Programm-Änderung

Absolut Digital GmbH ordnet Digitalradio-Aktivitäten neu

Hauptprogramm Absolut Radio wird nicht mehr über DAB+ ausgestrahlt
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Absolut Digital GmbH ordnet Digitalradio-Aktivitäten neuAbsolut Digital GmbH ordnet Digitalradio-Aktivitäten neu Der bayerische Hörfunk­anbieter Absolut Digital GmbH ordnet zur IFA seine Digital­radio-Aktivitäten neu - und sorgt damit vor allem für Aufruhr bei Fans des Programms Absolut Radio. Das Format galt als eines der Zugpferde im bundes­weiten Digitalradio (DAB+-Multiplex) und sorgte mit einem Mix aus album­orientierter Musik, darunter vielen Songs und Interpreten, die lange nicht oder noch nie im Radio liefen, für frischen Wind in der Radio­landschaft. Am 6. September verlässt der Sender jedoch DAB+ und wird fortan nur noch im Internet und per App verbreitet. Viele Fans des Senders, die sich zum Teil extra für den Sender ein Digital­radio zugelegt haben, äußerten darüber ihr Unverständnis im sozialen Netzwerk Facebook und in einschlägigen Internet­foren.

Geschäfts­führer Willi Schreiner begründet die Entscheidung mit der "weit­gefächerten Musik­auswahl im Netz, die Musik­spezialisten auf den massen­kompatiblen UKW- und Digital­radio­programmen nicht geboten werden kann". Dies überrascht, denn noch vor zwei Jahren waren sich Radiomacher und viele andere Medien­vertreter darüber einig, dass das terrestrische Digital­radio nur mit speziellen Formaten und Innovationen ein Erfolg werden kann. Jetzt zeichnet sich jedoch ein Trend ab, dass an spezieller Musik außerhalb des Mainstreams interessierte Menschen auf das Internet zurück­greifen müssen, um mit ihren Vorlieben bedient zu werden. Offenbar gelingt es nicht oder kaum, spezielle Formate und deren Zielgruppe der werbe­treibenden Wirtschaft zu verkaufen. Hinzu kommt, dass die Reichweite von Digitalradio immer noch sehr gering ist - Schätzungen zufolge stehen aktuell zwischen 600 000 und einer Millionen DAB+-Geräte in den deutschen Haushalten. Sender für Zielgruppen außerhalb des Mainstreams haben es da schwer.

Absolut relax künftig bundesweit über DAB+

Den Programmplatz im bundesweiten Multiplex übernimmt der Ableger Absolut relax, mit seinem Format aus Softrock und Pop. Bisher ist das Programm in Hessen und Bayern per DAB+ sowie per Internet und App zu hören. In neuer Verpackung wird es unter dem Claim "Absolut relax - weil es gut tut" musik­begleitende Service­themen rund um Entspannung und "Feel-Good-Moments" geben, so der Sender. Bei Absolut relax stehen weit mehr "getestete" Mainstream-Titel auf der Playlist als beim Haupt­programm. In dieser Zusammen­stellung und der Fokussierung auf Softrock und Pop sowie Soul ist der Sender dennoch eine Marktlücke. Allerdings hatten mehrere Programme - etwa Skyradio (heute: Radio Bob) oder kurzzeitig RTL Radio - mit ähnlichem "Easy Listening"-Format in der Vergangenheit keinen Erfolg. Bei Absolut relax könnte das anders aussehen: "Das äußerst positive Feedback der Hörer hat uns veranlasst, Absolut relax einem größeren Publikum zugänglich zu machen", meint Studio­leiter Vasco Winkler.

Absolut HOT: Neues Format für Bayern und Hessen

Auf den regionalen DAB+-Sende­plätzen in Bayern und Hessen wagt die Absolut Digital GmbH den Start eines neuen Formats: Absolut HOT will mit einer Mischung aus den Genres "Dance-Contemporary Hit Radio" und "Positive Hit Music" die jüngere Kern­zielgruppe der 14- bis 39-jährigen ansprechen. Der Sender startet pünktlich zum Beginn der IFA am 6. September um 6.01 Uhr.

Regiocast will bis Jahresende Nachfolger von 90elf präsentieren

Zumindest zur IFA noch keine Neuigkeiten in Sachen Digitalradio gibt es vom Veranstalter Regiocast Digital. Wie Sprecher Nico Nickel auf Anfrage gegenüber teltarif.de mitteilte, sei man selbst nicht auf der Messe vertreten. Auch der von vielen herbei­gesehnte Start eines Nachfolgers des Fußball­radios 90elf im bundes­weiten Digital­radio-Multiplex erfolge noch nicht zur IFA, es gebe aktuell noch "nichts kommunizier­bares", so Nickel. Er rechnet jedoch damit, dass das Unternehmen bis Jahresende zumindest der Öffent­lichkeit mitteilt, mit welchem neuen Format man den ehemaligen 90elf-Sendeplatz bespielen werde. Ob der Sendestart jedoch auch noch in 2013 erfolgt, ist offen.

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