DDoS-Attacke

Netzausfall: Hackerangriff auf Mobilfunknetz

Am vergangenen Wochenende kam es bei Telekom Austria durch gezielte Cyberattacken immer wieder zu Ausfällen im Mobilfunknetz. Gestern erfolgte ein weiterer Angriff auf das Festnetz des Anbieters.
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Hacker haben mit gezielten Attacken das Netz von Telekom Austria lahm gelegtHacker haben mit gezielten Attacken das Netz von Telekom Austria lahm gelegt Cyberangriffe auf wichtige Infra­strukturen gehören im Internet­zeitalter zu den Albträumen der jeweiligen Sicherheits­beauftragten. Der Schaden, den Hacker bei Angriffen etwa auf Energieversorger oder Telekom­munika­tion­snetze anrichten können, ist immens. Am vergangenen Wochenende wurde ein solches Horrorszenario bei der Telekom Austria wahr: Seit Samstag legten Angreifer das mobile Datennetz des österreichischen Anbieters mit einer absichtlich herbeigeführten Überlastung immer wieder lahm. Wie die Telekom Austria auf ihrer Facebook-Seite berichtete, kam es durch DDoS-Attacken immer wieder zu Netzausfällen in einzelnen Regionen. Dabei waren Kunden der Marken A1, bob, yesss und Georg betroffen.

Gestern erfolgte dann ein weiterer Angriff, dieses Mal auf das Festnetz-Internet des Anbieters. Wie A1 in einer Presse-Erklärung mitteilt, sei das Unternehmen aber in der Lage gewesen, diese Angriffe innerhalb kurzer Zeit abzuwehren. A1 betont, dass bei den Angriffen keine Kundendaten gestohlen oder kompromittiert worden seien und entschuldigt sich bei allen Kunden für die Beeinträchtigungen. Insgesamt waren etwa 5,4 Millionen Mobilfunk-Kunden sowie 2,3 Millionen Kunden im Festnetz von der Attacke betroffen.

Täglich Angriffe aufs Netz

Wie das Handelsblatt berichtet, hat das Unternehmen Anzeige erstattet, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Bislang habe es noch keine vergleichbare Attacke gegeben. Auch die deutschen Telekommunikationsanbieter sind alarmiert - die Deutsche Telekom erklärte, dass sie eine generelle Zunahme von DDoS-Attacken beobachte und es täglich zu Angriffen auf ihr Netz komme. Man versuche, sich bestmöglich zu schützen, wobei es eine absolute Sicherheit nicht geben könne.

Bei Vodafone war es im Zuge von Brandanschlägen auf die Fernstrecken der Deutschen Bahn vor einigen Jahren immer wieder zu Netzausfällen gekommen, weil dabei die neben den Gleisstrecken verlegten Glasfaserleitungen zerstört wurden. Auch auf die Infrastruktur von Kabel Deutschland, das inzwischen im Vodafone-Konzern aufgegangen ist, gab es im Sommer 2014 einen gezielten Anschlag, bei dem 160 000 Haushalte in Berlin zwangsweise offline gingen. Dabei hatten sich Unbekannte zu einem Kabelschacht Zugang verschafft und 400 Glasfasern gekappt.

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