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Die Cyber-Mafia: Maschen, Motive, Mittel

28.02.2010
13:12

Wie die international organisierte Online-Kriminalität arbeitet

Inhaltsverzeichnis:

1. Erschreckende Zahlen über Online-Kriminalität
2. Online-Banking mit Sicherheitsrisiko
Wenn der "Zielfahnder" und Virenexperte Candid Wüest aus dem Nähkästchen plaudert, bekommt man eine Vorstellung davon, wie hoch die Bedrohung durch das so genannte Cyber Crime, also Straftaten im Internet, bereits ist. Candid Wüest ist als Sr. Threat Researcher im Security Response Team von Symantec, einem Virenschutz-Softwarehersteller, tätig. Hier analysiert er ständig die Sicherheitslage im Internet, erstellt Gefahrenberichte und arbeitet an Forschungsberichten über neu auftretende Sicherheitsrisiken. Ob und wie diese Taten tatsächlich strafbar bzw. verfolgbar sind, ist bei Juristen bisweilen umstritten. Prof. Dr. Georg Borges, Jurist an der Universität Bochung, ist Gründer und Sprecher der Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet e.V. und beantwortet Fragen zu solchen Themen auch am Telefon.

Die Zahlen über die Online-Kriminalität sind erschreckend. Es scheint, als hätte noch niemand etwas von Anti-Viren-Programmen und anderen Schutzvorrichtungen gehört: "Acht Millionen Mal pro Tag schlägt eine Malware zu. Täglich werden 13 000 Websites von Hackern infiziert. 220 Millionen Euro haben Online-Kriminelle im Jahr 2009 erbeutet. Jeder zweite Online-Nutzer ist bereits Opfer von Internetkriminalität, wenn auch nicht unbedingt in finanzieller Hinsicht", zählt Candid Wüest auf.

Neue Gefahr: Websites statt Würmer

Internet-Viren
Bild: Pixel - Fotolia.com
Waren es bislang vor allem Computer-Viren und -Würmer, die für Schaden sorgten, so werden heute zunehmend geknackte Webseiten zum Problem. Dabei handelt es sich um illegale Kopien von echten Webseiten, die eine so genannte Drive-by-Attacke auf den Anwender starten. Der Anwender als Opfer bemerkt zunächst nicht, dass er eine geknackte Seite aufgerufen hat, die ein Schadprogramm enthält. "Das Schadprogramm gelangt nach einem Browser-Check über Schwachstellen von Plug-Ins auf den Computer des Opfers", erklärt Wüest, "mit Hilfe einer vorgetäuschten Fehlermeldung oder Vireninfektion können weitere Schadprogramme auf dem System geladen werden." In 2008 wiesen die Plug-Ins ganze 415 Schwachstellen auf. Ziel des Angriffs ist es oft, das Opfer dazu aufzufordern, ein Antiviren-Programm zu kaufen, das die vermeintliche Fehlermeldung bzw. Vireninfektion wieder entfernt. Kosten des Programms: 30 bis 50 Euro, die in die Tasche des Straftäters wandern.

Neben Attacken per E-Mail und Website geraten die so genannten sozialen Netzwerke wie Twitter & Co. immer mehr ins Schussfeld der Cyber-Kriminellen. "Die Benachrichtigung über einen Follower bei Twitter kann zum Beispiel ein Bild einer großbusigen Blondine mit einem Link zu einer Kurz-URL enthalten, die auf eine schadhafte Seite führt", sagt Virenjäger Wüest. "Der arglose Anwender kann an der Kurz-URL nicht erkennen, was sich tatsächlich hinter dem Link verbirgt."

Ebenfalls eine neue Masche der Internet-Mafia: Aktuelle Suchwörter, die häufig zum Beispiel auf die Seite von YouTube für die Suche von bestimmten Videos eingegeben werden, werden "gekidnappt". Beliebt sind Begriffe wie "sex tape" in Verbindung mit prominenten Frauennamen, aber auch Namen anderer Prominenter wie Tiger Woods oder Bill Cosby, oder "Haiti" kurz nach dem Erdbeben. "Gibt der Anwender einen solchen gekidnappten Suchbegriff in das dafür vorgesehene Feld ein, erscheint ein Link, der auf eine bösartige Website führt", erklärt Wüest, "möglicherweise wird er aufgefordert, einen angeblichen Video-Codec zur Betrachtung des Videos zu installieren. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen sogenannten Trojaner, der den PC schädigt oder ausspioniert."

Phishing nach Kontodaten

Mit dem Begriff Phishing werden kriminelle Methoden zur Spionage von Bankdaten bezeichnet. Hier geht es um die illegale Beschaffung von Kreditkarteninformationen, Bankverbindungen, PIN- und TAN-Nummern. Die Methoden, mit denen sich die Kriminellen diese Daten beschaffen, werden immer raffinierter. "Selbst auf eigentlich harmlosen Seiten wie zum Beispiel bei Unicef wurden schon umfangreiche persönliche Daten wie PIN-Nummern, Führerscheinnummer und Name der Mutter abgefragt", erzählt Virenexperte Wüest, "diese Seiten sind dann natürlich gefälscht, was dem Anwender aber nicht immer bewusst ist." Die Sammler solcher Daten sind nicht unbedingt diejenigen, die sie dann auch missbrauchen. Vielmehr werden geklaute Bankdaten gern verkauft. "Die Daten für ein Bankkonto mit zum Beispiel 5 000 Euro Guthaben kosten dann etwa 100 Euro", weiß Candid Wüest, "Kreditkartendaten sind für weniger als 5 Cent zu haben. Für alles andere wie E-Mail-Konto oder Online-Banking-Daten gibt es regelrechte Preislisten."

Auf der folgenden Seite lesen Sie mehr über die Gefahren beim Online-Banking.
 

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Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
RE: Avira macht gewaltig Probleme sushiverweig. 31.03.12 14:15
RE: Avira macht gewaltig Probleme Conax 31.03.12 11:21
RE: Avira macht gewaltig Probleme sushiverweig. 31.03.12 00:01
Avira ist Mist sushiverweig. 30.03.12 23:59
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre