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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 29.05.2012 |
Die Cyber-Mafia: Maschen, Motive, Mittel28.02.2010
13:12 Wie die international organisierte Online-Kriminalität arbeitetInhaltsverzeichnis:1. Erschreckende Zahlen über Online-Kriminalität2. Online-Banking mit Sicherheitsrisiko
Wenn der "Zielfahnder" und Virenexperte Candid Wüest aus dem Nähkästchen plaudert, bekommt
man eine Vorstellung davon, wie hoch die Bedrohung durch das so genannte Cyber Crime, also
Straftaten im Internet, bereits ist. Candid Wüest ist als Sr. Threat Researcher im
Security Response Team von Symantec,
einem Virenschutz-Softwarehersteller, tätig. Hier analysiert er ständig die
Sicherheitslage im Internet, erstellt Gefahrenberichte
und arbeitet an Forschungsberichten über neu auftretende Sicherheitsrisiken. Ob und wie
diese Taten tatsächlich strafbar bzw. verfolgbar sind, ist bei Juristen bisweilen
umstritten. Prof. Dr. Georg Borges, Jurist an der Universität Bochung, ist Gründer
und Sprecher der Arbeitsgruppe
Identitätsschutz im Internet e.V. und beantwortet Fragen zu solchen Themen auch am
Telefon.
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Die Zahlen über die Online-Kriminalität sind erschreckend. Es scheint, als hätte noch niemand etwas von Anti-Viren-Programmen und anderen Schutzvorrichtungen gehört: "Acht Millionen Mal pro Tag schlägt eine Malware zu. Täglich werden 13 000 Websites von Hackern infiziert. 220 Millionen Euro haben Online-Kriminelle im Jahr 2009 erbeutet. Jeder zweite Online-Nutzer ist bereits Opfer von Internetkriminalität, wenn auch nicht unbedingt in finanzieller Hinsicht", zählt Candid Wüest auf. Neue Gefahr: Websites statt Würmer
Neben Attacken per E-Mail und Website geraten die so genannten sozialen Netzwerke wie Twitter & Co. immer mehr ins Schussfeld der Cyber-Kriminellen. "Die Benachrichtigung über einen Follower bei Twitter kann zum Beispiel ein Bild einer großbusigen Blondine mit einem Link zu einer Kurz-URL enthalten, die auf eine schadhafte Seite führt", sagt Virenjäger Wüest. "Der arglose Anwender kann an der Kurz-URL nicht erkennen, was sich tatsächlich hinter dem Link verbirgt." Ebenfalls eine neue Masche der Internet-Mafia: Aktuelle Suchwörter, die häufig zum Beispiel auf die Seite von YouTube für die Suche von bestimmten Videos eingegeben werden, werden "gekidnappt". Beliebt sind Begriffe wie "sex tape" in Verbindung mit prominenten Frauennamen, aber auch Namen anderer Prominenter wie Tiger Woods oder Bill Cosby, oder "Haiti" kurz nach dem Erdbeben. "Gibt der Anwender einen solchen gekidnappten Suchbegriff in das dafür vorgesehene Feld ein, erscheint ein Link, der auf eine bösartige Website führt", erklärt Wüest, "möglicherweise wird er aufgefordert, einen angeblichen Video-Codec zur Betrachtung des Videos zu installieren. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen sogenannten Trojaner, der den PC schädigt oder ausspioniert." Phishing nach KontodatenMit dem Begriff Phishing werden kriminelle Methoden zur Spionage von Bankdaten bezeichnet. Hier geht es um die illegale Beschaffung von Kreditkarteninformationen, Bankverbindungen, PIN- und TAN-Nummern. Die Methoden, mit denen sich die Kriminellen diese Daten beschaffen, werden immer raffinierter. "Selbst auf eigentlich harmlosen Seiten wie zum Beispiel bei Unicef wurden schon umfangreiche persönliche Daten wie PIN-Nummern, Führerscheinnummer und Name der Mutter abgefragt", erzählt Virenexperte Wüest, "diese Seiten sind dann natürlich gefälscht, was dem Anwender aber nicht immer bewusst ist." Die Sammler solcher Daten sind nicht unbedingt diejenigen, die sie dann auch missbrauchen. Vielmehr werden geklaute Bankdaten gern verkauft. "Die Daten für ein Bankkonto mit zum Beispiel 5 000 Euro Guthaben kosten dann etwa 100 Euro", weiß Candid Wüest, "Kreditkartendaten sind für weniger als 5 Cent zu haben. Für alles andere wie E-Mail-Konto oder Online-Banking-Daten gibt es regelrechte Preislisten."
Auf der folgenden Seite lesen Sie mehr über die Gefahren beim
Online-Banking.
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