Fußball-Rechte

Deutsche Fußball-Liga schreibt Audioverwertungsrechte aus

Existenz des Fußballradios 90elf wohl von Lizenzvergabe abhängig
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90elf könnte bald Konkurrenz bekommen90elf könnte bald Konkurrenz bekommen Zum ersten Mal will die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Audio-Verwertungsrechte an den Spielen der ersten und zweiten Bundesliga in Eigenregie ausschreiben. Potenzielle Bewerber könnten sich ab Anfang 2013 für den Wettbewerb um die deutschlandweiten Rechte für die Spielzeiten 2013/2014 bis 2016/2017 registrieren, wie der Zusammenschluss der deutschen Profi-Fußballvereine mitteilt. Drei Rechtepakete würden exklusiv vergeben: Die Liverechte für UKW, für IP, Mobile und Digitalradio (DAB+) sowie ein Extrapaket mit erweiterten Stadion-Zutrittsrechten. Bis zum Ende der laufenden Spielsaison hält die ARD die Lizenz für UKW-Übertragungen, der Privatsender 90elf (Regiocast) jene für die digitale Verbreitung.

Große Privatradios könnten um UKW-Rechte mitbieten

Bislang ist die Berichterstattung in der ARD durch einen Kooperationsvertrag geregelt. Schätzungen zufolge erhält die DFL etwa sieben Millionen Euro von dem Senderverbund pro Jahr. Dies sei der Betrag, mit dem die DFL laut eigenen Angaben auch nach der Neuvergabe rechnet. Eine Entscheidung über die Vergabe der Rechte will die DFL bis Ende März 2013 treffen. Sie sollen bis zur Saison 2016/2017 vergeben werden. Auch wenn es derzeit noch keine Anzeichen hierfür gibt, ist denkbar, dass sich neben der ARD auch ein Zusammenschluss der großen deutschen Privatradios (FFH, R.SH, Antenne Bayern und Co.) um die UKW-Vergabe bewerben könnte.

Bekommt Fußballradio 90elf Mitbewerber?

Neben den Audiorechten für das analoge UKW werden in einem weiterem Paket auch die Live-Rechte für die Übertragung auf digitalen Verbreitungswegen wie Internet, Smartphones oder DAB+, die momentan der Privatsender 90elf hält, ausgeschrieben. Hier geht es voraussichtlich um die weitere Existenz des Fußballradios, denn das vom Berliner Unternehmen Regiocast Digital produzierte Programm lebt von den Liveübertragungen aus den Fußballstadien.

Aktuell ist noch unklar, ob neben 90elf weitere Unternehmen um die digitalen Übertragungsrechte mitbieten. Freilich könnte sich die ARD neben den UKW-Rechten auch um die digitalen Lizenzen bemühen. Als möglicher Bewerber denkbar ist auch die Deutsche Telekom, die Audio-Streams der Bundesliga-Spiele auf Handys und Smartphones bringen könnte. Eher unwahrscheinlich ist, dass der Pay-TV-Sender Sky als Besitzer der Internet-TV-Rechte sich künftig auch um Audio-Rechte bemüht, zumal er hierfür noch keine Ausstrahlungskanäle hat.

Unmittelbar von einer Rechtevergabe an das Fußballradio 90elf geknüpft ist auch eine Weiterentwicklung des terrestrischen Digitalradios (DAB+) in Deutschland. Das Fußballradio gilt hier als Zugpferd für einen Markterfolg. Zu Verstimmungen im Privatfunklager kam es im Frühling, als der WDR ein ARD-Sportradio ankündigte, das auch über DAB+ verbreitet werden sollte. Nach heftigen Protesten realisierte der WDR das temporäre Projekt abgespeckt über die Verbreitungswege Mittelwelle und Internet, auf die Verbreitungswege DAB+ und Satellit verzichtete die ARD-Anstalt.

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