Günstig

Günstige DSL-Flatrates und ihre Kostenfallen

Der einfache DSL-Anschluss ist das Brot- und Buttergeschäft vieler Provider. Viel lässt sich mit den Angeboten nicht verdienen. Entsprechend phantasievoll sind die Gebühren, die sich zu Haufe in den Preislisten finden. Bei Neuschaltung und Betrieb lauern daher eine Vielzahl von Kostenfallen. Wir haben uns die Konditionen genauer angesehen.
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DSL-Kabel mit SparschweinGünstige DSL-Tarife im Überblick. Verbraucher erwarten von ihrem DSL-Anschluss eine schnelle und stabile Verbindung - und das am besten zu einem günstigen Preis. Nach wie vor ist der heimische DSL-Anschluss das Rückgrat der Internet-Anschlüsse in Deutschland. Über TV-Kabel & Co. sind deutlich weniger Anschlüsse geschaltet.

Möglichst schnell - möglichst günstig

In erster Linie soll der DSL-Anschluss aus Sicht des Kunden wenig laufende Kosten verursachen. Ein günstiger Tarif mit DSL-Flatrate und Telefon-Anschluss schlägt mit 22 bis 25 Euro monatlich zu Buche. Mehr sollten Nutzer nur zahlen, wenn der Tarif weitere Leistungen wie Telefonie-Flatrates oder zusätzliche Hardware enthält. Darüber hinaus verstecken die Anbieter in ihren Preislisten eine Vielzahl von Gebühren, auf die wir weiter unten genauer eingehen.

Mit der Bandbreite steigen die Kosten

Ein Geschwindigkeitsrausch stellt sich bei DSL-Anschlüssen schon lange nicht mehr ein. Anders als bei den hier nicht berücksichtigten VDSL- und Kabel-Tarifen erhalten DSL-Kunden eine Bandbreite von maximal 16 MBit/s. Manchmal erlaubt der gebuchte Tarif nur eine geringere Datenrate und kostet dann oftmals weniger. Je nach technischem Hintergrund kann aber auch der Anschluss eine geringere Geschwindigkeit liefern als gebucht. Weicht die lieferbare Datenrate erheblich von der vertraglich vorgesehenen ab, können Kunden in der Regel auch nach der Schaltung des Anschlusses vom Vertrag zurücktreten.

Bei einigen wenigen Anbietern sind etwas mehr als 16 MBit/s im Downstream verfügbar. So bieten die regionalen Netzbetreiber M-net und NetCologne Anschlüsse mit bis zu 18 MBit/s an.

Auskunft über die voraussichtlich erhältliche Bandbreite gibt die Verfügbarkeitsabfrage beim Anbieter. Sofern diese nicht ohnehin Teil des Buchungsprozesses ist, sollten interessierte Kunden sich im Vorfeld informieren, welche maximale Datenrate der Anbieter an ihrem Anschluss realisieren kann. Zudem lohnt es sich, die Verfügbarkeitsabfrage mehrerer Provider zu vergleichen - je nach Vertragspartner können sich die Ergebnisse erheblich unterscheiden.

Der Provider easybell geht hier mit gutem Beispiel voran: Auf einer Unterseite der Anbieter-Homepage können Nutzer eine Bandbreitengarantie anfordern. Diese wird nach kurzer Zeit per E-Mail geschickt und enthält sogar häufig einen Gutschein-Code für einen sechs Monate lang kostenlosen Mietrouter.

Auf die Gesamtkosten kommt es an

Am besten lassen sich Tarife anhand der Gesamtkosten über 24 und 36 Monate vergleichen. Hier sind alle laufenden und einmaligen Kosten enthalten, die mit der Schaltung des Anschlusses anfallen. Dies sind Grundgebühr, Einrichtungsgebühr, Versandkosten, Hardwarekosten und die Technikergebühr. Auch Sonderaktionen und Rabatte haben wir einbezogen. Alle Preise finden Sie in der untenstehenden Tabelle.

Der über 24 Monate günstigste Tarif ist 1&1 DSL Basic. Aktionsweise fallen hier in den ersten 12 Monaten 9,99 Euro an, danach 24,99 Euro. Enthalten ist sogar eine Telefon-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz. Nutzer müssen allerdings eine Bandbreiten-Drosselung nach Verbrauch eines Transfervolumens von 100 GB in Kauf nehmen.

Bei den Gesamtkosten über 36 Monate liegt der Vodafone DSL 6 vorne. 759,15 Euro zahlen Nutzer über drei Jahre. Der längerfristig günstige Preis ist mit seiner vergleichsweise geringen Leistung erkauft: Nur 6 MBit/s im Downstream sieht das Angebot vor. Der Tarif passt daher zu Ausbaugebieten mit schlechter DSL-Verbindung. Positiv zu nennen ist die relativ geringe Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten und der kostenlos enthaltene DSL-Router, für den auch keine Versandkosten anfallen.

Wer auf drei Jahre rechnet, jedoch einen DSL-Anschluss mit 16 MBit/s bevorzugt, ist mit dem oben genannten 1&1 DSL Basic am günstigsten dran.

Zahlreiche Zusatz-Gebühren lauern

Abseits von Grundgebühr und Einrichtungsgebühr können sowohl bei der Buchung als auch bei der Nutzung des DSL-Anschlusses Kostenfallen lauern. So sollten Kunden Ausgaben für den DSL-Router einplanen, sofern dieser nicht Gegenstand des Vertrags ist (easybell, Telekom). Geht das verpflichtend gebuchte Gerät nach Ablauf der Garantiezeit kaputt, müssen 1&1- und congstar-Kunden auf eigene Kosten für Ersatz sorgen.

Die o2-Tarife DSL All-In S und DSL All-In M kommen mit zwei unterschiedlichen Drosselungs-Konstrukten daher. Um der Bandbreiten-Beschränkung zu entgehen, müssen Kunden Geld in die Hand nehmen und entweder für 4,99 Euro 100 GB weiteres Datenvolumen buchen oder für monatlich 14,99 Euro die Drosselung ganz außer Kraft setzen. Das kommt dem Nutzer dann aber im Vergleich sehr teuer.

Wenn der Techniker zweimal klingelt

Bei Neuanschaltungen eines DSL-Anschlusses und häufig auch beim Anbieterwechsel kann es sein, dass ein Techniker den Kunden aufsuchen muss, um vor Ort den Anschluss in Betrieb zu nehmen. Unser Vergleich zeigt: Der erste Termin ist in der Regel für den Kunden kostenlos. Nur bei 1&1 und congstar können bereits beim ersten Termin Gebühren anfallen.

Dass es hier zu Schwierigkeiten kommt und der Techniker nicht erscheint, ist häufig zu hören. Doch auch Kunden sollten genau darauf achten, den Termin einzuhalten. Wurde ein Kunde ordnungsgemäß über den Technikertermin informiert und nimmt er diesen unvermittelt nicht wahr, können Kosten für eine zweite Anfahrt auf den Kunden zukommen. So kann den Neukunden eine defekte Türklingel oder ein Moment der Abwesenheit ca. 50 bis 60 Euro kosten.

Wenn Kunden und Rufnummern umziehen

Die Wohnung zu wechseln und den DSL-Anschluss mitzunehmen, ist möglich aber nicht immer kostenlos. Bei 1&1 beispielsweise fällt eine Gebühr in Höhe von 59,95 Euro an, wenn der Umzug innerhalb der ersten 24 Laufzeitmonate erfolgt. Die Telekom Deutschland verlangt für den Anschlussumzug unabhängig von der Laufzeit 69,95 Euro.

easybell rät den Kunden, einfach einen neuen Anschluss zu bestellen. Dank der kurzen Laufzeit der Tarife ist dies bei diesem Provider auch kein größeres Problem. Es fällt allerdings die Einrichtungsgebühr in Höhe von 49,95 Euro erneut an.

o2 und Vodafone nutzen die Gelegenheit, die Kunden länger an sich zu binden: Wer beim Anschluss-Umzug einem Neubeginn der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten zustimmt, zahlt keine Umzugsgebühr. Ansonsten werden bei o2 während der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten 49,99 Euro und danach 19,99 Euro für den Umzug fällig. Vodafone berechnet 39,99 Euro.

Ähnlich wie bei Mobilfunk-Tarifen ist die Rufnummernmitnahme zum neuen Provider in der Regel kostenlos, schlägt jedoch bei der ausgehenden Mitnahme zu Buche. Bei 1&1 fallen für die im Tarif enthaltenen Rufnummern keine Kosten bei eingehender Portierung an. Erst wenn darüber hinaus Nummern mitgenommen werden, fallen 2,50 Euro pro Stück an. Bei einem nachträglichen Import berechnet der Anbieter 24,90 Euro. Vodafone gewährt die kostenlose eingehende Mitnahme einer Rufnummer. Jede weitere kostet 9,99 Euro.

Den Anbieter zu wechseln und die Rufnummer mitzunehmen ist deutlich teurer: Gebühren von knapp 30 Euro sind hier die Regel. Nur die Telekom Deutschland ist hier eine Ausnahme: Den Ex-Kunden überlässt sie ihre Rufnummer für 8,10 Euro.

Weitere Gebühren

Unachtsamkeit kann zu höheren Kosten führen: So verlangt 1&1 eine "Clearing-Gebühr" in Höhe von 59,95 Euro, sollte ein Kunde die Anschlussschaltung "aufgrund fehlender Bereitstellung von Informationen (Portierungsantrag, Kündigungsvollmacht oder Kündigungswirkdatum des bisherigen Providers) verzögern".

Üblich sind zudem Mahn- und Rücklastschriftgebühren. Mobilfunkanbietern verboten ist die kostenpflichtige Papierrechnung, wenn der Tarif nicht nur über das Internet verfügbar ist. Vodafone hingegen berechnet für die Zusendung einer Papierrechnung für DSL-Produkte 1,50 Euro.

Telefonkosten: Minutenpreise nicht zeitgemäß

Reine DSL-Internet-Anschlüsse sind kaum noch verfügbar. Alle hier verglichenen Tarife enthalten auch einen Telefonanschluss, manche mit Sprachflat ins deutsche Festnetz oder - im Falle der o2-Anschlüsse - sogar mit Allnet-Flat. Für einige Tarife gibt es die Flatrate nicht als Option, sondern im Rahmen einer etwas teureren Tarifvariante, die sich lediglich durch die Sprachflat unterscheidet (congstar, easybell, Vodafone, Telekom).

Abseits der Flatrate kann es jedoch teuer werden: Zwischen 19 und 22 Cent kosten Gespräche in die deutschen Mobilfunknetze. Löbliche Ausnahmen: easybell mit 9,8 Cent. congstar räumt zumindest einen Minutenpreis von 9 Cent zu anderen congstar-Anschlüssen ein. Zum Vergleich: Minutenpreise für Gespräche vom Handy in die deutschen Mobilfunknetze fangen bei 5 Cent an.

Um solche Preise zu umgehen, kann am Telekom-Anschluss Call by Call und an anderen Anschlüssen Callthrough genutzt werden. Letzteres enthält jedoch eine Kostenfalle. So berechnen 1&1 und die Telekom für Verbindungen zu Callthrough-Diensten, die eine Festnetznummer zur Einwahl verwenden, trotz einer gegebenenfalls tariflich enthaltenen Flatrate 2,9 Cent pro Minute bei Verbindungen zu diesen Nummern. Dies kann sich zwar immer noch lohnen im Vergleich zum ursprünglichen Tarif. Nutzer sollten sich dessen jedoch bewusst sein.

Gar nicht erreichbar sind bei congstar und easybell bestimmte Rufnummerngassen. So ist die Anwahl von 0900er-Nummern bei easybell grundsätzlich gesperrt. Bei congstar sind alle Sonderrufnummern außer denen der 0180er-Gasse nicht erreichbar. Was einerseits dem Kostenschutz dient, beschneidet den Nutzer andererseits in seinen Möglichkeiten, auch sinnvolle Dienste in Anspruch zu nehmen.

Kosten vermeiden, Rabatte erzielen

Um die hier genannten Kosten zu vermeiden, sollten sich Kunden also gut auf den Anbieterwechsel oder den Neuabschluss des Vertrages vorbereiten. Zudem kann es sich lohnen, sich einen Händler des Vertrauens zu suchen und sich von diesem eingehend beraten zu lassen. Manche Händler können über das Online-Angebot der Provider hinausgehende Angebote machen, was die Gesamtkosten noch weiter reduziert.

Zudem sollten angehende DSL-Kunden prüfen, ob sie bereits einen Mobilfunk-Vertrag nutzen, der sich mit einem Angebot aus dem Festnetz-Portfolio ihres Anbieters kombinieren lässt. So können Telekom-Kunden den Kombi-Tarif MagentaEINS, Vodafone-Kunden All-in-One oder Red One und o2- oder Base-Kunden Blue One oder den Kombi-Vorteil in Anspruch nehmen.

Günstige DSL-Tarife im Überblick

  1&1 Congstar easybell o2 primacall Vodafone zum Vergleich:
Telekom
Tarif DSL Basic Komplett-1 DSL Komplett basic DSL
All-in S
DSL
All-in M
DSL Star Basic Internet DSL 6 Internet & Phone 16 Magenta Zuhause XS
Bandbreite
in MBit/s
16,0 / 1,024 16,0 / 1,024 16,0 / 1,024 8,0 / 2,4 16,0 / 2,4 16,0 / 1,024 6,016 / 0,576 16,0 / 1,024 16,0 / 2,4
Mindestvertrags-
laufzeit /
Kündigungsfrist
24 Mon. /
3 Mon.
24 Mon. /
3 Mon.
1 Mon. /
14 Tage
24 Mon. /
3 Mon.
24 Mon. /
3 Mon.
12 Mon. /
3 Mon.
24 Mon. /
3 Mon.
12 Mon. /
1 Mon.
Grundgebühr 12 Mon. 9,99
danach: 24,99 1)
24,99 1) 21,95 3 Mon. 14,99
danach: 24,99
3 Mon. 14,99
danach: 29,99
12 Mon. 19,95
danach: 22,95
19,99 1) 24 Mon. 19,99
danach: 29,99 1)
29,95
Einrichtungs-
gebühr
0,00 2) 9,99 49,95 0,00 0,00
+50,00 Start-
guthaben
19,95 39,99 39,99 69,95
Hardware DSL-Router: 0,00 FRITZ!Box 7330: 49,99 optional Homebox2: 0,00 /
FRITZ!Box: 29,99 (Aktion bis 1.3.)
WLAN-Router: 0,00 EasyBox 804: 0,00 /
FRITZ!Box 7490: 5,00 mtl.
optional
Versandkosten 9,90 - - 9,99 9,90 0,00 -
Drossel ab 100 GB
auf 1,024 / 0,128
keine keine ab 100 GB
auf 2,0 / 1,0
ab 300 GB3)
auf 2,0 / 1,0
keine keine keine
Festnetz- / Mobilfunk-Gespräche
(Cent pro Minute)
Flat / 19,9 2,9 / 22,0
zu congstar: 9,0
0,98 / 9,8 Flat / Flat 2,9 / 19,9 2,9 / 19,9 Flat / 19,9 2,9 / 19,0
Technikergebühr
(bei erstem Termin)
59,90 4) 29,99 4) keine keine keine keine keine keine
Technikergebühr
(bei versäumtem Termin)
59,95 - 48,79 - - - 59,00 -
Portierungs-
gebühr
rein ab 4. Rufnummer: 2,50 je Nr.; nachträglich: 24,90 0,00 0,00 0,00 k.A. 1. Rufnummer kostenlos, jede weitere: 9,99 0,00
raus 29,90 29,99 29,00 29,95 k.A. 29,95 8,10
Umzugskosten 59,95 2) k.A. k.A. Während der ersten 24 Monate: 49,99,
nach 24 Monaten: 19,99,
bei Verlängerung um 24 Monate: 0,00
k.A. 39,99
bei Verlängerung um 24 Monate: 0,00
69,95
DSL-Carrier Telekom, QSC, Telefónica, Vodafone, Versatel Telekom, QSC QSC Telefónica, Telekom k.A. Vodafone, Telekom Telekom
Optionen Telefonie-Optionen
Sofort-Start
Telefonie-Optionen Fastpath Quickstart, Aufhebung der Drosselung, Telefonie-Optionen - Telefonie-Optionen Telefonie-Optionen
Gesamtkosten 24 Mon. 489,56 689,73 576,75 579,75 634,75 544,65 519,75 519,75 788,75
Gesamtkosten 36 Mon. 789,44 989,61 840,15 879,63 994,63 820,05 759,15 879,63 1148,15
Stand: 29. Februar 2016. Preise in Euro, sofern nicht anders angegeben.
1) In manchen Ausbaugebieten fällt ein monatlicher Regional-Aufpreis an.
2)Bei Umzug innerhalb der ersten 24 Laufzeitmonate fallen 59,95 Euro als Bereitstellungsgebühr an.
3) Bei dreimaliger Überschreitung von 300 GB pro Monat in Folge greift die 300-GB-Grenze im Folgemonat.
4) Kann bei Übernahme des Anschlusses durch den Anbieter entfallen. Bei 1&1 erhält der Kunde dann eine Gutschrift über 10 Euro.
Um kurzfristig günstige Aktionsangebote wahrnehmen zu können, bieten sich DSL-Tarife mit kurzer Laufzeit an. In dieser Meldung haben wir die wichtigsten bundesweit erhältlichen Tarife verglichen.
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