Schlussstrich

Diaspora: Nutzer sollen Facebook-Alternative weiterentwickeln

Gründer geben Kontrolle an interessierte Programmierer ab
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Kein Erfolg: Facebook-Alternative Diaspora vor dem AusOpen-Source-Plattform Diaspora vor dem Aus Die Facebook-Alternative Diaspora hat sich zwei Jahre nach der Gründung von ihren letzten kommerziellen Bindungen gelöst und soll künftig allein von den daran interessierten Programmierern weiterentwickelt werden. "Heute übergeben wir der Community die Kontrolle über Diaspora", erklärten die verbliebenen Gründer um Maxwell Salzberg. Die von den Informatikstudenten Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und Ilya Zhitomirskiy des Courant-Instituts der Universität New York im November 2010 ins Leben gerufene Open-Source-Plattform hat sich seit der Gründung nicht so dynamisch entwickelt wie erhofft. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatte Diaspora mehr als 200 000 Dollar zusammengebracht. An der Entwicklung des Codes beteiligten sich nach Angaben Salzbergs mehr als 100 Programmierer.

Als dezentralisiertes Netzwerk will Diaspora den Nutzern die volle Kontrolle über ihre Daten geben und sich bewusst vom Geschäftsmodell des seit diesem Jahr an der Börse notierten Unternehmens Facebook abheben. Diaspora sei weit größer als das Team der vier New Yorker Gründer, größer als das gesammelte Geld und auch größer als der Software-Code, schrieben Maxwell, der inzwischen das neue Web-Projekt Makr.io gestartet hat, und der Mitgründer Daniel Grippi, gestern in einem Blog-Beitrag. Es gebe mehrere hundert Knoten ("Pods") des Diaspora-Netzwerks. Diese werden als persönliche Webserver von Einzelpersonen oder Organisationen betrieben. Die Diaspora-Nutzer können sich bei einem einzelnen "Pod" anmelden, sich aber auch mit den Nutzern der anderen Unternetze austauschen.

Einen anderen Weg als Diaspora geht die soziale Plattform App.net, die Twitter und Facebook mit einem Abo-Dienst herausfordern will. Das Projekt erreichte kürzlich sein Finanzierungsziel von 500 000 Dollar. App.net-Mitgründer Dalton Caldwell verspricht, mit Hilfe der Abo-Gebühr von 50 Dollar im Jahr einen Dienst aufzubauen, bei dem nur die Nutzer und nicht die Werbekunden im Mittelpunkt stehen sollen.

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