Digital Radio

gfu rechnet mit 650 000 verkauften Digitalradios in 2013

Eine Million-Geräte-Schwelle könnte zur IFA überschritten werden
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Ein Network+-Radio von TivoliEin Network+-Radio von Tivoli Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) hat am 25. Februar den Consumer Electronics Markt Index 2012 veröffentlicht. Neben Smartphones und Tablets sind auch "Sonstige Personal Audio Geräte" (dazu zählen etwa Kofferradios, Uhrenradios, Pocket Radios oder eBook-Reader) gefragt, hier gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 22,3 Prozent von 2,7 Millionen auf 3,3 Millionen verkaufte Geräte. Der Verkaufsboom in dieser Kategorie kam einerseits durch eBook-Reader zustande, hier gab es ein Plus von 200 Prozent. Andererseits konnten jedoch auch Digitalradios (DAB/DAB+) in der Gunst der Verbraucher zulegen, und zwar so, dass die gfu ihre Prognose von der IFA 2012 nach oben geschraubt hat: Sie rechnet in 2013 mit 650 000 verkauften digitalen Radios, wie gfu-Sprecher Roland M. Stehle gegenüber teltarif.de mitteilt.

Zur letztjährigen IFA ging man noch von 500 000 verkauften Digitalradios in diesem Jahr aus. Laut Stehle seien im vergangenen Jahr 350 000 DAB/DAB+-Radios über die Ladentische der Elektronikgeschäfte gegangen, somit wurde die Prognose von September 2012 bestätigt. Insgesamt könnten sogar noch mehr Digitalradios verkauft worden sein, denn in die Statistik fließen keine Online- und sonstige Verkäufe aus dem Ausland ein. Mittlerweise gibt es zahlreiche ausländische Online-Shops etwa bei Amazon oder ebay, die ihre Ware auch nach Deutschland liefern. Einer der Verkaufsrenner im Digitalradio-Bereich ist hier etwa der von uns bereits getestete GMYLE PPM001, ein portabler MP3-Player mit DAB/DAB+-Radio-Funktion, der für rund 35 Euro angeboten wird und in deutschen Läden nicht verkauft wird.

Sollte der positive Trend anhalten könnten die Digitalradio-Verantwortlichen spätestens zur IFA 2013 publikumswirksam das ein Millionste verkaufte Digitalradio in Deutschland vermelden - ein Achtungserfolg, bedenkt man, dass der Neustart des Digitalradios erst knapp eineinhalb Jahre her ist. Kritiker gibt es trotzdem: Der Privatfunkverband VPRT sieht eine relevante Marktdurchdringung erst bei rund sechs Millionen verkaufter DAB+ Empfangsgeräte.

Neue Empfangsprognose bei digitalradio.de

Das Digitalradio Deutschland-Konsortium arbeitet unterdessen an neuen Funktionalitäten für die Empfangsprognose auf der Website www.digitalradio.de. So werde es bald unter www.digitalradio.de/empfang möglich sein, nicht nur nach Wohnort oder Postleitzahl die Empfangssituation abzufragen, sondern Interessierte könnten auch nach der Empfangbarkeit eines bestimmten Digitalradio-Programms suchen oder sich alle Programme und Multiplexe eines Bundeslandes anzeigen lassen. Zur CeBIT 2013 sei außerdem ein Karten-Update der Empfangsprognose mit Stand 1. April 2013 geplant. Zu diesem Zeitpunkt sollen, wenn alles glatt läuft, drei weitere Standorte für den bundesweiten Multiplex (Chemnitz, Würzburg und Inselsberg) auf Sendung sein (teltarif.de berichtete).

BR baut Digitalradio aus

Voran geht der Ausbau beim Digitalradio in Bayern. Der Bayerische Rundfunk (BR) will in 2013 und Anfang 2014 neue Sender an den Standorten Landshut, Traunstein-Hochberg, Oberammergau, Untersberg und Ulm in Betrieb nehmen. An diesen Standorten sollen neue DAB-Sendeanlagen für den Block 11D errichtet und betrieben werden. Damit verbessert sich der Empfang entlang der Autobahn A8 sowie in weiten Teilen Schwabens und Oberbayerns.

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