Beschließt der Bundesrat morgen schnelles Internet für alle?
11.06.2009 09:08
Digitale Dividende für flächendeckende Breitband-Versorgung
Das Versprechen klingt so gut, dass man es kaum glauben möchte: Alle Bundesbürger sollen bald einen Zugang zum schnellen Internet haben. Der Bundesrat wird morgen nach
Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa wahrscheinlich der Nutzung von Funkfrequenzen aus der sogenannten
digitalen Dividende für die Breitbandversorgung zustimmen. Damit wird
der Weg für eine bessere DSL-Versorgung in ländlichen Regionen frei
gemacht. Der Bund werde die Kosten aus den Umstellungen, die sich für
diejenigen ergeben, die die Frequenzen 790 bis 862 Megahertz bisher
nutzen, in angemessener Form tragen, heißt es in einer Erklärung des
Bundes, die der dpa vorlag. Betroffen sind vor allem Kultur- und
Bildungseinrichtungen.
NRW-Medienminister Andreas Krautscheid begrüßte das Einlenken des
Bundes: "Ich bin froh, dass wir die Interessen von Kulturschaffenden,
Kirchen und Konzertveranstalter gegenüber der Bundesregierung
durchsetzen konnten", sagte er gegenüber der dpa. Damit sei der Weg
frei, um mit neuen Frequenzen breitbandiges Internet ganz besonders
in den ländlichen Raum zu tragen. Experten schätzen, dass derzeit bis
zu 5 500 Kommunen in Deutschland und damit mehrere Millionen Menschen
vom schnellen Internet abgeschnitten sind.
Die Frequenzen, die durch die Umstellung auf den digitalen
Rundfunk frei geworden sind und als digitale Dividende bezeichnet
werden, sollen von der Bundesnetzagentur versteigert werden. Die
Auktion soll vermutlich Anfang 2010 stattfinden. In den vergangenen
Monaten hatten vor allem Mobilfunkkonzerne Interesse an einem Erwerb
der Frequenzen gezeigt, um die weißen Flecken in der
Breitbandversorgung auf dem Lande zu schließen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Übersichtsartikel zur digitalen Dividende.
Mit rund 20 Millionen Kunden ist DSL mit Abstand die
führende Breitband-Technik, doch das Internet über TV-Kabel
oder UMTS/HSPA spielt
eine immer größere Rolle. Ein Nischendasein führen weiterhin die Zugänge über
WiMAX und Satellit.