Eröffnung

Cyber-Abwehrzentrum wird heute von Friedrich offiziell eröffnet

Bundesinnenminister warnt vor wachsender Bedrohung von Hacker-Attacken
Von mit Material von dpa
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Cyber-Abwehrzentrum wird heute von Friedrich offiziell eröffnetCyber-Abwehrzentrum wird heute eröffnet Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnt eindringlich vor den Gefahren durch Cyber-Attacken. Auch die Strom- und Wasserversorgung in Deutschland stehe demnach unter einem hohen Risiko. "Kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung kommen heutzutage ohne hochmoderne IT-Systeme nicht mehr aus", so der Politiker gegenüber der "Frankfurter Rundschau". Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf diese Systeme wachse ständig, meint Friedrich weiter. Angriffe auf derart empfindliche Systeme könnten immense Schäden anrichten, die erhebliche Teile der Bevölkerung direkt betreffen würden. "Um dies zu verhindern, hat die Bundesregierung eine Cyber-Sicherheitsstrategie entwickelt."

Auf Bedrohungen durch Hacker-Angriffe reagiert die Bundesregierung mit dem Nationalen Cyber-Abwehrzentrum, das Friedrich heute in Bonn offiziell eröffnen wird. Die Einrichtung hatte bereits im April dieses Jahres nach einer internen Veranstaltung seine Arbeit aufgenommen und soll die Zusammenarbeit staatlicher Stellen im Kampf gegen Bedrohungen aus dem Internet verbessern. Seit dem Startschuss im April registrierten die Mitarbeiter des Zentrums täglich zwischen drei und fünf neue Fälle von Angriffen aller Art auf Computersysteme.

Im Nationalen Cyber-Abwehrzentrum sind insgesamt zehn Experten aus drei verschiedenen Behörden angestellt. Die Leitung wurde dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übertragen, das sechs der zehn Mitarbeiter stellt. Auch der Präsident der Einrichtung, Michael Hange, gehört dem BSI an. Die restlichen vier Mitglider des Cyber-Abwehrzentrums kommen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV).

Lagebericht zur IT-Sicherheit wird heute veröffentlicht

Die Vorgehensweisen und technischen Methoden hinter den IT-Angriffen "werden immer raffinierter, und die Abwehr von Angriffen erfordert einen immer höheren Aufwand", besagt ein Ausschnitt aus dem aktuellen Lagebericht IT-Sicherheit 2011, der heute vorgestellt werden soll. "Zu der quantitativ hohen Zahl der Angriffe kommt eine neue Qualität zielgerichteter Attacken hinzu", heißt es weiter.

Neben großen Firmen werden aber auch zusehends Kleincomputer privater Nutzer Ziel von Hackern. "Eine zunehmende Herausforderung liegt in der raschen Verbreitung von Smartphones, Netbooks und Tablet-PCs, durch die die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle erheblich vergrößert wurde". Die vermehrte Nutzung der mobilen Geräte sei auch für die Wirtschaft problematisch, da die Nutzer immer häufiger auch von unterwegs auf wichtige Geschäftsdaten zugreifen. Das BSI rechnet daher künftig mit einer Zunahme von Angriffen gegen mobile Endgeräte.

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