Digital-Radio

DAB-Neustart auch in Norddeutschland und Baden-Württemberg

Neue Privatsender und öffentlich-rechtliche Programme gehen on Air
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DAB-RadioDAB-Radio Nach dem bundesweiten Start des DAB-Ensembles Anfang August stehen nun auch in den einzelnen Bundesländern die Zeichen auf Neubeginn beim digital-terrestrischen Radio. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen unter der Dachmarke "Digitalradio" den Neustart mit zum Teil neuen Sendern, stärkeren Sendeleistungen, teilweise einem Paradigmenwechsel auf den effizienteren DAB+-Standard sowie Zusatzinformationen in Text und Bild zelebrieren. Außerdem werden in mehreren Bundesländern regionale Kapazitäten für Privatsender ausgeschrieben.

In Baden-Württemberg soll es gleich zwei Ensembles geben. Im Kanal 11B soll sich der öffentlich-rechtliche Südwestrundfunk (SWR) die Kapazitäten mit Privatsendern teilen, das zweite Ensemble in den Kanälen 8D und 9D will der SWR exklusiv nutzen und hier zum Teil noch nicht näher definierte Zusatzangebote starten. In der Branche wird spekuliert, dass es sich hierbei möglicherweise um Streams handelt, die bisher exklusiv im Internet laufen. Nach bisherigen Plänen sollen dabei nur noch die Sender SWR 1 Baden-Württemberg und SWR 2 parallel im alten DAB-Standard gesendet werden. Alle Sender, also SWR 1 bis 4 sowie die Jugendwelle Dasding, die neue Informationswelle SWR info und noch geplante Zusatzkanäle sollen per DAB+ verbreitet werden.

Auch der Vorstand der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) hat den Weg für eine zusätzliche landesweite Versorgung in Baden-Württemberg frei gemacht und Kapazitäten für drei bis vier private digitale Radiosender ausgeschrieben. Dabei haben zwei Unternehmen bereits eine Bewerbung signalisiert: Das bereits im bundesweiten Multiplex aktive Absolut Radio will mit dem Ableger "Absolut relax" und der Musikfarbe Soft-Rock on Air gehen, der Jugendsender bigFM plant eine digitale DAB-Verbreitung seiner DJ-Welle "bigFM World Beats", die bisher noch exklusiv als Webradio läuft.

NDR und Radio Bremen planen gemeinsamen Multiplex

Auch im Norden stehen die Zeichen auf Neubeginn: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) will noch in diesem Herbst die Landeshauptstädte und wichtige Verkehrsrouten mit seinen Hörfunksendern in DAB+ versorgen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Sender von Radio Bremen dazu stoßen, die in einem gemischten Multiplex zusammen mit dem NDR die Bundesländer Bremen und Niedersachsen versorgen. Dabei wollen beide öffentlich-rechtlichen Sender auch Angebote starten, die es auf der UKW-Skala noch nicht gibt: Der NDR geht mit einer Musikwelle (NDR Musik Plus) an den Start, Radio Bremen schickt seine bislang nur im Netz verbreitete Jugendwelle Next auch terrestrisch über DAB+.

Die norddeutschen Landesmedienanstalten prüfen derzeit im Rahmen eines "Call of Interest", inwiefern sich auch Privatsender am digital-terrestrischen Hörfunk beteiligen wollen. Dabei bestehe die Möglichkeit einer Verbreitung nur im Großraum Hamburg oder Hannover sowie in beiden Regionen.

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