Zukunft

So soll Smart Home die Welt erobern: D-Link-Gespräch

Die Hersteller von Smart-Home-Geräten wollen die Kunden an ihre Produkte langsam heranführen. Wie das funktionieren soll und welche Rolle dabei DSL- und Kabel-Internet-Provider spielen, hat uns D-Link im Gespräch verraten.
Von der IFA in Berlin berichtet
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So könnte das smarte Zuhause aussehenSo könnte das smarte Zuhause aussehen Smart Home war eines der großen Themen auf der IFA in Berlin. Das total vernetzte Zuhause nimmt zunehmend Gestalt an. Es existiert mittlerweile eine ganze Palette an kleinen, mittleren und großen Unternehmen, die die Zukunft im smarten Zuhause sehen und entsprechende Geräte unter die Leute bringen wollen. Bereits seit einigen Jahren wird von den Herstellern versucht, Geräte zum Thema Smart Home den Otto-Normal-Verbrauchern näher zu bringen. Doch bisher schien diese Geräte-Sparte noch nicht ganz angekommen zu sein. Zumindest wurden bisher Smart-Home-Geräte vor allem von technik­affinen Personen verwendet.

Doch wie wollen die Hersteller versuchen, ihre Produkte zu vermarkten? Wir haben uns zu diesem Thema mit Mike Lange von D-Link unterhalten. Lange ist der Auffassung, dass Smart Home die Zukunft für die Netzwerkausrüster ist. Allerdings meint Lange auch, dass wir bis zum endgültigen Durchbruch von Smart-Home-Produkten in den heimischen vier Wänden noch mindestens zwei Jahre warten müssen. Um dies zu erreichen, wolle man die Kunden langsam an die Produkte heranführen. Ein möglicher Weg ist es, Kooperationen zwischen den Herstellern von Smart-Home-Produkten und DSL- bzw. Kabel-Internet-Providern zu schaffen. Erste Schritte in diese Richtung sind schon getan. So kooperiert D-Link zum Beispiel mit o2 und bietet zusammen mit den DSL-Tarifen des Providers Geräte ohne Aufpreis für die Heimvernetzung an. Gemeint ist konkret das Smart Home HD Starter-Kit von D-Link, das es zum DSL-All-in-Tarif von o2 dazu gibt. Im Starter-Kit sind ein Bewegungsmelder, eine intelligente Steckdose sowie eine Überwachungskamera enthalten. Während Neukunden die Hardware kostenlos erhalten, müssen Bestandskunden einmalig 159 Euro für das Starter-Kit zahlen.

D-Link: "Kunden sollen Gefühl für Smart Home entwickeln"

Der neue Wassersensor von D-LinkDer neue Wassersensor von D-Link Mit dem Starterset soll den Kunden Smart Home schmackhaft gemacht werden. Mittels der App mydlink Home fürs Smartphone oder Tablet kann der Nutzer auch von unterwegs sein Zuhause kontrollieren und konfigurieren. Die nächsten Geräte für das smarte Zuhause soll es auch bald geben, sagt Lange im Gespräch. Auf der IFA hat uns D-Link unter anderem einen Wassersensor gezeigt. Dieser soll den Nutzer zum Beispiel per Push-Nachricht darüber informieren, falls im Keller die Waschmaschine ausgelaufen ist. Ein Rauchmelder mit integriertem Sensor soll den Nutzer ebenfalls entsprechend bei Rauchentwicklung benachrichtigen. Ein kurzes Szenario: Wenn es brennt schlägt der Rauchmelder Alarm, per Überwachungskamera kann der Nutzer dann gegebenenfalls schauen, wodurch das Feuer ausgelöst wurde bzw. wie groß es ist. Der Bewegungsmelder zeigt dann auch an, ob womöglich jemand Zuhause ist und sich bewegt.

Das Heizkörperthermostat von D-LinkDas Heizkörperthermostat von D-Link Das Smart-Home-System von D-Link soll dabei aufeinander aufbauen. Mittels einem Einrichtungs­assistenten hat der Nutzer dann die Möglichkeit, neue Geräte in das Smart-Home-System zu integrieren. Dabei setzt D-Link auf Z-Wave, einem Standard für die drahtlose Kommunikation, den auch unter anderem Hersteller wie Devolo, Varia und TP-Link bei ihren Geräten einsetzen. Zum Vergleich: Der Berliner Hersteller AVM setzt bei seinem Heizkörperthermostat auf den DECT-Standard für die drahtlose Übertragung, allerdings wird DECT vorwiegend in Deutschland genutzt. Damit auch Geräte verschiedener Hersteller in einem Smart Home arbeiten können, müssen diese natürlich ein und denselben Standard unterstützen. Interessanterweise liefert der Hersteller Eurotronics sowohl die Hardware für AVM als auch für die Thermostate von D-Link, wie uns Mike Lange mitgeteilt hat. D-Link hat sich bewusst für einen etablierten Hersteller wie Eurotronics entschieden, der die Hardware für das Thermostat anfertigt.

D-Link betont im Gespräch auch, wie wichtig das Thema Sicherheit bei der Nutzung von Smart-Home-Geräten ist. Der Kunde soll mit gutem Gefühl die Wohnung verlassen können und jederzeit die Möglichkeit haben, virtuell per App nach dem Rechten zu sehen. Mike Lange erwähnte beiläufig, dass die Server für die Smart-Home-Dienste bislang nicht gehackt wurden. Die Verbindungen sollen dabei ausschließlich verschlüsselt erfolgen.

Auch die Telekom arbeitet stets an dem eigenen Smart-Home-Geschäft und hat nun im Rahmen der IFA das Tablet Puls als zentrale Steuerungs­einheit fürs smarte Zuhause präsentiert. Damit ist der Nutzer unter anderem in der Lage, die Telekom-Dienste zu verwalten.

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