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Mehr Umsatz mit portablen Digitalradios als mit UKW-Geräten

Zum ersten Mal seit Neustart des digital-terres­trischen Radios hat der Handel innerhalb eines Monats mehr Geld mit portablen Digital­radios verdient als mit rein analogen Radios. Dennoch fehlt den Privat­radio­veran­staltern der lange Atem: Am Monats­ende wird erneut ein landes­weites Digital­radio-Programm einge­stellt.
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Mehr Umsatz mit portablen Digitalradios als mit UKW-GerätenMehr Umsatz mit portablen Digitalradios als mit UKW-Geräten Einen weiteren Meilenstein für das Digitalradio (DAB+) gab es im September 2014 in Deutschland. Erstmals wurde im Sektor portabler Radios mehr Umsatz mit DAB+-Empfang erzielt als mit reinen UKW-Radios. Das teilt der Marktforscher GFK mit. Im September 2014 wurde im Bereich der portablen Radios mehr als jeder zweite Euro durch digitalradiofähige Geräte verdient, hieß es. Trotz weiter bestehender Versuche vor allem des Verbandes Privater Hörfunk und Telekommunikation (VPRT) den nun auch in Verkaufsstatistiken deutlich gewordenen Erfolg für das digital-terrestrische Radio kleinzureden: DAB+ setzt sich beim Hörer und Konsumenten immer mehr durch.

Portable Radios boomen, Boomboxen verlieren

Innerhalb der Radiogeräte entwickelt sich das Segment der portablen Radios auch im Jahresschnitt am positivsten und kann im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr ein Absatzplus von 2,5 Prozent erzielen, welches aufgrund eines leichten Preisanstiegs zu einem noch größeren Umsatzplus führt. Der stärkste Wachstumstreiber ist dabei das Thema Digitalradio - im September 2014 wurde im Bereich der portablen Radios mehr als jeder zweite Euro durch digitalradiofähige Geräte erzielt.

Insgesamt konnte sich der Radiogeräte-Markt im Jahr 2014 bis einschließlich September recht stabil halten: Wertmäßig muss der Markt einen kleinen Rückgang von minus 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Während das Segment der Radio-Boomboxes nur leicht rückläufig ist (minus 1,9 Prozent Umsatzrückgang), scheinen Uhrenradios nach wie vor stark unter den Substitutionseffekten durch Smartphones zu leiden: Im bisherigen Jahresverlauf müssen Uhrenradios im Vergleich zum Vorjahr 6,5 Prozent ihres Umsatzes einbüßen. Nichtsdestotrotz steht dieses Segment damit wieder deutlich besser da als im Vorjahr, in welchem die Rückgangsrate noch im zweistelligen Bereich lag. Auch das dürfte daran liegen, dass es immer mehr Uhrenradios mit DAB+-Empfang im Markt gibt.

Digitalradio-Programm LiveRadio wird eingestellt

Trotz dieser Erfolgszahlen fehlt den kommerziellen Radios häufig das nötige Durchhaltevermögen, da die Refinanzierungs- und Vermarktungschancen beim Digitalradio nach wie vor unbefriedigend sind. So stellen die drei größten baden-württembergischen Privatradios Radio Regenbogen, Antenne 1 und Radio 7 ihr Gemeinschaftsprogramm LiveRadio Ende November ein. Der Sendeplatz wird aktuell von der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) neu ausgeschrieben. Im "Ländle" gibt es aber mehr als Ersatz: So starten am 1. Dezember die Sender Radio VHR (Musikformat: Deutsch-Pop und Schlager) sowie sechs von UKW bekannte Privatradios neu im landesweiten Digitalradio-Kanal. Und auch im Vermarktunsgbereich gibt es positive Entwicklungen: Die Unternehmen k2 Mediasales und Studio Gong bieten inzwischen Vermarktungskombis exklusiv für Digitalradio-Programme an.

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