Diaspora: Nutzer sollen Facebook-Alternative weiterentwickeln
29.08.2012 11:23
Gründer geben Kontrolle an interessierte Programmierer ab
Von / dpa
 Open-Source-Plattform Diaspora vor dem Aus
Die Facebook-Alternative Diaspora hat sich zwei Jahre
nach der Gründung von
ihren letzten kommerziellen Bindungen gelöst und soll künftig allein
von den daran interessierten Programmierern weiterentwickelt werden.
"Heute übergeben wir der Community die Kontrolle über Diaspora",
erklärten die verbliebenen Gründer um Maxwell Salzberg. Die von den
Informatikstudenten Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer
und Ilya Zhitomirskiy des Courant-Instituts der Universität New York
im November 2010 ins Leben
gerufene Open-Source-Plattform hat sich seit der Gründung
nicht so dynamisch entwickelt wie erhofft. Über die
Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatte Diaspora mehr als
200 000 Dollar zusammengebracht. An der Entwicklung des Codes beteiligten
sich nach Angaben Salzbergs mehr als 100 Programmierer.
Als dezentralisiertes Netzwerk will Diaspora den Nutzern die volle
Kontrolle über ihre Daten geben und sich bewusst vom Geschäftsmodell
des seit diesem Jahr an der Börse notierten Unternehmens Facebook
abheben. Diaspora sei weit größer als das Team der vier New Yorker
Gründer, größer als das gesammelte Geld und auch größer als der
Software-Code, schrieben Maxwell, der inzwischen das neue Web-Projekt
Makr.io gestartet hat, und der Mitgründer Daniel Grippi, gestern
in einem Blog-Beitrag. Es gebe mehrere hundert Knoten
("Pods") des Diaspora-Netzwerks. Diese werden als persönliche
Webserver von Einzelpersonen oder Organisationen betrieben. Die
Diaspora-Nutzer können sich bei einem einzelnen "Pod" anmelden, sich
aber auch mit den Nutzern der anderen Unternetze austauschen.
Einen anderen Weg als Diaspora geht die soziale Plattform App.net,
die Twitter und Facebook mit einem Abo-Dienst herausfordern will. Das
Projekt erreichte kürzlich sein Finanzierungsziel von 500 000 Dollar.
App.net-Mitgründer Dalton Caldwell verspricht, mit Hilfe der
Abo-Gebühr von 50 Dollar im Jahr einen Dienst aufzubauen, bei dem nur
die Nutzer und nicht die Werbekunden im Mittelpunkt stehen sollen.
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