Nachgefragt

Deutsche Bahn: Umsetzung des kostenlosen WLAN in der 1. Klasse noch unklar

Die Deutsche Bahn weiß noch nicht, wie das kostenlose WLAN in der 1. Klasse des ICE umgesetzt wird. Denkbar sind verschiedene Wege. Unterdessen bestätigt auch die Bahn, dass die Qualität der WLAN-Netze wieder besser geworden ist.
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Kostenlos surfen in der 1. Klasse - die Bahn weiß noch nicht genau, wieKostenlos surfen in der 1. Klasse - die Bahn weiß noch nicht genau, wie Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember soll das Surfen im ICE per WLAN kostenlos werden - zumindest, wenn der Kunde in der 1. Klasse fährt. Das hatte die Deutsche Bahn schon vor einigen Wochen bekannt gegeben. Doch noch ist vollkommen unklar, wie das kostenlose Surfen umgesetzt wird. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte lediglich, die Deutsche Bahn befinde sich derzeit in der Abstimmung mit der Deutschen Telekom als Betreiber der WLAN-Hotspots, wie die Umsetzung erfolgt. Geklärt werden muss dabei vor allem die Frage, wie die Kunden der 1. Klasse die Zugangsberechtigung bekommen, Kunden der 2. Klasse aber weiter zahlen müssen.

Diese Zugangsverfahren sind denkbar

Denkbar sind dabei verschiedene Wege. So wäre es möglich, dass Kunden in der 1. Klasse eine andere Portalseite angezeigt bekommen als jene in der 2. Klasse. Dieses Verfahren wird schon in den Bahnhöfen der Bahn vollzogen, wo das Surfen in der Bahnlounge für Comfort-Kunden kostenlos ist, im restlichen Bahnhof aber kostet. Voraussetzung ist, dass die WLAN-Sender im Zug unterschiedliche Portalseiten aufrufen können. Dennoch wäre dieser Weg vermutlich der einfachste und für die Kunden der praktikabelste. Sie müssten sich dann nur noch per Handynummer und einem zugeschickten SMS-Code anmelden und könnten kostenlos surfen. Dieses Verfahren wird schon an anderen Kostenlos-Hotspots der Deutschen Telekom vollzogen.

Weniger praktikabel wäre das Verteilen von Vouchers im Zug. Dies wäre zum einen mit zusätzlichem Aufwand verbunden und zum anderen müssten die Kunden sich zunächst um einen solchen Voucher mit Zugangscode kümmern bzw. auf den Mitarbeiter der Deutschen Bahn warten, bevor sie das WLAN nutzen können. Alternativ wäre auch eine Abholung der Voucers gegen Vorzeigen des Tickets - beispielsweise im Bordrestaurant - möglich.

Letzlich wäre auch das Abdrucken von Zugangscodes direkt auf den Tickets eine mögliche Variante. Diese Codes könnte man so zusätzlich noch an die Gültigkeit des Tickets koppeln und so eine Weitergabe zumindest erschweren. Nachteil: Kunden, die mit einer Zeit- oder Jahreskarte bzw. der Bahncard 100 First in den Zügen unterwegs sind, wären außen vor, da sie keine Tickets benötigen.

Bahn bestätigt bessere Performance des WLAN

Vor kurzem meldeten wir, dass die mehrere Monate andauernden Engpässe im WLAN der Deutschen Bahn offenbar vorbei sind. Auf mehreren Fahrten stellten wir eine deutliche Verbesserung der Performance fest - in der Spitze sogar 12 MBit/s im Upstream, während im Frühjahr nicht einmal das Abrufen von E-Mails oder Twitter möglich war. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Deutsche Bahn, dass die Qualität auch aus Sicht des Verkehrsunternehmens "wieder spürbar besser" geworden ist. Dazu hätten mehrere Maßnahmen entlang der Strecken und in den Zügen beigetragen. Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Deutsche Telekom im Mai öffentlich für die damals schlechte Datenverbindung gerügt.

Unklar ist, ob die Deutsche Bahn ihr Ziel, bis zum Jahresende das komplette Kernnetz und alle Züge mit WLAN zu versorgen, erreichen wird. Eine Nachfrage unserer Redaktion diesbezüglich blieb unbeantwortet. Entsprechende Pläne hatte das Unternehmen bekannt gegeben. Lediglich Nebenstrecken, die nur in Randzeiten bedient werden, sollten nicht versorgt werden. Eigentlich hätte das Netz schon Anfang des Jahres entsprechend ausgebaut sein sollen.

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