
DSL-Anschlüsse in Deutschland
Wer einen neuen
DSL-Vertrag abschließt, bekommt häufig vom
Provider einen neuen
Router gestellt. Dennoch
kaufen immer mehr Internetnutzer ihre DSL-Hardware selbst im freien Handel oder im Shop
eines Telekommunikationsanbieters. Nach Angaben des
Marktforschungsunternehmens GfK
(GfK Retail Channel) wurden im ersten Quartal dieses Jahres fünf Prozent mehr Modem-Router
verkauft als im Anfangsquartal 2010. Insgesamt gingen von Januar bis Dezember vergangenen
Jahres rund 419 000 Modem-Router über die Ladentheken in Deutschland. Am höchsten
in der Gunst der Käufer liegen dabei die
FRITZ!Boxen
des Berliner Herstellers AVM, auch wenn die Konkurrenz häufig günstigere Geräte im Sortiment
hat.
Zahl der DSL-Neuverträge stagniert seit Jahren
Dass die Menge der in Elektronikmärkten und Fachhandel verkauften Geräte zunimmt, liegt in
der Natur der Sache: Einen neuen Modem-Router zum Subventionspreis geben die Provider in der
Regel nur an Neukunden heraus, wenn diese einen DSL-Vertrag (ggf. mit längerer
Mindestvertragslaufzeit) abschließen. Die Zahl der neuen Vertragsabschlüsse im DSL-Bereich
stagniert jedoch, der Markt ist weitgehend gesättigt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur bezogen Ende 2010
23 Millionen Haushalte in Deutschland einen DSL-Anschluss - eine Steigerung
von nur noch rund 600 000 Anschlüssen gegenüber dem Vorjahr. Von 2008 bis
2009 erhöhte sich die Zahl der DSL-Anschlüsse in Deutschland noch um rund
1,5 Millionen, im Jahr davor um rund 2,4 Millionen. Gleichzeitig
positionieren sich das Kabel-Internet,
Glasfaser oder andere schnellere Zugangstechnologien
immer mehr als DSL-Konkurrenz in für die Unternehmen wirtschaftlich interessanten
Gebieten, denn den DSL-Anschlüssen sind hinsichtlich der Datenübertragungsraten -
zurzeit bis zu 16 MBit/s im Downstream - Grenzen gesetzt und neue
Web-basierte Anwendungen verlangen immer mehr Bandbreite.
Aber nicht nur die Zahl der DSL-Einsteiger nimmt ab, auch Internetnutzer mit einem
bereits laufenden DSL-Vertrag finden immer weniger Anreize, den Anbieter oder den
Tarif zu wechseln. Furcht vor Komplikationen bei einem Provider-Wechsel und ein Ende
des früheren Preiskampfes im DSL-Bereich einerseits sowie die Zufriedenheit des Kunden
mit seinem bisherigen DSL-Komplettpaket und den Leistungen des Anbieters sind für
diesen Rückgang der Zahl der DSL-Neuanschlüsse verantwortlich. Und wer länger als
zwei Jahre bei seinem DSL-Tarif und -Provider bleibt, kauft sich eher nach einiger
Zeit selbst im Fachgeschäft neue, leistungsfähigere Hardware.

Mike Lange von D-Link
Wer einen neuen DSL-Vertrag abschließt, bekommt immer noch bei großen
DSL-Providern wie 1&1, Telefónica
Germany (Alice und o2) und Vodafone zumindest die
Basis-Hardware für den DSL-Anschluss zum Versandkostenpreis. Es gibt jedoch Ausnahmen:
Beispielsweise sind in den von der Telekom beworbenen
DSL-Komplettangeboten die Kosten für die notwendige DSL-Hardware noch nicht enthalten
und bei der Telekom-Discountmarke congstar hängt es von der
Dauer der Mindestvertragslaufzeit ab, ob der Kunde einen DSL-Router zum
Versandkostenpreis erhält oder einen Betrag von knapp 60 Euro für die Hardware
und ihren Versand entrichten muss.
Leistungsfähigere Hardware im freien Handel gesucht
"Wir beobachten eine steigende Nachfrage bei frei verkäuflichen DSL-Routern", bestätigt
eine Unternehmenssprecherin von Media-Saturn den Trend. "Der Grund hierfür liegt
vor allem in der besseren Ausstattung bzw. den umfangreicheren technischen Features, die
diese Geräte im Vergleich zu Routern, die man in der Regel kostenlos zum DSL-Vertrag durch
den Provider erhält, bieten." Das heißt aber nicht unbedingt, dass die Hardware-Hersteller
einen Einbruch bei den Absatzzahlen der im freien Handel erhältlichen Geräten verzeichnen.
"Zum einen werden im freien Handel vermehrt hochwertige Router nachgefragt, die mehr
Funktionalitäten bieten als die kostenlos mitgelieferten Produkte der Provider", erklärt
Mike Lange, Director Customer Service, Business Development & Product Marketing
für den Hersteller D-Link in Mittel- und
Osteuropa, der seine Router für Privatkunden sowohl über Fach-, Online- und Retail-Shops als
auch in Bündel mit Zugangstarifen über die Internetprovider vertreibt. "Gleichzeitig ist das
Geschäft über die Provider auf einem hohen Niveau stabil, wobei es natürlich Unterschiede
zwischen einzelnen Providern gibt."
Auf der folgenden Seite lesen Sie, welches Router-Modelle am häufigsten
in den deutschen Shops nachgefragt werden.
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