Digitalradio

Programmangebot bei DAB+ steigt weiter

Neue regionale Sender in Berlin/Brandenburg, NRW und Bayern
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Programmangebot bei DAB+ steigt weiterMEGA Radio startet ab 25. Oktober
in Berlin und Brandenburg
Kaum eine Woche vergeht, in der es keine neuen regionalen Programme im terres­trischen Digitalradio (DAB+) gibt oder entsprechende Ankündigungen. Aktuell hat der bisher nur in Bayern empfangbare Privat­sender MEGA Radio auf seiner Homepage angekündigt, bald auch terrestrisch in Berlin und Brandenburg zu starten. Ab dem 25. Oktober sei das Programm in der Bundes­haupt­stadt digital zu empfangen. Hinter MEGA Radio steht der Radio­unternehmer Peter Valentino, einst Gründer des Lokal­senders Radio Fantasy Augsburg. Der Sender spielt überwiegend aktuelle Pop- und Rockmusik, streut aber auch Klassiker ins Musik­programm ein.

Entscheidung in NRW voraussichtlich Ende Oktober

In Nordrhein-Westfalen hat sich MEGA Radio ebenfalls um einen landesweiten Sendeplatz beworben. Hier will man zusammen mit dem Angebot "Kulturschocker" von Ex-Radio NRW-Chef Hartmut Gläsmann kooperieren, heißt es in einem Bericht des Internet-Portals Radioszene. Ende Oktober will die Landes­anstalt für Medien (LfM) voraussichtlich über die Lizenzen entscheiden. Neben MEGA Radio und Kulturschocker gibt es weitere Bewerber um die insgesamt bis zu fünf Sendeplätze im nordrhein-westfälischen Multiplex, und zwar vom Domradio aus Köln, Absolut Relax (Neue Welle Bayern), Radio Impala (plexiMedia) sowie vom Berliner Hörfunk­unter­nehmen Regiocast, das im bevölke­rungs­reichsten Bundesland Deutschlands gleich drei Programme mit den Musikfarben 80er, Schlager und Oldies starten will.

Erweitert hat der Bayerische Rundfunk (BR) sein Programm­angebot im digitalen Radio: Neu via DAB+ zu empfangen ist der öffentlich-rechtliche Sender mit seinem regionalen München-Fenster von Bayern 1. Gesendet wird im lokalen Multiplex München auf dem Kanal 11C. Dagegen hat das Berliner Dance Radio pure fm seinen terrestrischen Sendestart über DAB+ vom 1. Oktober auf den 1. November verschoben. Grund ist, dass man noch auf Hardware wartet, die unter anderem zur zusätzlichen Verbreitung von Datendiensten nötig ist.

Repeater in Elektro-Fachmärkten

Damit Digitalradio-Programme auch störunsgfrei in Elektro-Fachmärkten zu empfangen sind, gibt es jetzt eine bundesweit einheitliche Lösung. Ab sofort können die Märkte eine von der Bundes­netz­agentur (BNetzA) zugelassene Verstärker­technik in ihren Verkaufsraum einbauen und dort betreiben, wie das Projektbüro Digitalradio mitteilt. Diese technische Lösung, die man Repeater nennt, ermöglicht anschließend im Verkaufsraum einen Empfang der Digitalradio-Programme, die in der jeweiligen Region ausgestrahlt werden.

Die Verstärkerlösung für Elektro-Fachmärkte sei notwendig geworden, weil am Kauf von Digitalradio-Geräten interessierte Kunden bislang in vielen Märkten die neuen DAB+-Programme nicht hören und somit die Geräte nicht selbst ausprobieren konnten. Ursachen sind vor allem Betonwände und elektrische Störungen sowie die Lage der betroffenen Verkaufs­räume, die sich häufig in Keller­geschossen befinden. Dadurch bedingt sind terrestrische Rundfunk­signale selbst dann nicht zu empfangen, wenn die Digital­radio-Versorgung außerhalb des jeweiligen Gebäudes eigentlich gut ist.

Marktleiter und Händler, die eine solche Verstärker­lösung in ihrem Markt haben möchten, können sich den Angaben zufolge ab sofort an die so genannte "Repeaterstelle" wenden. Die Stelle arbeitet im Auftrag der Netzbetreiber in Deutschland und ist über die E-Mail-Adresse repeater@digitalradio.de zu erreichen. Die Stelle erteilt interessierten Händlern auch die Genehmigung für den Aufbau und Betrieb eines solchen Repeaters. Für Händler werde es künftig dazu ein Online-Formular auf der Website des Peojekt­büros geben.

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