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WLAN im ICE: Offenbar erste Tests auf neuen Strecken

Einzelne Züge auf Ost-West-Strecke mit Telekom-Hotspot
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Weitere ICE werden mit WLAN versorgt - aber noch nicht beworben.Weitere ICE werden mit WLAN versorgt - aber noch nicht beworben. 2007 begann die Deutsche Bahn zusammen mit der Telekom, WLAN-Hotspots auch in Zügen auszubauen. Seitdem hat sich, angesichts dessen, dass fünf Jahre vergangen sind, vergleichsweise wenig getan. Bis Ende 2014 hat die Bahn angekündigt, 98 Prozent ihres ICE-Netzes mit WLAN zu versorgen. Erste Schritte dahingehend lassen sich schon jetzt beobachten, wie teltarif.de feststellen konnte.

Offiziell versorgt sind aktuell die Strecken Dortmund - Düsseldorf - Köln, Köln - Frankfurt (Main) Flughafen sowie die Strecken von Frankfurt (Main) nach München über Stuttgart, nach Hamburg über Hannover sowie nach Freiburg über Mannheim. Inoffiziell scheint es aber inzwischen mehr Strecken zu geben. Nach unseren Erfahrungen sind auch erste Züge der Linie 10, von Köln über Hannover nach Berlin mit WLAN versorgt.

Innerhalb Berlins kostenloses Surfen

In unserem Test stellten wir beim Einsteigen in Berlin fest, dass ein offenes WLAN-Netz verfügbar war. Kurioserweise waren wir direkt nach dem Anklicken des nicht verschlüsselten Hotspots online. Die üblichen Abfragen von Login oder Zahlinformationen fehlten, wir konnten surfen. Erst beim Überfahren der Stadtgrenzen, also hinter dem Bahnhof Berlin-Spandau, war Schluss mit dem kostenlosen Surfen. Der Browser schaltete die übliche Telekom-Hotspot-Seite zwischen und verlangte den Kauf von Zugangsdaten oder die Eingabe einer Kundenkennung.

Nach der Eingabe von Kundendaten waren wir sofort wieder online - und das deutlich schneller, als es mit normalem Mobilfunk-Equipment im ICE möglich wäre. Ohne größere Probleme konnten wir etwa Sky Go nutzen, mit einem DSL-Gefühl im Internet surfen und sogar einen Blick in laufende Fernsehprogramme über Livestreams werfen. Unklar ist, wieviele Kunden außer uns das im Zug in keiner Weise beworbene Angebot genutzt haben. Würden jedoch Kunde derartige Livestreams nutzen, würde das von der Telekom aufgebaute Netz dem wohl auch nicht standhalten.

Nicht jeder Zug hat einen WLAN-Hotspot

In anderen Zügen auf der gleichen Strecke hatten wir mit dem Hotspot weniger Glück. In einem anderen ICE sendete zwar ein WLAN-Hotspot, wies uns jedoch keine IP-Adresse zu, was jede weitere Nutzung unmöglich machte, ein dritter ICE fuhr komplett ohne WLAN-Hotspot. Bei allen drei Zügen handelte es sich um ICE-2-Garnituren, die ihr Redesign bereits hinter sich haben. Es ist zu vermuten, dass die Hotspots derzeit nach und nach bei größeren Wartungsarbeiten in die Züge eingebaut, und das Netz getestet wird. Dass die Kunden es zumindest teilweise schon nutzen können, scheint ein Nebeneffekt zu sein.

Eine Anfrage der Deutschen Bahn, wann mit einem offiziellen Start des Railnet-Angebotes auf der Strecke zu rechnen ist und welche weiteren Strecken derzeit getestet werden, blieb unbeantwortet. Wie erwähnt, hat die Bahn jedoch angekündigt, bis Ende 2014 zusammen mit der Telekom 98 Prozent der ICE-Strecken zu versorgen. Nicht versorgt werden demnach vermutlich Verbindungen, die nur ein oder zwei Mal in der Woche befahren werden. Das ist beispielsweise bei der Verbindung von Berlin nach Rügen der Fall.

Nicht-Telekom-Kunden zahlen für die Nutzung mindestens 4,95 Euro - soviel kostet ein Tageszugang für die WLAN-Hotspots, der 24 Stunden gültig ist. Telekom-Kunden - egal ob Festnetz oder Mobilfunk - zahlen 9 Cent pro Minute. Viele Kunden haben mit ihrem Festnetz- oder Mobilfunktarif eine Hotspot-Flatrate inkludiert. Diese lässt sich auch im ICE nutzen, so dass keine weiteren Kosten für die Nutzung anfallen.

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