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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Deutsche und schweizerische Radioverbände gegen DAB-Neustart26.06.2009
12:54 Digitale Radiotechnologie sei "nicht marktgetrieben" und zu teuer
Einen kräftigen Dämpfer erlebte die Einführung des neuen Hörfunkstandards
DABplus in dieser Woche. Erwartungsgemäß und trotz
aller Kritik hat die Fachbereichsversammlung Radio
und Audiodienste des Privatfunkverbandes VPRT nach umfassender Analyse und Bewertung der
Rahmenbedingungen, der Marktchancen und Risiken der Systemeinführung sowie der
Situation in den europäischen Nachbarstaaten einstimmig beschlossen aus dem
Neustart des digitalen Radios auszusteigen. Die im VPRT organisierten
Radiounternehmen bewerten das System DABplus und die Systemeigenschaften als
"nicht marktgetrieben". Die seitens des VPRT stets als Grundvoraussetzung für
eine erfolgreiche DABplus-Einführung geforderten Rahmenbedingungen seien nicht
erfüllt. Die erheblichen Einführungs- und Betriebskosten können von den
privaten Radiounternehmen des VPRT nicht aufgebracht werden. Vor dem
Hintergrund der Wirtschaftskrise bleibe erst recht keine Luft für derartige
Risikoinvestitionen.
Die im VPRT organisierten Radiounternehmen sehen daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt in DABplus keine wirtschaftlich tragfähige Zukunft. Selbst bei maßgeblicher Förderung des Systems durch öffentliche Gelder und unter regulatorischem Druck bestünden mindestens für die nächsten fünf bis zehn Jahre nur geringe Chancen auf eine Teil-Refinanzierung aus dem Markt. Vor diesem Hintergrund spricht sich der VPRT gegen die im Herbst 2009 geplante Einführung von DABplus aus. Band III-Frequenzen für mobiles InternetUnabhängig davon sehen die im VPRT organisierten Radiounternehmen die Notwendigkeit, die wertvollen Frequenzen des Bandes III für digitale Entwicklungsperspektiven zu sichern. Es sollte unter den Marktbeteiligten gemeinsam eine technische, wirtschaftliche und ordnungspolitisch tragfähige Perspektive für das Band III entwickelt werden. Dabei müssten Rundfunk und Telemedien sowie mobiles Internet in einem Netz und in den zukünftigen Endgeräten integriert werden. Zudem gelten digitale Technologien auf UKW wie HD Radio - neben Internetradio - als Alternative. Die Zuständigkeit für Rundfunk und Telemedien liegt bei den Ländern. Schweizer Privatfunkverband rät Mitgliedern von DABplus abNeben dem VPRT in Deutschland hat überraschend auch der Verband Schweizer Privatradios (VSP) seinen Mitgliedern geraten, sich bei der Entscheidung für eine digitale Verbreitungstechnologie gegen DABplus und für die günstigere HD Radio-Technologie unterstützt. Bei HD Radio kann ein Sender weiter sein analoges Signal senden und auf gleicher UKW-Frequenz zusätzlich bis zu drei digitale Programme mitübertragen. In einem sechsseitigen Papier mit dem Titel "Digitalisierungsstrategie des VSP" rechnet der Privatradioverband detailliert vor, dass ein Radiounternehmer "mit Defiziten von mindestens 5 bis 8 Millionen Franken rechnen" müsse, "bis er einen Break-even-Punkt erreicht". Das alles könne "für den einen oder anderen Veranstalter aus markenstrategischen Gründen sinnvoll sein", könne aber für viele die finanziellen Möglichkeiten "übersteigen und eine unternehmerische Gefahr darstellen", hieß es. In der Schweiz wurden bereits die Sendeplätze für ein nationales Privatfunkensemble im Standard DABplus vergeben, der Start sollte im Herbst 2009 erfolgen. Nun ist fraglich, ob die lizenzierten Sender nach der VSP-Empfehlung überhaupt noch ein Interesse an DABplus haben. Meinungen und Erfahrungen der Community:
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