit, weniger Fehlermeldungen

T-Home-Kunden, die im Laufe des nächsten Jahres in den Genuss einer Umstellung auf die moderne RAM-Technik kommen, dürfen sich freuen. Berichten zufolge ist die verfügbare Bandbreite eines DSL-Anschlusses nach der Umstellung insbesondere beim Upload deutlich angestiegen. In Einzelfällen konnten hier sogar Zuwächse bis zu 300 kBit/s gemessen werden. Unseren Informationen zufolge ist zudem die Häufigkeit der Fehlermeldungen bei DSL-Anschlüssen mit RAM deutlich geringer als bei herkömmlichen Anschlüssen. Welche Gründe es geben kann, wenn Ihr DSL-Anschluss langsamer ist als erwartet, lesen Sie in einem Ratgeber.

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