Digital-Radio

ARD und Deutschlandradio bekommen grünes Licht für DAB+

KEF genehmigt Finanzbedarf für digitalen Rundfunk unter Auflagen
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Zweimal hatte das Gremium die Genehmigung verweigert. Doch nach einem einstimmigen Beschluss hat die Kommission zur Feststellung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) diesmal den Finanzbedarf des Deutschlandradios und der ARD im Bezug auf den Neustart des digitalen terrestrischen Hörfunk im DAB+-Modus unter Bedingungen anerkannt. Die Gelder werden genehmigt, wenn sich die ARD bereit erklärt künftig auf die kostspieligen AM-Sender, also Mittel-, Lang- und Kurzwelle, zu verzichten.

ARD und Deutschlandradio werden vom Gremium aufgefordert, zur Sitzung der KEF im September 2010 Aussagen zur Abschaltung der AM-Sender zu machen. Die Kommission wird prüfen, inwieweit der Weiterbetrieb dieser Sender, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklung des Internetradios und des digitalen terrestrischen Hörfunks, noch wirtschaftlich ist. In der Tat ist inzwischen auch im Ausland die Internetversorgung vielerorts gewährleistet, so dass ein Weiterbetrieb der reichweitenstarken, aber kostspieligen AM-Sender fraglich ist. Einige ARD-Anstalten wie der Hessische Rundfunk und Radio Bremen haben die Mittelwellensender bereits abgeschaltet, und auch der Südwestfunk verzichtet auf einige Kleinleistungssender in Baden-Württemberg.

Als "wichtigen, weil unverzichtbaren Schritt zur Einführung von bundesweitem Digitalradio" hat der Hörfunkbeauftragte der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Dr. Gerd Bauer, den heutigen Beschluss der KEF gewürdigt. "Die Landesmedienanstalten wollten in Bezug auf einen erfolgreichen Neustart von Digitalradio in Deutschland immer zweierlei: eine gemeinsame Nutzung des bundesweiten Multiplex durch Deutschlandradio und private Hörfunkveranstalter ebenso wie eine digitale Hörfunkzukunft, in der bundesweite neben regionalen Angeboten verbreitet werden. Beides wird durch die heutige Beschlussfassung der KEF ermöglicht. Insoweit ist der heutige Tag ein guter Tag für die Digitalisierung des Rundfunks in Deutschland", so Bauer

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