Rechtssichere Mail

De-Mail der Telekom: Holperiger Start mit vereinzelten Problemen (behoben)

Javascript wird von Antivirus-Programmen teilweise blockiert
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De-Mail der Telekom: Holperiger Start mit vereinzelten ProblemenDe-Mail der Telekom: Holperiger Start mit vereinzelten Problemen Im teltarif.de-Test des De-Mail-Dienstes der Telekom stieg nach der erfolgreichen Registrierung die Spannung. Wie würde das Postfach aussehen, würde gleich alles reibungslos funktionieren? Doch bereits beim ersten Einloggen begannen technische Probleme, für die die Telekom allerdings nicht alleine verantwortlich war.

Der vom Gesetzgeber im De-Mail-Gesetz festgelegte Rechts­rah­men sowie der dort vorgeschriebene Akkre­di­tierungs­pro­zess zeigt erste Früchte: Zur IFA starteten GMX, Web.de und die Telekom mit der im Gesetz vorgeschriebenen Identifizierung der Nutzer. Diesen Identi­fi­zierungs­pro­zess haben wir bei GMX und der Telekom ausführlich getestet und dabei keinerlei Probleme festgestellt. Allerdings können Web.de und GMX bislang nach erfolgreicher Identifizierung noch keinen Zugang zum Postfach anbieten, da der Dienst noch nicht die Akkreditierungsurkunde erhalten hat. Die Telekom hat alle Zertifikate und schaltet die Postfächer sofort aktiv - darum wollten wir den Dienst unverzüglich nutzen, was in einem Fall allerdings scheiterte.

Einzelne Antivirusprogramme mögen Javascipt von De-Mail nicht

Im Anschluss an die Identifizierung im Telekom-Shop erhielten wir nach zwei Tagen einen ersten Brief der Telekom mit der Bestätigung, dass wir für den Dienst freigeschaltet sind und ab sofort das Postfach nutzen könnten. Das Passwort solle mit einem separaten Schreiben folgen. Bis zum Eintreffen des Passwort-Briefs dauerte es dann nochmals vier Tage.

Der Brief mit dem Passwort enthielt eine Sicherheitslasche, die entfernt werden musste, um das Passwort lesbar zu machen. Unter www.de-mail.t-online.de gaben wir Benutzername und das Passwort ein. Bei zwei unterschiedlichen Postfächern auf zwei verschiedenen Rechnern im Test bekamen wir nun allerdings abweichende Ergebnisse.

Auf einem unserer Testrechner war "Avira Free Antivirus" installiert: Hier konnten wir uns problemlos einloggen. Danach forderte uns das System - wie auf dem Passwortbrief angekündigt - dazu auf, das Passwort zu ändern und eine Handynummer für das mobile TAN-Verfahren einzugeben. Anschließend konnten wir problemlos De-Mail-Nachrichten senden und empfangen. Der Posteingang des De-Mail-Dienstes bei der TelekomDer Posteingang des De-Mail-Dienstes
bei der Telekom

Der zweite Testrechner hatte die Business-Version von AVG Antivirus als Schutzprogramm installiert. Bereits nach dem allerersten Einloggen ins De-Mail-Postfach sprang der Wächter an und meldete zwei verdächtige Javascripte, und zwar "MailboxManager[1].js" und "MailDetailsManager[1].js". AVG verhinderte auch die Aufforderung, ein neues Passwort und eine Handynummer zu vergeben. Stattdessen landeten wir im - noch leeren - Posteingang. Egal worauf wir im Postfach klickten: Das AVG-Fenster sprang jedes Mal neu auf den Bildschirm.

Als wir in diesem Postfach versuchten, eine Mail mit Anhang zu versenden, konnten wir aufgrund des Javascript-Problems keine Anhänge anheften. Also entschlossen wir uns, den Test im Internet Explorer zu beenden und im Firefox fortzusetzen. Doch ein erneutes Einloggen war nach dem Logout nicht mehr möglich: Das per Brief zugesandte Passwort kann vermutlich nur einmal verwendet und muss danach zwingend geändert werden. Beim Klick auf "Passwort vergessen" eröffnete uns das System, dass wir lediglich die De-Mail-Hotline unter 0800-3309415 anrufen können, um per Post ein neues Passwort zu erhalten. AVG Antivirus mag die Scripte von De-Mail bei der Telekom nichtAVG Antivirus mag die Scripte von De-Mail bei der Telekom nicht

Während unseres Anrufs auf der oben genannten De-Mail-Hotline empfahl uns die kompetent wirkende Sachbearbeiterin, den Login mit dem alten Passwort nach 24 Stunden nochmals zu versuchen. Sollte dieser wieder scheitern würde man uns umgehend per Post ein neues Passwort zusenden. Die Mitarbeiterin nahm auch das Problem mit AVG Antivirus auf und versprach, dies weiterzuleiten.

Der geschilderte Vorfall ist insbesondere in Unternehmens- und Behörden-Netzwerken ärgerlich, da der Anwender ohne Administratorrechte dort in der Regel keine schnelle Möglichkeit hat, im Virenscanner für die De-Mail-Scripte eine Ausnahmeregel zu definieren. Dies muss der dazu befugte Administrator zentral vornehmen.

Erster Eindruck: Schlanke Oberfläche überzeugt trotz technischer Pannen

Noch nicht fertig: Einfachstes HTML auf einigen SeitenNoch nicht fertig: Einfachstes HTML
auf einigen Seiten
Einen guten Eindruck hinterließ in unserem Test das schlichte Design des De-Mail-Dienstes bei der Telekom. Die Oberfläche reagierte schnell und wirkte aufgeräumt. Im De-Mail-Adressbuch fanden wir alle Mailadressen aus dem regulären T-Online-Postfach vor - diese hat das System ohne Nachfrage übernommen. In einigen Fällen ist die Oberfläche aber noch so schlicht, dass die regulären Designelemente fehlen: Für die Funktion "De-Mail-Benachrichtigung" öffnete sich ein blankes HTML-Formular auf weißem Hintergrund, dem nicht anzusehen war, dass es zum De-Mail-Angebot gehört.

Sowohl für die Telekom als auch für die Hersteller von Antivirensoftware ist hier also in der nächsten Zeit noch etwas Arbeit notwendig, um die Nutzung des De-Mail-Dienstes zu einer rundum angenehmen Erfahrung zu machen.

Update 26.09., 15:45 Uhr: AVG und Telekom beheben Probleme

Neun Tage nach unserer Meldung haben AVG und die Telekom das oben geschilderte Problem gefixt. In die Virendefinitionen von AVG Antivirus wurde das Javascript, das für den De-Mail-Dienst der Telekom verwendet wird, als Ausnahme hinzugefügt. Mit dem nächsten Virendefinitions-Update von AVG wird die Änderung auf die Rechner der Nutzer verteilt. Beim Einloggen in De-Mail sollte der Virenwächter also ab sofort nicht mehr anschlagen. Bei einem erneuten Test konnten wir nach dem AVG-Update keine Unregelmäßigkeiten mehr feststellen. Ende des Updates.

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