Bandbreite

So schätzen Sie Ihren DSL-Bandbreiten-Bedarf ein

Und sparen so möglicherweise bei der Internet-Tarifwahl
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Während die Nutzer des Web-TV-Senders Zattoo für den kostenfreien Basisdienst mit einem DSL-1000-Anschluss auskommen, empfiehlt der Anbieter seinen Nutzern für die neuen kostenpflichtigen "High-Quality-Sender" mindestens einen DSL-2000-Anschluss (wir berichteten). Auch Video-Streams von dem beliebten YouTube-Portal oder aus der ZDF Mediathek können theoretisch mit einem DSL-1000-Anschluss angesehen werden. Erfahrungen in der Praxis lassen aber mindestens einen DSL-2000-Anschluss als empfehlenswert erscheinen. Das gilt auch für Filmabrufe mit dem WMV-Codec aus dem Video-on-Demand-Portal von maxdome.

Mindestens DSL-16000-Anschluss für den Empfang von IPTV in HD-Qualität

Nicht einfach zu beantworten ist die Frage nach der geeigneten Mindest-Bandbreite für den Empfang von TV-Inhalten oder Filmen in der detailreicheren und feiner gezeichneten HD-Qualität über die Internet-Leitung. Wie viel Bandbreite dafür zur Verfügung stehen muss, hängt sowohl vom verwendeten HD-Standard als auch von dem eingesetzten Komprimierungs-Codec und weiteren Qualitätseinstellungen wie etwa der Bildauflösung (meist 1 280 mal 720 Pixel) ab. So verwundert es nicht, dass die Angaben zur Mindestbandbreite für IPTV in HD-Qualität je nach Quelle variieren. Mit dem moderneren MPEG-4-Komprimierungsstandard muss zum Beispiel bei gleichbleibender Bildqualität weniger Datenvolumen übertragen werden als mit dem MPEG-2-Standard - und der Nutzer benötigt so weniger Bandbreite an seinem DSL-Anschluss für IPTV in HD-Qualität.

Fest steht: Der Nutzer sollte mindestens über einen DSL-16000-Anschluss verfügen, denn bekanntlich gibt die DSL-Geschwindigkeitsklasse nicht die tatsächlich in der Praxis realisierte Bandbreite wieder. Die Deutsche Telekom bietet ihre HDTV-Inhalte in den Entertain-Anschlusspaketen sogar mit einem 16 MBit/s im Downstream schnellen ADSL2+-Anschluss nicht an sondern nur in Verbindung mit den lediglich in 50 Städten verfügbaren und je nach Tarifwahl 25 MBit/s (ab 54,95 Euro pro Monat) oder 50 MBit/s (ab 59,95 Euro pro Monat) schnellen VDSL-Anschlüssen an.

Wer kein Telekom-Kunde ist, muss sich um die Frage nach ausreichender Bandbreite für IPTV in HDTV-Qualität nicht kümmern: Einen weiteren breiter bekannten Anbieter von HDTV-Inhalten über die Internet-Leitung gibt es in Deutschland zurzeit nicht. Erst im kommenden Jahr wollen die öffentlich-rechtlichen und private Sender richtig mit dem hochauflösenden Fernsehen loslegen.

Mögliche Faktoren, die die DSL-Bandbreite verringern

Bei der DSL-Anschlusswahl sollte der Einsteiger daran denken, dass die Bezeichnungen der DSL-Anschlussklassen nur Aufschluss über die theoretisch - also unter idealen Bedingungen - mögliche Geschwindigkeit einer DSL-Leitung geben. Es handelt sich daher um "Bis-zu"-Werte. In der Praxis jedoch bremsen physikalische Faktoren wie die Qualität der Leitung und des DSL-Ports und die Entfernung zwischen DSL-Anschluss des Nutzers und der Vermittlungsstelle die Datenübertragung aus. Gerade bei den DSL-16000-Anschlüsse macht sich dieser Leistungsabfall deutlich bemerkbar: Oftmals erreichen geschaltete DSL-16000-Anschlüsse tatsächlich nur 8 bis 12 MBit/s im Downstream. Das kann zum Beispiel auch darauf zurückzuführen sein, dass mehrere Bewohner eines Häuserblocks sich eine DSL-Anbindung teilen müssen.

Weitere Störquelle oder ein Engpass kann die verwendete Hardware sein: Probleme kann es geben, wenn der Nutzer die vom DSL-Anbieter vorgesehene Hardware durch ein anderes Modem oder einen anderen Router ersetzt, andere Nutzer in seinem unverschlüsselten WLAN mitsurfen, oder er einen WLAN-Router besitzt, der nur einen der beiden älteren Datenübertragungsstandards IEEE 802.11b/g unterstützt. Wer an seinem DSL-16000-Anschluss auf Fremd-Hardware setzt, sollte darauf achten, dass das Modem oder der Router den ADSL2+-Standard unterstützen. WLAN-Router, die IEEE 802.11b/g unterstützen, übertragen dagegen Daten per Funk selbst unter Idealbedingungen nur mit bis zu 11 MBit/s bzw. 54 MBit/s, erfahrungsgemäß liegt der Netto-Datendurchsatz aber eher bei 6 MBit/s bzw. 20 MBit/s.

Zimmerwände, strahlende Elektrogeräte im Haushalt oder Funknetzwerke der Nachbarn können sich als weitere Ursache für eine Verlangsamung des WLAN-Funkverkehrs erweisen. Für bessere Übertragsungsergebnisse kann der DSL-Nutzer durch die Anbindnung des PCs and die Internet-Leitung per Ethernet-Kabel, durch Einsatz eines WLAN-Repeaters, durch Nutzung eines freien WLAN-Kanals oder durch Einsatz eines WLAN-N-Routers sorgen.

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